{"id":666,"date":"2015-03-17T13:50:53","date_gmt":"2015-03-17T13:50:53","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=666"},"modified":"2015-03-17T13:50:53","modified_gmt":"2015-03-17T13:50:53","slug":"geothermie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=666","title":{"rendered":"Geothermie"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-666\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-666-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-666-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-666-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-666-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-666-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>G. ist die unterhalb der festen Oberfl\u00e4che der Erde gespeicherte W\u00e4rmeenergie. Man nennt sie daher auch Erdw\u00e4rme. G. ist eine Energieform, die h\u00f6chsten Umweltanspr\u00fcchen gerecht wird. Als G. oder Erdw\u00e4rme bezeichnet man die gesamte unterhalb der festen Erdoberfl\u00e4che gespeicherte W\u00e4rmeenergie, zur\u00fcckzuf\u00fchren auf die Zeit der Erdentstehung und den st\u00e4ndigen Zerfall nat\u00fcrlicher radioaktiver Elemente in Erdmantel und Erdkruste. <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">99 Prozent unseres Planeten sind hei\u00dfer als 1.000\u00b0C und nur 0,1 Prozent sind k\u00fchler als 100\u00b0C. Je tiefer man in die Erde vordringt, um so hei\u00dfer wird es: unterhalb der oberfl\u00e4chlichen Erderw\u00e4rmung durch die Sonne nimmt die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Temperatur pro 100 Meter Tiefe 3,5 bis 4\u00b0C, in einigen Gebieten sogar zwischen 5 bis 8\u00b0C, zu. <\/p>\n<p>Aus dem Inneren der Erde flie\u00dft ein kontinuierlicher W\u00e4rmestrom zur Erdoberfl\u00e4che. Rund 30 Prozent des W\u00e4rmeenergiestroms kommt aus dem hei\u00dfen Erdkern und etwa 70 Prozent entstehen durch den st\u00e4ndigen Zerfall nat\u00fcrlicher radioaktiver <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Elemente in Erdmantel und Erdkruste. <\/p>\n<p>Mit den heute entwickelten Technologien ist es fast \u00fcberall m\u00f6glich, diese umweltfreundliche und klimaschonende Energiequelle zu nutzen. G. hat viele Vorteile:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>sie steht jederzeit, das hei\u00dft unabh\u00e4ngig von Tag und Nacht, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Klima und Jahreszeit zur Verf\u00fcgung,<\/li>\n<li>kann direkt dort erschlossen werden, wo die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Energie ben\u00f6tigt wird, dadurch entfallen lange Transportwege zum Verbraucher,<\/li>\n<li>ist nach menschlichem Ermessen unersch\u00f6pflich,<\/li>\n<li>ist eine einheimische und krisensichere Energiequelle,<\/li>\n<li>beansprucht wenig Platz und die Nutzung erfolgt ohne massive Eingriffe in Natur und Landschaft,<\/li>\n<li>hat deutlich geringere Emissionen und Umweltwirkungen als fossile Energietr\u00e4ger und kann zu einer Reduzierung des Schadstoffaussto\u00dfes beitragen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein Gro\u00dfteil unserer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Endenergie durch Erdw\u00e4rme gedeckt werden k\u00f6nnte. In Deutschland und den Nachbarl\u00e4ndern gibt es umfangreiche geothermische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Ressourcen. Heute k\u00f6nnen mit Bohrungen Tiefen von 3000 bis 5000 Meter f\u00fcr die G. problemlos genutzt werden. In dieser Tiefe findet man Temperaturen von \u00fcber 150\u00b0 C, \u00f6rtlich auch von \u00fcber 200\u00b0 C vor. <\/p>\n<p>In der Europ\u00e4ischen Union gibt es bereits fast 800 MW an geothermischer Kraftwerkskapazit\u00e4t; dazu kommen rund 5000 MW in der Nah- und Fernw\u00e4rmeversorgung, f\u00fcr W\u00e4rmelieferung in der Landwirtschaftlich usw. In fast 100.000 kleineren, dezentralen Anlagen der oberfl\u00e4chennahen G. sind in der EU etwa weitere 1000 MW installiert, der gr\u00f6\u00dfte Teil davon in Schweden, Deutschland und \u00d6sterreich. 