{"id":5776,"date":"2015-11-11T16:19:11","date_gmt":"2015-11-11T16:19:11","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5776"},"modified":"2016-03-29T10:59:09","modified_gmt":"2016-03-29T10:59:09","slug":"evolution","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5776","title":{"rendered":"Evolution"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5776\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5776-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5776-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-5776-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5776-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-5776-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Als Evolution bezeichnet man die kontinuierliche Entwicklung der Lebensformen in der Natur.<\/p>\n<p><\/strong>Die Fortpflanzung von Lebewesen ist Beitrag zum <em>Genpool<\/em> (Gesamtheit aller Gene einer Art) der n\u00e4chsten Generation. Durch<em> fittere,<\/em> also besser angepasste und damit in der Fortpflanzung erfolgreichere Individuen werden Gene weitervererbt, die sich in den folgenden Generationen wiederfinden.\u00a0 <br \/> Der individuelle <em>Genotyp<\/em> (Gesamtheit aller Gene eines Organismus) bestimmt <em>ph\u00e4notypische<\/em> und <em>ethologische<\/em> Unterschiede zwischen Lebewesen.<\/p>\n<p>Beispiele: Ein ethologischer Unterschied kann sein, dass ein B\u00e4r wasserscheu ist, w\u00e4hrend ein anderer Artgenosse am Tag vier Stunden im Wasser bleibt. Ph\u00e4notypische Unterschiede sind unter anderen Felll\u00e4nge, Krallenl\u00e4nge, Muskulatur usw.<\/p>\n<p>Diese Unterschiede sind wichtig f\u00fcr das \u00dcberleben und die Fortpflanzung einzelner Individuen. Deshalb verbreiten sich nur die Gene weiter, dessen Vehikel (Organismus\/Lebewesen) am besten an die Umgebung angepasst ist. Dadurch verschwinden einige unn\u00fctze Gene aus dem Genpool, die zu keinem Vorteil in Bezug auf \u00dcberleben und Fortpflanzen f\u00fchren (Selektion). Gene, durch die Vorteile im Konkurrenzkampf entstehen, werden von der <em>nat\u00fcrlichen <\/em>aber auch<em> sexuellen oder parentalen Selektion<\/em> bevorzugt und von den \u00dcberlebenden an die n\u00e4chste Generation weitergegeben. <em>Mutationen und Rekombination<\/em> der Gene sorgen f\u00fcr neue Eigenschaften der Lebewesen, da Lebewesen der Tochtergeneration sich der Elterngeneration \u00e4hneln, jedoch nicht identisch sind (Rekombination durch Paarung und Mutation durch Mutagene).<\/p>\n<p><em>Genetische Aktivit\u00e4ten<\/em> und die Umwelt (<em>Selektionsdruck<\/em>) sind also die zwei wichtigsten Einflussfaktoren f\u00fcr den evolution\u00e4ren Wandel.<\/p>\n<p><strong>Alle Lebewesen haben einen gemeinsamen Vorfahren.<\/strong> <br \/>Unser Genom (im Chromosomensatz gespeicherte Erbanlage) ist zu \u00fcber 95% identisch mit dem der Schimpansen (<em>Pan troglodytes<\/em>), da dieser und wir (<em>Homo sapiens<\/em>) den n\u00e4chsten gemeinsamen Vorfahren haben.<\/p>\n<p>Wie kommt es also, dass wir und der Schimpanse sich in so vielen Dingen Unterscheiden?<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcssen wir ersteinmal verstehen, dass bis zu <strong>97%<\/strong> des Genom sich im <em>Intron<\/em> befindet, dem <em>nicht codierten Bereich<\/em>, welcher nicht der Proteinbildung dient\u00a0und ist somit f\u00fcr den sp\u00e4teren K\u00f6rperbau des Organismus nicht relevant.\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiterer Grund ist etwas komplizierter, sollte aber dennoch erl\u00e4utert werden:\u00a0<br \/>Gen A f\u00fcr X beim Menschen ist nicht unbedingt Gen A f\u00fcr X beim Schimpansen.\u00a0(A,B=dessen ph\u00e4notypische Auswirkung, X,Y=Situation\/Verhalten\/etc.).