{"id":6266,"date":"2015-11-27T12:03:54","date_gmt":"2015-11-27T12:03:54","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=6266"},"modified":"2015-11-27T12:03:54","modified_gmt":"2015-11-27T12:03:54","slug":"phosphate","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=6266","title":{"rendered":"Phosphate"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-6266\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-6266-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-6266-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-6266-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6266-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-6266-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Im engeren Sinne Bezeichnung f\u00fcr <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Salze der einfachen Phosphors\u00e4ure (Orthophosphors\u00e4ure H3PO4).<\/b><\/p>\n<p>Umgangssprachlich werden so aber auch die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Salze h\u00f6herer, d.h. l\u00e4ngerkettiger Phosphors\u00e4uren bezeichnet. Herausragende Bedeutung haben die P. als D\u00fcngemittel in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Landwirtschaft, doch finden sich weitere zahlreiche Anwendungen, so in der Lebensmitteltechnologie (z.B. als Backpulver, Schmelzsalze), F\u00e4rberei, Metallverarbeitung, Papierfabrikation etc. Der fr\u00fcher bedeutende Einsatz des Pentanatriumtri-P. als Ger\u00fcststoff in Wasch- und Reinigungsmitteln ist dagegen unter dem Eindruck des Eutrophierungs-Problems und den daraus resultierenden Einsatzbeschr\u00e4nkungen in den Industriestaaten stark r\u00fcckl\u00e4ufig.<br \/>Die nationalen Strategien zur Erreichung einer P.-Reduzierung waren unterschiedlich: Sie reichten vom P.-Verbot in Waschmitteln wie in der Schweiz und Norwegen \u00fcber Einsatzbeschr\u00e4nkungen z.B. in Deutschland und \u00d6sterreich (Phosphath\u00f6chstmengenverordnung) bis hin zu Industrievereinbarungen (Beispiel Niederlande, wo sich die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Industrie bis 1990 zum vollst\u00e4ndigen P.-Ersatz in Waschmitteln verpflichtete).<br \/>W\u00e4hrend f\u00fcr deutsche Haushaltswaschmittel die P.-Substitution abgeschlossen ist, verbleiben noch allerdings mengenm\u00e4\u00dfig wesentlich kleinere Einsatzbereiche von P. in gewerblichen Produkten und v.a. bei Maschinen-Sp\u00fclmitteln. Die P.-Belastung der Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser aus Wasch- und Reinigungsmitteln ist drastisch zur\u00fcckgegangen, so dass heute der Anteil anderer Belastungsquellen zunehmend in den Vordergrund tritt.<br \/>Entsprechend haben sich in den 80er Jahren die P.-Gehalte und -Frachten in deutschen Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern verringert. Lag noch 1978-81 die Gesamt-P.-Fracht im Rhein an der Me\u00dfstelle Lobith (deutsch-niederl\u00e4ndische Grenze) stabil bei knapp 1,5 kg\/s Phosphor, war diese 1989 auf fast 0,6 kg\/s Phosphor abgesunken, was einer Gesamtphosphatkonzentration von 0,33 mg\/l entsprach (laut RIWA-Jahresbericht 1989).<br \/>Dagegen war in Fl\u00fcssen wie der Mosel, deren Einzugsgebiet zu einem erheblichen Teil in L\u00e4ndern ohne gesetzliche P.-Regulierung liegt, bis 1986 keine Abnahme der P.-Konzentration festzustellen.<br \/>Angesichts der bedrohlichen Eutrophierung der kontinentalen K\u00fcstengew\u00e4sser reicht die P.-Substitution in Wasch- und Reinigungsmitteln nicht aus. Stammten noch 1950 um 15% des in die Randmeere eingetragenen Phosphors aus <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Luftverschmutzung, Einleitungen und v.a. den Fl\u00fcssen, waren es 1980 53%. Auf der 2. Internationalen Nordseeschutzkonferenz 1987 und der Ministerkonferenz der Ostseeanrainerstaaten 1988 wurde daher grunds\u00e4tzlich beschlossen, die Schad- und N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in Nord- und Ostsee bis 1995 um 50% zu verringern (bezogen auf 1985). In Umsetzung dieser Zielvorgabe wurde bez\u00fcglich des Gesamtphosphoreintrags aus Kl\u00e4ranlagen (Abwasserreinigung) ein Grenzwert von 2 mg\/l Phosphor (bei Anlagenkapazit\u00e4ten ab 20.000 Einwohnergleichwerten (EW)) und 1 mg\/l Phosphor (ab 100.000 EW) verabschiedet. Diese Mindestanforderungen sind in den Anhang 1 der Allgemeinen Rahmen-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Verwaltungsvorschrift \u00fcber Mindestanforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gew\u00e4sser eingeflossen und finden sich in \u00e4hnlicher Weise in der EG-Richtlinie 92\/271 wieder, welche allerdings erst bis zum Jahre 2005 vollst\u00e4ndig umgesetzt werden muss.