Sekundärrohstoffsystem

(Sero-System) Durch Rohstoff- und Devisenknappheit war man in der DDR gezwungen, ein funktionsfähiges S. zu unterhalten, das den in Haushalten und Gewerbe anfallenden Müll (Hausmüll) kanalisierte und einer Wiederverwertung (Recycling) zuführte.

In einem flächendeckenden Netz von über 1.100 Annahmestellen konnten die Verbraucher Papier, Glas, Alttextilien, Kunststoffe etc. abgeben (Altpapier, Altglas, Kunststoffrecycling). Die S.-Betriebe stellten die stoffliche Verwertung sicher. Noch 1989 wurden durch dieses System 1,5 Mio t Wertstoffe erfaßt. Zwar kostete den Staat der Unterhalt des S. erhebliche Subventionen, doch konnten auf diese Weise Energie, Rohstoffe und Deponieraum gespart werden.

Nach der Wiedervereinigung und dem Wegfall der Subventionierung brach das S. zusammen, dafür erhöhte sich die jährliche Hausmüllmenge von 180 kg auf ca. 300 kg pro Bürger der neuen Bundesländer.

Autor: KATALYSE Institut

Rotte

siehe Kompostierung

Autor: KATALYSE Institut

Rotschlamm

siehe Aluminiumherstellung

Autor: KATALYSE Institut

Pyrolyse

Als P. bezeichnet man die Zersetzung von festen oder flüssigen Stoffen bei hohen Temperaturen (400-700 Grad C) unter Sauerstoffausschluss.

 

Die P. wird in verschiedenen Bereichen angewendet, u.a. beim Cracking von Benzin, zur Behandlung von Klärschlamm und zur energetischen Nutzung von Biomasse. Häufigster Anwendungsbereich ist die P. von Kunststoffgemischen und Altreifen. Hierbei entstehen P.-Gase (ca. 40 Gew.-%), leichte und schwere P.-Öle (ca. 25 Gew.-%) sowie etwa 30% Abfallstoffe, die wegen ihres Schadstoffgehalts speziell entsorgt werden müssen. Die Gase können zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt werden, die Öle lassen sich wieder in der chemischen Industrie einsetzen.

Die Entstehung von Dioxinen und Furanen lässt sich nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. Als Verfahren zum Kunststoffrecycling ist die P. ungeeignet, da die Menge der entstehenden, nicht zur Kunststoffproduktion verwendbaren Substanzen im Vergleich zu anderen Recyclingverfahren sehr hoch ist. Aktuelle Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der P. werden unternommen, um verstärkt den nach entsprechender Trennung und Aufbereitung anfallenden Restmüll einer Verwertung zuzuführen. Dennoch bleibt immer ein zu deponierendes Restvolumen, das mit Schadstoffen hoch belastet ist. Eine abschließende Bewertung der P. ist derzeit nicht möglich.

Lit.: U.Förstner: Umweltschutztechnik, 2.Auflage, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut

Plastiktüte

siehe Einkaufstasche

Autor: KATALYSE Institut

Plastikmüll in den Ozeanen

Sogenannte Müllstrudel, Müllteppiche oder Müllinseln sind  Gebiete mit einem hohen Anteil  von treibenden Plastikteilchen.  Durch die Meeresströmungen sammelt sich dieser Zivilisationsmüll in bestimmten Gebieten der Meere an.

Die bekannteste Müllinsel befindet sich im Nordpazifikwirbel, die die Beinamen „Great Pacific Garbage Patch“ oder „der siebte Kontinent“ erhielt. Die genaue Ausdehnung ist unbekannt, da man die Müllinsel nicht auf Luft- oder Satellitenbilder sehen kann (kleine Plastikteilchen schwimmen unter der Wasseroberfläche) und die Vermessung eines sich bewegenden heterogenen Müllteppichs äußerst schwierig ist. Schätzungen wiedersprechen sich in Größe und Ausdehnung des „Great Pacific Garbage Patch“ und reichen von fast einer Millionen km² bis zur Größe von Mitteleuropa.
Im Pazifikwirbel sollen sich 300.000 – 1.000.000 Plastikteile pro km befinden. Durchschnittlich in den Ozeanen sind es 13.000. Der an der Oberfläche treibende Plastikmüll macht nur einen geringen Anteil aus. Etwa 70 Prozent sinken ab, so fand man z.B. noch in 30 Meter Tiefe große Plastikmengen. Die Dichte des Müllteppichs beträgt ca. 5 kg/km².