<br \/> Gen A \u201ef\u00fcr\u201c X, kann auch Gen B \u201ef\u00fcr\u201c Y sein. Wenn z.B. Gen A daf\u00fcr sorgt, dass eine Tierart nicht auf Grund von Austrocknung stirbt, so muss es nichts \u00fcber das Gen aussagen. Es k\u00f6nnte sich um eine zuf\u00e4llige Korrelation handeln, denn Gen A k\u00f6nnte das Verhalten bestimmen, was gegen das Austrocknen wirkt, andererseits k\u00f6nnte es (Gen A) aber auch ph\u00e4notypische Merkmale, wie z. B. f\u00fcr eine dickere Hautmembran oder inaktiviere Harnblase codieren, was auch vor der Austrocknung sch\u00fctzt. In einer anderen Tierart, die keiner Austrocknung als Existenzangst mehr gegen\u00fcbersteht (da es sich evolviert hat), wird dieses dennoch vorhandene Gen (A) in Bezug auf die ph\u00e4notypischen Auswirkung sinnlos und wird selektiert (, oder in den nicht codierten Intron-Bereich verschoben). Soetwas kann viele Gr\u00fcnde haben, z. B. ein <em>Outlaw-Gen<\/em>, oder die nat\u00fcrliche\/<em>k\u00fcnstliche Auslese<\/em>.<br \/>Anstelle von Gen A \u201ef\u00fcr\u201c X wird es ein Gen f\u00fcr etwas anderes (z. B. Gen A \u201ef\u00fcr\u201c Y), oder aber es wird durch eine Deletion, Autosom-Mutation oder eine andere Mutationsart zu einem Gen B \u201ef\u00fcr\u201c X, weil sich die Umweltbedingungen (und damit der <em>Selektionsdruck<\/em>) ge\u00e4ndert haben. In den letzten beiden F\u00e4llen w\u00e4ren es Mutationen, die einem Organismus, der Art (oder gar sich selbst) einen Vorteil verschafft haben. Zu erw\u00e4hnen ist, dass solche F\u00e4lle aber Ausnahmen sind, denn Mutationen wirken sich h\u00e4ufig negativ aus.<br \/>Fazit ist:\u00a0\u00dcbereinstimmende Gene m\u00fcssen nicht f\u00fcr genau eine bestimmte Sache codieren, selbst wenn die Basenfolge genau gleich ist.<br \/>F\u00fcr eine einfache Mutation ben\u00f6tigt man blo\u00df sieben <em>Mutagene<\/em>. Zu Mutagenen z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Akridinfarbstoffe<\/li>\n<li>Basenanaloga<\/li>\n<li>Bromuracil<\/li>\n<li>Chemikalien<\/li>\n<li>energiereiche (UV-)Strahlen<\/li>\n<li>Industrieabgase<\/li>\n<li>Klimafaktoren<\/li>\n<li>physikalische Einwirkungen<\/li>\n<li>radioaktive Strahlung<\/li>\n<li>Fehler in der Replikation der DNA<\/li>\n<li>R\u00f6ntgenstrahlen<\/li>\n<li>salpetrige S\u00e4ure<\/li>\n<li>Teerstoffe<\/li>\n<\/ul>\n<p>G\u00e4be es keine Enzyme, die die allermeisten genetischen Sch\u00e4den sofort beheben w\u00fcrden, w\u00e4re Leben unm\u00f6glich, denn unsere DNA mutiert die ganze Zeit. In der <em>Embryogenese<\/em>, (also w\u00e4hrend der <em>Ontogenese)<\/em> reicht eine Mutation (selbst eine Punktmutation, die sich nur auf eine einzelne Base auswirkt) aus, um schwerste bis zu t\u00f6dliche Sch\u00e4den als Folge zu tragen. Dies gilt bei den sogenannten Struktur-Genen und <em>Hox-Genen<\/em>. Wir Menschen besitzen 13 Hox-Gene, welche ein Gencluster in der <em>Morphogenese, <\/em>d.h. Entstehung der Form darstellen. Hierbei soll klar werden, wie leicht sich durch die ontogenetischen Mutationen, die ganze Morphogenese (und damit der K\u00f6rperbau der zuk\u00fcnftigen Nachkommen) ver\u00e4ndern werden kann. <br \/>Beste Beispiele sind <em>Mosaikformen<\/em>, die z.B. eine neue Fortbewegungsm\u00f6glichkeit erworben oder verloren haben. Die bekannteste solche Mosaikform unter dem Taxon: <em>Australopithecus afarensis<\/em>, wurde getauft als Lucy. Sie ist das vollst\u00e4ndigste Fossil dieser Art, die die Bipedie (den aufrechten Gang) zumindest als echte Alternative in die Familie der Primaten eingef\u00fchrt hat. Lucy ist h\u00f6chstwahrscheinlich unsere direkten Vorfahrin oder zumindest ein sehr naher Verwandter von diesen. Die direkten Vorfahren der Schimpansen, wurden hingegen noch nicht als Fossil gefunden, da im nassen Laub keine Fossilien entstehen k\u00f6nnen, bzw. die Fossilisation hier noch viel unwahrscheinlicher wird. Das ist der Grund wieso wir in Laub- und Regenw\u00e4ldern etc. so gut wie keine Fossilien finden und somit nur sehr wenige Fossilien von unseren verwandten Menschenaffen (<em>Hominidae<\/em>) und deren Urahnen besitzen.