<br \/>Die Einhaltung dieser <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Grenzwerte erfordert den Aufbau einer dritten Reinigungsstufe in den betroffenen Kl\u00e4ranlagen, da die P.-Elimination der heute noch \u00fcberwiegenden zweistufigen, mechanisch-biologischen mit 39% gegen\u00fcber 90% nicht ausreicht. Eine \u00e4hnliche P.-Eliminierung kann durch eine Kl\u00e4rgrube (80%) erzielt werden.<br \/>Angesichts dieser Entwicklung zu fl\u00e4chendeckender P.-F\u00e4llung wurden in j\u00fcngster Zeit Stimmen laut, P. wieder als Ger\u00fcststoff in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Waschmittel einzuf\u00fchren, um problematischen Phosphatersatzstoffen aus dem Weg zu gehen. Soweit dies <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Nitrilotriacetat (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>NTA) betrifft, besteht kein Handlungsbedarf, da es in Deutschland praktisch nicht in Waschmitteln verwendet wird. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Polycarboxylate sind zwar nicht biologisch abbaubar, ob von ihnen aber sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse ausgehen, ist im Gegensatz zum P. umstritten. Vom <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Zeolith A und Citrat gehen nach \u00fcbereinstimmender Ansicht keine nennenswerten Gefahren aus.<br \/>Andererseits m\u00fcssten bei Wiedereinf\u00fchrung der P.-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Waschmittel die heute erreichten niedrigen Dosierungsempfehlungen (nur noch etwa die H\u00e4lfte der Mitte der 80er Jahre \u00fcblichen) zumindest teilweise wieder angehoben werden.<br \/>Weiterhin gelten die scharfen P.-Einleitungswerte nur f\u00fcr mittlere und gr\u00f6\u00dfere Kl\u00e4ranlagen ab 20.000 Einwohner. Allein in Westdeutschland gibt es 7.915 kleinere Kl\u00e4ranlagen, die das Abwasser von rd. einem F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung behandeln (Stand 1987). Bei einer R\u00fcckkehr zu P.-Waschmitteln w\u00fcrde der derzeitige Eintrag von 8.600 t\/Jahr Phosphor aus diesen Anlagen auf 20.500 t\/Jahr steigen.<br \/>In Ostdeutschland m\u00fcssen \u00fcberhaupt erst einmal Kl\u00e4ranlagen gebaut bzw. saniert werden. Schlie\u00dflich sind auch 6% der Bewohner der alten Bundesl\u00e4nder nicht an die \u00f6ffentliche Kanalisation angeschlossen und weitere Anteile Mischabwasser (Abwasser und Regenwasser) gehen ohne Kl\u00e4rung in die Vorfluter. <br \/>Dringend erforderliche Ma\u00dfnahmen bleiben daher:<br \/>- Beibehaltung der P.-Substitution in Waschmitteln und Ausdehnung auf alle <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><br \/> <\/span>Reinigungsmittel (Maschinensp\u00fclmittel)<br \/>- Verminderung der P.-Belastung durch die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Landwirtschaft<br \/>- Erh\u00f6hung des Anschlu\u00dfgrades an \u00f6ffentliche Abwasseranlagen und der Mischwasserr\u00fcckhaltung<br \/>- weiterer Ausbau der P.-Elimination in Kl\u00e4ranlagen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-6266-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-6266-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6266-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im engeren Sinne Bezeichnung f\u00fcr Salze der einfachen Phosphors\u00e4ure (Orthophosphors\u00e4ure H3PO4).Umgangssprachlich werden so aber auch die Salze h\u00f6herer, d.h. l\u00e4ngerkettiger Phosphors\u00e4uren bezeichnet. 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