1999 lieferten die in Deutschland installierten geothermischen Anlagen rund 400 MWth, davon etwa 340 MWth in kleinen, dezentralen Systemen unter 100 kW. <\/p>\n<p>Mit den heute bekannten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Ressourcen der hydrothermalen G. k\u00f6nnten etwa 29 Prozent des deutschen W\u00e4rmebedarfs, mit denen oberfl\u00e4chennahen G. noch einmal etwa 28 Prozent gedeckt werden. <br \/>Bei der W\u00e4rmeversorgung mit geothermischer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Energie ist ein wirtschaftlicher Betrieb auch bei heutigen Energiepreisen zu erwarten. Auch die Geb\u00e4ude des Berliner Bundestages (Reichstagsgeb\u00e4ude und umgebende B\u00fcrobl\u00f6cke) nutzen oberfl\u00e4chennahe G. im Rahmen der W\u00e4rme- und K\u00e4lteversorgung. Ein wissenschaftliches Begleitprogramm wertet in den n\u00e4chsten Jahren die Erfahrungen dieses weltweit einmaligen Energiekonzeptes aus.<\/p>\n<p>Die verschiedenen Nutzungsformen der G.:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>In vulkanischen Regionen nutzt man die Dampf- oder Hei\u00dfwasserlagerst\u00e4tten.<\/li>\n<li>Wasserf\u00fchrende Schichten (Aquifere) gibt es in vielen Bereichen der Erdkruste Man teilt sie ein in hei\u00dfe (\u00fcber 100 \u00b0C), warme (40 bis 100 \u00b0C), oder solche mit Niedrigtemperaturwasser (25 bis 40 \u00b0C). <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Wasser mit einer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Temperatur ab 20 \u00b0C gilt als Thermalwasser. Anlagen, die das Energieangebot dieser Schichten nutzen, z\u00e4hlt man zur hydrothermalen G. In Deutschland gibt solche Bereiche z. B. in der Norddeutschen Tiefebene zwischen der polnischen und der niederl\u00e4ndischen Grenze, im Oberrheintal und in S\u00fcddeutschland zwischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Donau und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Alpen oder etwa auf der Schw\u00e4bischen Alb. Ab etwa 100 \u00b0C lassen sich Aquifere auch zur Stromerzeugung nutzen.<\/li>\n<li>Hot-Dry-Rock-Kraftwerke kommen zuk\u00fcnftig auch ohne unterirdische Hei\u00dfdampflagerst\u00e4tten aus. Sie produzieren <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Strom und W\u00e4rme auch aus hei\u00dfem, trockenen Gestein. Die Grundlagen dieser Technologie sind entwickelt. Pilotkraftwerke k\u00f6nnen errichtet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oberfl\u00e4chennahe G. nutzt das Temperaturangebot im Bereich unterhalb der Erdoberfl\u00e4che bis etwa 400 Meter, zum Heizen meist in Verbindung mit einer W\u00e4rmepumpe. Man kann den Untergrund aber auch direkt als Quelle f\u00fcr Klimak\u00e4lte nutzen und spart dabei aufwendige K\u00e4lteerzeugung.<\/p>\n<p>Unter den erneuerbaren Energien nimmt die G. wegen ihrer Eigenschaften eine besondere Stellung ein: Sie steht unabh\u00e4ngig von Witterung, Tag- und Nachtzeiten immer bedarfsgerecht zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>Im Mai 2000 ist Deutschland dem G.-Abkommen der Internationalen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Energie-Agentur beigetreten. Das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Technologie (BMWi) f\u00f6rdert die G. Forschung von 2001 bis 2003 mit rund 12 Millionen Euro und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><br \/><\/span>EEG) garantiert f\u00fcr die Einspeisung von Geostrom eine Mindestverg\u00fctung. In Deutschland geh\u00f6rt das GeoForschungsZentrum Potsdam in Gro\u00df-Sch\u00f6nebeck zu den f\u00fchrenden Forschungseinrichtungen.<\/p>\n<p>Siehe auch: Geothermische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Energie.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-666-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-666-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-666-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G. ist die unterhalb der festen Oberfl\u00e4che der Erde gespeicherte W\u00e4rmeenergie. Man nennt sie daher auch Erdw\u00e4rme. G. ist eine Energieform, die h\u00f6chsten Umweltanspr\u00fcchen gerecht wird. 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