{"id":6365,"date":"2015-11-30T14:21:25","date_gmt":"2015-11-30T14:21:25","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=6365"},"modified":"2015-11-30T14:21:26","modified_gmt":"2015-11-30T14:21:26","slug":"polyethylen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=6365","title":{"rendered":"Polyethylen"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-6365\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-6365-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-6365-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-6365-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6365-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-6365-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Polyethylen (Kurzzeichen: PE, fr\u00fcher auch Poly\u00e4thylen, manchmal als Polyethen bezeichnet) ist ein thermoplastischer Kunststoff mit wachsartiger Oberfl\u00e4che, der zu der Gruppe der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox50\"><\/span>Polyolefine geh\u00f6rt und durch <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Polymerisation des Monomers <span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Ethen [CH2 = CH2] hergestellt wird.<\/b><\/p>\n<p><b>I. Geschichte<\/b><br \/>Polyethylen wurde 1898 von dem deutschen Chemiker von Pechmann synthetisiert und erstmals 1933 mit Hilfe der Hochdruckpolymerisation von ICI-England industriell hergestellt. 1953 wurde das nach den Erfindern benannte Ziegler-Natta-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox41\"><\/span>Katalysator-Verfahren entwickelt, das eine <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Polymerisation von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Ethylen auch ohne hohen Druck erm\u00f6glicht. 1963 wurden die Erfinder daf\u00fcr mit dem Nobelpreis der Chemie ausgezeichnet.<\/p>\n<p><b>II. Herstellung<\/b><br \/>Polyethylen (Kurzzeichen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox31\"><\/span>PE, nach <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>DIN 7728-1: 1988-01, Englisch: polyethylenes) ist eine fast unendliche Kette von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen, die je nach Dichte unterschiedliche Eigenschaften aufweist. Ausgangssubstanz ist das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox45\"><\/span>Gas <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Ethylen, welches aus Erd\u00f6l und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox44\"><\/span>Erdgas gewonnen wird. Ein nat\u00fcrlich vorkommendes Polyethylen ist das Elaterit.<\/p>\n<p>Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Polymerisation kann bei Druck von 1400 bis zu 3000 bar und Temperaturen zwischen 100 und 300\u00b0C mit Hilfe von Katalysatoren (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Sauerstoff oder Peroxide) oder bei niedrigem Druck (1 bis 50 bar) und bei Temperaturen von 20\u00b0C bis 150\u00b0C) an heterogenen Katalysatoren (Titantetrachlorid und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox37\"><\/span>Aluminium- oder Magnesiumalkylen) erfolgen. <\/p>\n<p>Je nach Art der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Polymerisation erh\u00e4lt man Polyethylen niedriger Dichte bzw. Niedrigdruck-Polyethylen (Low Density: LD-PE) und Polyethylen hoher Dichte bzw. Hochdrcu-Polyethylen (High Density: HD-PE), die unterschiedliche Eigenschaften f\u00fcr verschiedene Einsatzzwecke bieten. <\/p>\n<p><b>III. Eigenschaften<\/b><br \/>Polyethylen hat eine sehr geringe Wasserdampfdurchl\u00e4ssigkeit; die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Diffusion von Gasen, Aromastoffen und etherischen \u00d6len ist hingegen relativ hoch. Polyethylen hat eine gute Z\u00e4higkeit, niedrige Festigkeit und H\u00e4rte, sehr gute Chemikalienfestigkeit, aber eine Neigung zur Rissbildung bei Spannung und eine geringe Temperaturfestigkeit und kann bei Temperaturen von \u00fcber 80\u00b0 C nicht eingesetzt werden und ist bis ca. \u221250\u00b0C\u00a0 k\u00e4ltefest. Seine niedrige Dichte reicht von 0,915 bis 0,965 g\/cm\u00b3.<\/p>\n<p>Polyethylen ist in L\u00f6sungsmitteln erst ab 60 \u00b0 C l\u00f6slich.\u00a0 Bestimmte <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Kohlenwasserstoffe f\u00fchren zu einer Quellung. Je nach Dicke ist Polyethylen milchig wei\u00df bis transparent opak.\u00a0<\/p>\n<p>Produkte mit h\u00f6herer Molmasse besitzen eine bessere Festigkeit und Streckbarkeit; man erkennt sie an der Bezeichnung High Molecular Weight (<i><\/i>HMW-LDPE).<\/p>\n<p>Durch Copolymerisation von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Ethylen beispeislweise mit Buten und Octen kann der Verzweigungsgrad der hergestellten Polyethylene reduziert werden. Diese Copolymere werden als <i><\/i>Linear Low Density Polyethylene (LLDP) bezeichnet.\u00a0<\/p>\n<p>Die Vorteile von Polyethylen liegen v.a. in der Geruchs- und Geschmacksneutralit\u00e4t, hohen Transparenz, leichten Verarbeitung, sehr guten Verschwei\u00dfbarkeit, langer Lebensdauer, hoher Belastbarkeit sowie der Lebensmittelechtheit und Recyclbarkeit.<\/p>\n<p><b>IV. Marktsituation<\/b><br \/>Polyethylen ist mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent der Massenkunststoff weltweit (ca. 52 Mio. Tonnen) und auch in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox39\"><\/span>Europa und Deutschland der am h\u00e4ufigsten produzierte Kunststoff. Die Produktionsmenge in Deutschland betr\u00e4gt fast 2 Mio. Tonnen.<\/p>\n<p>Unter folgenden Handelsnamen wird Polyethylen u.a. weltweit vertrieben: Hostalen, Lupolen, Vestolen und Trolen. Seit etwa 1957 wird Polyethylen vor allem in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox46\"><\/span>Gas- und Wasserleitungen und ist als Rohstoff in der Verpackungsindustrie weit verbreitet. Polyethylen findet auch Einsatz f\u00fcr die Herstellung von Spielwaren, M\u00fclltonnen, diverse Gef\u00e4\u00dfen, Kabelummantelungen, Kunststofffolien und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Beschichtungen f\u00fcr <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Verbundverpackungen.