{"id":6078,"date":"2015-11-17T14:17:29","date_gmt":"2015-11-17T14:17:29","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=6078"},"modified":"2015-11-17T14:17:29","modified_gmt":"2015-11-17T14:17:29","slug":"oekologie-und-volkswirtschaftslehre","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=6078","title":{"rendered":"\u00d6kologie und Volkswirtschaftslehre"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-6078\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-6078-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-6078-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-6078-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6078-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-6078-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Theoriegeschichtliches: Am Beginn der neuzeitlichen Theoriebildung in der \u00d6konomie stand die physiokratische These der Produktivit\u00e4t der Natur.<\/b><\/p>\n<p>Sie dr\u00fcckt aber lediglich eine Vorahnung der industriellen Ausbeutung der Natur im Gewande der landwirtschaftlichen Produktion aus. Mit der Vervielf\u00e4ltigung der industriellen Bet\u00e4tigungsweisen tritt daher in der \u00f6konomischen Klassik die menschliche Sch\u00f6pferkraft, die Arbeit, in den Mittelpunkt der Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Entstehen \u00f6konomischen Reichtums. Die nat\u00fcrlichen Bedingungen des Produzierens stellen in dieser Perspektive nur eine marginale Beschr\u00e4nkung dar, denn alles erscheint prinzipiell machbar. Diese nat\u00fcrlichen Beschr\u00e4nkungen werden in der neoklassischen Theorierichtung in der Folgezeit zu einem ganz anderen Weltbild verallgemeinert: hier sind alle verf\u00fcgbaren G\u00fcter - egal ob nat\u00fcrlich gegeben oder menschlich produziert - unzureichend gegen\u00fcber den unbegrenzten W\u00fcnschen des <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Konsumenten; sie sind \"knapp\". Diese Knappheiten anzuzeigen und ihnen entsprechend die G\u00fcter optimal (um)zuverteilen, ist die Aufgabe der Preise bzw. des Marktes. In diesem bis heute vorherrschenden Theorierahmen wird auch die mit der neuzeitlichen Industrialisierungsdynamik verbundene Zerst\u00f6rung der \u00f6kologischen Lebensgrundlagen behandelt.<br \/>Umwelt\u00f6konomie: Grundlage der Umwelt\u00f6konomie ist das Heranziehen von unterschiedlichen Instrumentarien der \u00f6konomischen Analyse f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung des Problems der \"knapp\" gewordenen Naturg\u00fcter. Denn durch die Nutzung dieser G\u00fcter wird das von dieser Theorierichtung bevorzugte Marktoptimum gest\u00f6rt. Hier wird zum einen auf das von A. Marshall aufgebrachte Konzept der \"externen Effekte\" zur\u00fcckgegriffen: der Beobachtung, dass es jenseits des Marktgeschehens eine direkte Beeinflussung zwischen den Wirtschaftsakteuren gibt (sei es als direkte Sch\u00e4digung, sei es als direkte Beg\u00fcnstigung). Um die dadurch entstehenden Verzerrungen zu beseitigen, m\u00fcssen die externen Effekte wieder \"internalisiert\" werden: Die mit der Umweltnutzung verbundenen Sch\u00e4digungen Dritter (Beispiel Gesundheitssch\u00e4den durch <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Emission spezieller Stoffe) m\u00fcssen durch preis\u00e4hnliche Regelungen direkt beim Verursacher dieser Sch\u00e4digungen veranschlagt werden. Zum anderen m\u00fcssen nat\u00fcrliche G\u00fcter, die privat verf\u00fcgbar sind (Beispiel Erzvorrat im <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Boden), im Zeitverlauf einer Preissteigerung unterworfen werden, die f\u00fcr ihre Eigent\u00fcmer Ertr\u00e4ge erbringt, die mindestens der Kapitalverzinsung entspricht (Hotelling-Regel). Wenn diese Bedingung gegeben ist, liegt in der Sicht dieser Theorie eine optimale Nutzung der entsprechenden <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Ressourcen vor. Beide Problemkreise der Umwelt\u00f6konomie h\u00e4ngen miteinander zusammen, wenn etwa die externen Sch\u00e4digungen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum wirken oder wenn mit dem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Abbau der privaten Ressource Sch\u00e4digungen Dritter verbunden sind. Die Behandlung dieser komplexeren umwelt\u00f6konomischen Probleme steckt aber noch in den Anf\u00e4ngen.<br \/>Ausblick: W\u00e4hrend in der Umwelt\u00f6konomie die Natur als ein (lineares) Gut aufgefa\u00dft wird, weist die moderne \u00d6kologie gerade darauf hin, da\u00df die nat\u00fcrlichen Grundlagen des Wirtschaftens selbst ein Produktions- und Verteilungssystem darstellen, das nach eigenen (nichtlinearen) Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten funktioniert. Dem entspricht eine grunds\u00e4tzliche Unsicherheit \u00fcber die (\u00f6konomischen)Folgen der menschlichen Nutzung dieser Grundlagen. Die Informationsbeschaffung und -verteilung wird also zu einer weiteren bisher kaum thematisierten Problemkomponente der Umweltnutzung. Diese \"realen\" Schwierigkeiten haben in zweifacher Hinsicht eine \u00d6ffnung des umwelt\u00f6konomischen Horizonts zur Folge.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-6078-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-6078-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-6078-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theoriegeschichtliches: Am Beginn der neuzeitlichen Theoriebildung in der \u00d6konomie stand die physiokratische These der Produktivit\u00e4t der Natur.Sie dr\u00fcckt aber lediglich eine Vorahnung der industriellen Ausbeutung der Natur im Gewande der landwirtschaftlichen Produktion aus. 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