{"id":5695,"date":"2015-11-10T14:39:40","date_gmt":"2015-11-10T14:39:40","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5695"},"modified":"2015-11-10T14:39:40","modified_gmt":"2015-11-10T14:39:40","slug":"lost","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5695","title":{"rendered":"Lost"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5695\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5695-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5695-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-5695-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5695-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-5695-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>L. geh\u00f6rt zu den halogenierten Thioethern, in dem der Br\u00fcckensauerstoff durch ein Schwefelatom ersetzt wurde. Chemische Bezeichnung: 2,2-Dichlordiethylsulfid.<\/b><\/p>\n<p><span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Senfgas stellte vor allem im 1. Weltkrieg einen besonders effektiven Kampfstoff dar, da er seine Wirkung nicht nur \u00fcber die Atemwege entfaltete, sondern der Eintritt auch \u00fcber die Haut erfolgte. <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Senfgas ist gut fettl\u00f6slich und dringt innerhalb von Minuten \u00fcber die Haut in den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Organismus ein. Daher wird es auch als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Kontaktgiftbezeichnet.<\/p>\n<div id=\"Brotschrift\">Die Wirkung von Lost besteht in einer Sch\u00e4digung der DNA, wodurch es zu einer Hemmung der Zellteilung kommt. Neben anderen Wirkungen blockiert das L. daher eine Reihe von Enzymen in der Haut und hemmt die Bildung der wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen. Die daraus folgenden Sch\u00e4den sind schwere Entz\u00fcndungen und schwer heilende Wunden auf der Haut, \"\u00e4hnlich\" wie bei Verbrennungen mit gro\u00dfen Blasen. Diese Blasen vergr\u00f6\u00dfern sich zu riesigen, bis zu 30 cm gro\u00dfen Brandblasen. Sp\u00e4ter kommt es zu Sch\u00e4digungen der oberen Atemwege und der Lunge, des Nervensystems sowie des Kreislaufsystems. <\/p>\n<p>Aufgrund der Hemmung der wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen f\u00fchren ansonsten eher harmlose Infektionen zu schweren Erkrankungen. Es kann auch zu schweren Sch\u00e4den an den Augen kommen. Die Wirkung setzt aber nicht sofort ein, sondern erst mit Latenzzeiten in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von Stunden, und au\u00dfer einer leichten Reizung der Augen und des Rachens sind oft anfangs keine weiteren Symptome zu sp\u00fcren. Nach einigen Stunden aber beginnen dann unertr\u00e4gliche Augenschmerzen, begleitet von starker \u00dcbelkeit. Sofern das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Gas direkt in die Lunge gelangt, sind schwere Atembeschwerden mit Erstickungsanf\u00e4llen, blutigem bzw. fl\u00fcssigem Ausfluss bis hin zum Tod die Folge. In der Lunge und der Luftr\u00f6hre l\u00f6st sich die Schleimhaut ab. Bei Verstorbenen wog beispielsweise die Lunge das Doppelte ihres Normalgewichts, ebenso das Herz.<\/p>\n<p>L. kann in fl\u00fcssigem oder gasf\u00f6rmigem Zustand eingesetzt werden. Das Kampfmittel kann aber auch mittels Flugzeugen \u00fcber bestimmten Gebieten verspr\u00fcht werden. Es kann mittels Bomben abgeworfen oder in Granaten verschossen werden.<\/p>\n<p>L. wird nach den beiden deutschen Chemikern Lommel und Steinberg, die an dessen Entwicklung ma\u00dfgeblich beteiligt waren, auch als Lost bezeichnet.<br \/>L. wurde bereits in 1. Weltkrieg im gr\u00f6\u00dferem Umfang als Kampfgas, und zwar das erste Mal in der Nacht vom 12. zum 13. Juli des Jahres 1917 in Ypern, im heutigen Belgien, von deutschen Truppen eingesetzt. Da die mit dem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Gas gef\u00fcllten Granaten damals mit einem gelben Kreuz gekennzeichnet waren, hat sich bis heute auch die Bezeichnung <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Gelbkreuz eingeb\u00fcrgert. Einen zweifelhaften Ruf erlangte das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Senfgasauch im Krieg der Italiener gegen \u00c4thiopien. Durch den Einsatz des Giftgases im Jahr 1936 in Mikale wurden die \u00c4thiopier entscheidend besiegt und Tausende der v\u00f6llig ungesch\u00fctzten Menschen verstarben ohne jede Hilfe einen qualvollen Tod.<\/p>\n<p>Im 2. Weltkrieg wurden auf allen Seiten der kriegsf\u00fchrenden Parteien gro\u00dfe Best\u00e4nde dieses Kampfstoffs angelegt, kamen jedoch nie zum Einsatz. Gro\u00dfe Mengen der deutschen Best\u00e4nde wurden von den Alliierten in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Ostsee, u.a. in der N\u00e4he der d\u00e4nischen Insel Bornholm sowie im Skagerak versenkt.<\/p>\n<p><b>siehe auch Stichw\u00f6rter <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Senfgas und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Hautkampfstoffe<\/b><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-5695-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5695-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5695-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L. geh\u00f6rt zu den halogenierten Thioethern, in dem der Br\u00fcckensauerstoff durch ein Schwefelatom ersetzt wurde. 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