{"id":5118,"date":"2015-09-02T08:35:40","date_gmt":"2015-09-02T08:35:40","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5118"},"modified":"2015-09-02T08:35:40","modified_gmt":"2015-09-02T08:35:40","slug":"ostsee","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5118","title":{"rendered":"Ostsee"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5118\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5118-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5118-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-5118-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5118-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-5118-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Die O., eines der am st\u00e4rksten verschmutzten Meere der Welt, wird von den Anrainerstaaten Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland und D\u00e4nemark fast vollst\u00e4ndig umschlossen. <\/b><\/p>\n<p>Mit nur einer schmalen \u00d6ffnung zur <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Nordsee hin ist die rd. 415.000 km2 gro\u00dfe O. halb Binnensee, halb Meer, die schon von den geographischen Bedingungen her \u00fcber ein empfindlicheres \u00d6kosystem und geringere <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><br \/> <\/span>Artenvielfalt verf\u00fcgt als andere Meere. Auch die Selbstreinigungskraft ist erheblich geringer: Der Wasseraustausch in der O. dauert ca. 50-60 Jahre (Nordsee: 1-2 Jahre). <\/p>\n<p>Nur gelegentlich dr\u00fccken starke St\u00fcrme aus der Nordsee, die selbst ein Randmeer ist, gr\u00f6\u00dfere Mengen frischen Salzwassers in die O., wo es sich in den tiefen Becken sammelt und von leichterem, von Regen und Fl\u00fcssen anges\u00fc\u00dftem O.-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Wasser \u00fcberschichtet wird. Der Sauerstoffaustausch zwischen Oberfl\u00e4che und Tiefe wird durch die ausgepr\u00e4gte Schichtung verhindert. <\/p>\n<p>Der Zersetzungsproze\u00df von abgestorbenen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Algen und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Plankton sorgt schon auf nat\u00fcrliche Weise f\u00fcr eine Verknappung des Sauerstoffs in der Tiefe.<br \/>Menschliche Eingriffe versch\u00e4rfen die nat\u00fcrlichen Probleme der O. erheblich: Durch Einleitung der Anrainerstaaten (u.a. G\u00fclle, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Jauche und Kunstd\u00fcnger sowie ungekl\u00e4rte bzw. unzureichend gekl\u00e4rte Abw\u00e4sser) \u00fcber die Fl\u00fcsse und die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Luft wird die O. zugleich vergiftet und \u00fcberd\u00fcngt. <\/p>\n<p>Der j\u00e4hrliche N\u00e4hrstoffeintrag in die O. wird mit 50.000 bis 70.000 t Phosphor und 900.000 bis 1 Mio t Stickstoff (davon 528.000 t \u00fcber die Fl\u00fcsse) angegeben. Die \u00dcberd\u00fcngung f\u00fchrt zu vermehrtem Algenwachstum, das nicht nur andere Arten verdr\u00e4ngt, sondern nach dem Absterben auf den Meeresboden zu einem weiteren Absinken der Sauerstoffkonzentration f\u00fchrt. <\/p>\n<p>In einem Bereich von ca. 100.000 km2 ist der Sauerstoffgehalt bereits auf Werte gesunken, die f\u00fcr Organismen t\u00f6dlich sind. Allein Schwefelbakterien k\u00f6nnen in dieser Umgebung \u00fcberleben und \u00fcbernehmen die Zersetzung der organischen Stoffe, wobei sie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Schwefelwasserstoff (H2S) produzieren. <\/p>\n<p>Weiterer Belastung ist die O. durch Schadstoffeintr\u00e4ge ausgesetzt, u.a. durch Dioxine aus M\u00fcllverbrennungs- und Industrieanlagen, durch <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>PCB und durch <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Schwermetalle wie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Blei, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Cadmium und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Quecksilber (vorwiegend aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion). <\/p>\n<p>Gro\u00dfe Schadstoffmengen fallen in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Papier- und Zellstoffindustrie an, die in den holzreichen O.-Anrainerstaaten (u.a. Schweden) besonders verbreitet ist: Rd. 200.000 t schwer abbaubare Chlorkohlenstoffverbindungen flie\u00dfen j\u00e4hrlich in die O.. Auch hochgiftige <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Altlasten bedrohen sie. <\/p>\n<p>Ca. 300.000 t giftige <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>chemische Kampfstoffe aus deutschen Wehrmachtsbest\u00e4nden sollen von den Siegerm\u00e4chten nach dem Zweiten Weltkrieg versenkt worden sein und drohen aus den rostenden Beh\u00e4ltnissen auszutreten. Unbekannte Mengen radioaktiver Abf\u00e4lle (Atomm\u00fcll) sollen von der ehem. Sowjetunion versenkt worden sein, darunter mindestens 15 Reaktoren von Atom-U-Booten. <\/p>\n<p>In einem nur durch einen Erdwall von der O. getrennten See in Estland sollen der schwedischen Strahlenschutzbeh\u00f6rde zufolge 1.000 t <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Uran, 500 t <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Thorium und 300 Mrd <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Becquerel <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Radium liegen, die aus dem Uranabbau f\u00fcr die Atomwaffenproduktion von 1948 bis 1989 stammen und bereits begonnen haben, die O. zu verseuchen.<\/p>\n<p>O.-Schutzkonferenz: 1974 in Helsinki durch die \"Konvention zum Schutz der maritimen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Umwelt des O.-Gebietes\" gegr\u00fcndet, verpflichtet die O.-Schutzkonferenz ihre Mitglieder, die Zuf\u00fchrung gef\u00e4hrlicher Stoffe in die O. einzuschr\u00e4nken bzw. zu verbieten. Eine Kommission der O.-Schutzkonferenz \u00fcberwacht die Durchf\u00fchrung und Weiterentwicklung der Ziele der Konvention sowie die Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Organisationen. <\/p>\n<p>Expertengruppen leisten praktische Arbeit vor Ort (z.B. Bek\u00e4mpfung von \u00d6lverschmutzung). Erg\u00e4nzend zur Konvention wurde 1988 eine Helsinki-Deklaration verabschiedet, in der sich die Anrainerstaaten auf eine Empfehlung zur Halbierung des Schadstoffeintrags (Stand von 1987) in die O. bis 1995 einigten, die mit Ma\u00dfnahmen wie Senkung des Bleigehalts im Benzin, Senkung des N\u00e4hrstoffeintrags aus der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Landwirtschaft sowie des Schadstoffeintrags aus Kl\u00e4ranlagen und der Zellstoffindustrie durchgesetzt werden sollen. <\/p>\n<p>Ein 1990 beschlossener Aktionsplan soll diese Beschl\u00fcsse konkretisieren und zur Durchf\u00fchrung bringen, wozu eine koordinierende Arbeitsgruppe eingesetzt wurde, damit mit den wichtigsten Ma\u00dfnahmen zum Schutz der O. sp\u00e4testens 1993 begonnen werden kann.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-5118-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5118-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5118-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die O., eines der am st\u00e4rksten verschmutzten Meere der Welt, wird von den Anrainerstaaten Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland und D\u00e4nemark fast vollst\u00e4ndig umschlossen. 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