<\/p>\n<p>Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts herrscht eine genozentristische Ansicht auf die Evolution vor. Diese besagt folgendes: Nicht die Konkurrenz zwischen Individuen, die aufgrund ihrer Allele besonders gut angepasst sind, ist ausschlaggebend, sondern die Konkurrenz zwischen Allelen, d.h. Auspr\u00e4gungen von Genen, die mithilfe der K\u00f6rper \u00fcberleben, die sie zu diesem Zweck bilden. Die Idee dahinter ist: Die Fortpflanzung ist offensichtlich vorteilhaft f\u00fcr die Allele, nicht jedoch f\u00fcr die Individuen. Da das \u00dcberleben der Individuen erst eine Evolution der Allele erlaubt, ist der Beitrag zum Genpool der n\u00e4chsten Generation durch<em> fittere<\/em> Individuen f\u00fcr die Allele von gro\u00dfer Interesse; nicht f\u00fcr die Individuen selbst.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Vgl: Literatur und Quellen:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li><em>Rolf Knippers (1997). Molekulare Genetik, Thieme, ISBN 3-13-477007-5: Mutationen sind vererbbare Ver\u00e4nderungen der genetischen Information.<\/em><\/li>\n<li><em>Douglas J. Futuyma: Evolutionsbiologie, Birkh\u00e4user, Basel - Boston - Berlin 1990, S. 105.<\/em><\/li>\n<li><em>1982: Der erweiterte Ph\u00e4notyp: Der lange Arm der Gene. Spektrum, Akad. Verl., Heidelberg 2010 (Originaltitel: The Extended Phenotype: The Gene as the Unit of Selection, \u00fcbersetzt von Wolfgang Mayer), ISBN 978-3-8274-2706-9.<\/em><\/li>\n<li><em>2004: Geschichten vom Ursprung des Lebens: Eine Zeitreise auf Darwins Spuren. Ullstein, Berlin 2008 (Originaltitel: The Ancestor's Tale: Pilgrimage to the Dawn of Life, \u00fcbersetzt von Sebastian Vogel), ISBN 978-3-550-08748-6.<\/em><\/li>\n<li><em>Doolittle, W. Ford (February 2000). Uprooting the Tree of Life (PDF). Scientific American (Stuttgart: Georg von Holtzbrinck Publishing Group) 282 (2): 90\u201395.doi:10.1038\/scientificamerican0200-90. ISSN 0036-8733.PMID 10710791. Archived from the original (PDF) on 2006-09-07. Retrieved 2015-04-05.<\/em><\/li>\n<li><em>Glansdorff, Nicolas; Ying Xu; Labedan, Bernard (July 9, 2008). The Last Universal Common Ancestor: emergence, constitution and genetic legacy of an elusive forerunner. Biology Direct (London: BioMed Central) 3: 29.doi:10.1186\/1745-6150-3-29. ISSN 1745-6150.PMC 2478661. PMID 18613974.<\/em><\/li>\n<li><em>Darwin, Charles (1859). On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life (1st ed.). London: John Murray.LCCN 06017473. OCLC 741260650.<\/em><\/li>\n<li><em>Varki, Ajit; Altheide, Tasha K. (December 2005). Comparing the human and chimpanzee genomes: searching for needles in a haystack. Genome Research (Cold Spring Harbor, NY: Cold Spring Harbor Laboratory Press) 15 (12): 1746\u20131758. doi:10.1101\/gr.3737405. ISSN 1088-9051.PMID 16339373.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span class=\"reference-text\"><cite class=\"citation journal\">\u00a0<\/cite><\/span><\/p>\n<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-5776-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5776-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5776-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Als Evolution bezeichnet man die kontinuierliche Entwicklung der Lebensformen in der Natur.Die Fortpflanzung von Lebewesen ist Beitrag zum Genpool (Gesamtheit aller Gene einer Art) der n\u00e4chsten Generation. 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