Schon in den 80er Jahren entdeckte man – vor allem vor der japanischen Küste – beachtliche Mengen an Plastikmüll im Nordpazifik. Inzwischen ist bekannt, dass es sich um zwei große Müllstrudel handelt. Aber auch in den anderen Ozeanen sammelt sich Müll in den Wirbeln der Ozeane an (z.B. im Indischen Ozean, Süd- und Nord-Atlantik und Süd-Pazifik). Ferner haben Nord- und Ostsee mit dem Müllproblem zu kämpfen.

Diese Müllstrudel entstehen durch den von der Meeresströmung erfassten Müll, der in die Meereswirbel (insgesamt gibt es 9 Meereswirbel) gelangt und diese meist nicht mehr verlässt. Bei jedem Umlauf des Wirbels wird der am Rand des Wirbels schwimmende Müll frei und gelangt so in großen Mengen an die Küsten.

80 Prozent des gesamten Plastikmülls stammen vom Land. Plastikmüll gelangt durch Hochwasser, Flüsse oder kommunale Abwässer ins Meer. Außerdem entsorgen Schiffe ihren Müll unabsichtlich oder auch absichtlich im Meer. „Jährlich landen 6 Millionen Tonnen Plastikabfälle in den Weltmeeren. Von all dem Plastik, das weltweit hergestellt wird, landet ein Drittel nach einmaliger Nutzung auf dem Müll“ (Kalkreuth 2013).

Nur ein Bruchteil wird als Schwemmgut an die Küstenstrände und in die Inselbuchten getragen, insbesondere an Küsten in dicht besiedelten Regionen. Doch die Plastikmenge, die in weniger dicht besiedelten Küsten und in den Polarmeeren gefunden wird, nimmt immer mehr zu.
Der Großteil des Plastiks bleibt allerdings im Meer und stellt auch hier eine Gefahr für Tiere, Menschen und das Meer dar. Besonders prekär ist, dass Plastikmüll zwischen 20 Jahren (Plastiktüte) und über 400 Jahre (Plastikflasche) braucht, um abgebaut zu werden. Währenddessen verfangen sich Meeressäuger in den größeren Müllbestandteilen, wie z.B. in Netzen (sogenannte „Geisternetze“), und verletzen sich schwer oder strangulieren sich zu Tode. Das Plastik wird im Laufe der Zeit zerkleinert, so dass Seevögel, Fische und andere Meeressäuger, die Plastikteile mit ihrer Nahrung verwechseln und diese fressen. So gelangen die Bestandteile des Plastiks in die marine Nahrungskette und dann auch in unsere Nahrung. Die Tiere, die Plastik fressen, können dadurch ersticken, verhungern oder an Darmverschluss, Verstopfung oder an inneren Verletzungen sterben. Plastik bedroht aber auch in einer weiteren Form das Ökosystem Meer. Bestimmte Algen-, Insekten- und Planktonarten benutzen zur Eiablage schwimmendes Material. Seitdem diese Arten schwimmende Plastikbestandteile anstatt Pflanzenmaterial nutzen, legen die Eier dieser Arten auf dem Plastik größere Distanzen zurück und können sich z.T. als invasive Arten/Neozoen in neue Lebensräume ansiedeln und dort heimische Arten verdrängen und das ökologische Gleichgewicht stören.

Das Plastik nimmt Chemikalien und Giftstoffe auf, welche sich dann in der Nahrungskette anreichern (Giftakkumulation). Ein Beispiel ist PCB, das in Verdacht steht, auf das Hormonsystem zu wirken und krebserregend zu sein. Weiterhin sind im Plastik Bisphenol A oder auch Weichmacher auf Basis von z.B. Phtalaten enthalten, die beim Abbau des Plastiks ins Meerwasser abgegeben werden und durch ihre hormonähnliche Wirksamkeit in Verdacht stehen Unfruchtbarkeit, Leberschäden oder Verhaltensstörungen beim Menschen zu fördern. Bei Meerestieren schädigen Phtalate und Bisphenol A das Erbgut und den Hormonhaushalt. Diese Stoffe schaden also durch die Anreicherung der Giftstoffe in der Nahrungskette nicht nur den Meerestieren, sondern auch dem Menschen, der sich größtenteils von diesen Meerestieren ernährt.