<\/p>\n<p>Aus <span id=\"AutoLinkDescriptionBox32\"><\/span>PE-HD k\u00f6nnen durch Spritzguss- und Extrusionsverfahren beispielsweise Gef\u00e4\u00dfe und Rohre produziert werden. Durch das Extrusionsblasverfahren k\u00f6nnen aus <span id=\"AutoLinkDescriptionBox33\"><\/span>PE-LD und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox34\"><\/span>PE-LLD Folien (M\u00fclls\u00e4cke, Schrumpffolien, Landwirtschaftsfolien usw.) hergestellt werden. Polyethylen kann einfach recyclt werden, weshalb es Sinn macht ihn aus dem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox47\"><br \/> <\/span>Abfall zu separieren oder sortenrein zu erfassen, wie etwa bei Folien, die in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox48\"><\/span>Landwirtschaft verwendet werden.<\/p>\n<p><b>V. <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Umwelt und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Gesundheit <\/b><br \/>Da das Monomer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Ethylen ungiftig ist, ergibt sich bei Polyethylen f\u00fcr den Verbraucher kein gesundheitliches Problem durch Restmonomergehalte. Polyethylen gilt als gesundheitlich unbedenklich. Toxikologisch bedenklich k\u00f6nnen je nach Einsatz die dem Polyethylen zugesetzten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox40\"><\/span>Additive sein. Im Vergleich zu anderen Kunststoffen wie beispielsweise <span id=\"AutoLinkDescriptionBox49\"><\/span>PVC ist der Anteil an Additiven in Polyethylen mit durchschnittlich etwa 5 Prozent jedoch gering.<\/p>\n<p>Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung hat im Februar 2005 keine Bedenken gegen die Verwendung von Polyethylen bei der Verwendung im Lebensmittebereich und bei der Herstellung von Bedarfsgegenst\u00e4nden ge\u00e4u\u00dfert. Welche Voraussetzungen f\u00fcr eine Unbedenklichkeit nach \u00a75 Abs. 1 Nr. 1 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenst\u00e4ndegesetzes erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, k\u00f6nnen Sie auf der Homepage des Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung: Materialien f\u00fcr den Kontakt mit Lebensmitteln\u00a0nachlesen. <\/p>\n<p>Polyethylen ist biologisch so gut wie nicht abbaubar und wird damit durch UV-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox42\"><\/span>Licht, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox38\"><\/span>Mikroorganismen und Abbauprozesse in B\u00f6den und Deponien kaum oder nicht zersetzt. Auch ist Polyethylen sehr best\u00e4ndig gegen\u00fcber S\u00e4uren, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Laugen und anderen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox36\"><\/span>Chemikalien.<\/p>\n<p>Bei der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Verbrennung von Polyethylen \u2013 das reinen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Kohlenstoff darstellt - entstehen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Kohlendioxid, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Kohlenmonoxid, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox35\"><\/span>Wasser und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox43\"><\/span>Stickoxide. Insgesamt gehen von Polyethylen und seinen Produkten kaum Gefahren f\u00fcr <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Umwelt und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Gesundheit aus. <\/p>\n<p>Wegen seiner h\u00e4ufigen Verwendung im Verpackungsbereich beispielsweise als Einkaufst\u00fcte steht Polyethylen f\u00fcr die Wegwerfgesellschaft. Polyethylen schneidet jedoch im \u00f6kologischen Vergleich mit anderen Kunststoffen und Materialien im Verpackungsbereich h\u00e4ufig gut ab.<\/p>\n<p><b>VI. Material-Daten<br \/><\/b>Hier finden Sie die Datenbank \"Kunststoffempfehlungen\" des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung (BfR) mit Empfehlungen f\u00fcr<\/p>\n<ul>\n<li>Polyethylen (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>CAS-Nummer: 009002-88-4)<\/li>\n<li>Polyethylen, chlorsulfoniert (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>CAS-Nummer: 068037-39-8)<\/li>\n<li>Pfropfcopolymerisat aus Polyethylen und Maleins\u00e4ureanhydrid<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>VII. Literatur und Quellen<\/b><\/p>\n<p>Das KATALYSE <i>Umweltlexikon<\/i>, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und st\u00e4ndig erweitert als <i>Online-Umweltlexikon.de<\/i>, KATALYSE Institut, K\u00f6ln 2006<\/p>\n<p>Bahadir, M.\/Parlar,H.\/Spiteller, M.: <i>Springer Umweltlexikon<\/i>; Springer Verlag, Hamburg 2000<\/p>\n<p>Baier, E.: <i>Umweltlexikon<\/i>; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002\u00a0<\/p>\n<p>Karcher, R.\u00a0 Jakubke, H.: <i>Lexikon der Chemie<\/i>;\u00a0 Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998<\/p>\n<p>R\u00f6mpp, H.\/Falbe, J.\/Regitz, M .: <i>R\u00f6mpp Lexikon Chemie<\/i>, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999<\/p>\n<p>Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-6365-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-6365-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6365-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Polyethylen (Kurzzeichen: PE, fr\u00fcher auch Poly\u00e4thylen, manchmal als Polyethen bezeichnet) ist ein thermoplastischer Kunststoff mit wachsartiger Oberfl\u00e4che, der zu der Gruppe der Polyolefine geh\u00f6rt und durch Polymerisation des Monomers Ethen [CH2 = CH2] hergestellt wird.I. 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