Auch für die Wirtschaft hat dieses Müllproblem Folgen. Bei vielen Inseln, an deren Stränden Müll angeschwemmt wird, hat dies Auswirkungen auf den Tourismus. Die Kosten für die Säuberung der Strände sind hoch. Auch der Schiffsverkehr und die Fischereiwirtschaft sind betroffen, da sich größere Müllteile in den Schiffschrauben und Fischernetzen verfangen.
Eine Entfernung der Müllstrudel ist - durch die horizontale und vertikale Ausdehnung und der damit verbundenen kosten- und energieintensiven technischen Verfahren zur Trennung von Meerwasser und Kunststoffpartikeln - schwierig. Auch die anschließende Entsorgung des Mülls ist aufwendig. Die Vorrichtungen zum Sammeln der Plastikteilchen könnten zudem schädlich für Pflanzen- und Tierwelt sein. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die meisten Staaten für das Müllproblem in den Ozeanen nicht verantwortlich fühlen.
Daher sind bis jetzt globale, und auch regionale, politische oder wirtschaftliche Maßnahmen nicht in Sicht, die einerseits eine Beseitigung des Mülls regeln und andererseits Anreize zur Plastikvermeidung und Recycling geben. Dies muss unbedingt nachgeholt und geregelt werden. Desweiteren muss die Entsorgung von Müll im Meer verboten, streng kontrolliert und entsprechend geahndet werden.

Jeder einzelne Verbraucher kann durch Maßnahmen wie Müllvermeidung, richtige Müllentsorgung und Recycling zum Schutz der Meere beitragen!

Li.: 

  • Kalkreuth, Ulf (2013): Der Mensch und das Meer. [Stand:17.01.2013].
  • Museum für Gestaltung Zürich (o.J.):  Plastikmüll Strudel. [Stand: 06.05.2013] 
  • NABU (2010): Müllkippe Meer. [Stand: 06.05.2013]
  • Roberts, Callum (2013): Der Mensch und das Meer. München: Deutsche Verlags-Anstalt.
  • Scinexx (2011): Größe des pazifischen Müllstrudels übertrieben?  [Stand: 17.01.2013]
  • TTT (2013): Eine alarmierende Ausstellung über Müll in den Ozeanen. [Stand: 17.01.2013].
  • Victor,  Jean-Christophe (2011): Mit offenen Karten - Inseln aus Müll?. Strasbourg, Arte.

Autor: KATALYSE Institut

Plastikfolie

siehe Kunststoff, Polyethylen, PVC, Gartenteich.

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Pfandverpackung

Verpackungen, für die beim Kauf ein Pfand erhoben wird, das bei Rückgabe der Verpackung erstattet wird.

In der Vergangenheit handelte es sich bei P. ausschließlich um Mehrwegverpackungen. Mit der Einführung der Pfandpflicht für Getränkeflaschen aus PET (Polyethylenterephtalat, 1990) wurden auch Einwegverpackungen zu P..

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Pfandflasche

Siehe Mehrwegflasche

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Öko-Institut, Freiburg

Das Öko-Institut e.V.- Institut für angewandte Ökologie -

wurde 1977 mit dem Ziel eine, von Regierung und Industrie unabhängige Umweltforschung zum Nutzen der Gesellschaft zu betreiben, gegründet. Den Ausschlag zu dieser Entscheidung gab die Auseinandersetzung um den Bau des AKW Wyhl in Baden- Württemberg. Derzeit arbeiten ca. 95 Mitarbeiter- und innen im Institut, aus welchen für jedes Forschungsprojekt ein passendes interdisziplinäres Projektteam zusammengestellt wird. Das Anliegen des Institutes ist es, Umweltprobleme zu analysieren und zu beurteilen, auf Risiken aufmerksam zu machen und Strategien und Maßnahmen für Problemlösungen zu entwickeln und zu verwirklichen. Dabei folgt die Arbeit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und mit dem Grundsatz, dass Lösungsmodelle nur dann eine Chance haben, wenn sie ökologisch angemessen, gesellschaftlich gerechtfertigt und wirtschaftlich durchführbar sind. Darum verbindet die Forschung am Öko-Institut die Bereiche Grundlagenforschung, Konzeptionsentwicklung und Umsetzung in die Praxis.
Die Zahl der Mitglieder beträgt 4000. Das Öko-Institut arbeitet mit der Stiftung Zukunftserbe, der Forschungskooperation ökoforum, dem Verein Energie-Vision und dem Environmental Law Network International zusammen und verfügt außerdem über einen eigenen Verlag.
Die Forschungsschwerpunkte sind:
Risikoforschung: Arbeiten zu Analyse, Verständnis, Erfahrung und Kommunikation von Risiken in den Bereichen Klimaschutz, Gentechnik, Chemie und Kernenergie
Systemanalyse: Entwicklung und Evaluierung von Planungs- und Analyse-Instrumenten (z.B. Emissions- und Stoffstromanalysen), Szenarienentwicklung, Ermittlung volkswirtschaftlicher Effekte
Implementierung: Entwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Instrumenten der Umweltpolitik und des Umweltmanagements (Gesetze, Abgaben, Finanzierungsmodelle, Managementleitfäden, Beteiligung an Planungsprozessen usw.)
Konzeptentwicklung: Entwicklung von sektoralen Konzepten zur Reduzierung von Umweltauswirkungen, insbesondere beim Klimaschutz, Verkehr und Müll; ökonomische und ökologische Auswirkungen
Umweltkommunikation: Wissenschaftliche Unterstützung von Mediationsverfahren, Leitung von "Runden Tischen" und Agendaprozessen, Ausrichtung von Kongressen und Workshops, Vortragstätigkeit, institutseigene Verlagstätigkeit
Ausschuss-, Gutachter- und Beratertätigkeit: UN-Arbeitsgruppen, Bundeskommissionen, Normungsausschüsse, Antragsbegutachtung, politische Beratung.

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Auftragsforschung, v.a. für Ministerien, EU, Industrie und öffentliche Einrichtungen.

Kontakt:
Geschäftsstelle Freiburg
Postfach 6226
D-79038 Freiburg
Tel.: 0761-4 52 95-0
Fax: 0761-47 54 37
info@oeko.de
www.oeko.de

Autor: KATALYSE Institut

MVA

Abkürzung für Müllverbrennungsanlage

Siehe Müllverbrennung.

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Müllverbrennung

Bei der M. unterscheidet man die Hausmüllv. und die Sondermüllv. Bei der Verbrennung erfolgt eine möglichst vollständige Oxidation vor allen der organischen Stoffe aber auch sonst oxidierbarer Stoffe.

Die M. ist in weiten Teilen der Bevölkerung seit Jahrzehnten umstritten; angesichts der vor der Schließung stehender Mülldeponien setzt sich in vielen Regionen die M. jedoch als langfristige "Lösung" der Abfallprobleme zunehmend durch.

siehe auch Stichwörter Sondermüllverbrennungsanlage und
Abfall

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Mülltourismus

Siehe Abfalltourismus, Giftmüllexport

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Müllteppich

Siehe: Plastikmüll in den Ozeanen

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Müllstrudel

Siehe: Plastikmüll in den Ozeanen

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Müllinsel

Siehe Plastikmüll in den Ozeanen.

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Mülldeponie

siehe Stichwort Deponie

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Müll

Umgangssprachliche Bezeichnung für
Abfall.

Siehe auch Stichworte Hausmüll und
Abfall

 

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Mehrwegverpackungen

Verpackungen für mehrfachen Gebrauch

M. verbrauchen i.d.R. weniger Rohstoffe und Energie und verursachen eine geringere Abfallmenge. Durch Personaleinsparungen im Einzelhandel werden zunehmend M. verdrängt.

Siehe außerdem: Abfallgesetz, Verpackungsmüll, Einkaufstasche, Verpackungsverordnung

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