{"id":5051,"date":"2015-08-28T08:27:00","date_gmt":"2015-08-28T08:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5051"},"modified":"2015-08-28T08:27:00","modified_gmt":"2015-08-28T08:27:00","slug":"nordsee","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5051","title":{"rendered":"Nordsee"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5051\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5051-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5051-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-5051-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5051-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-5051-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Die internationale Nordseeschutzpolitik hat bis heute keine entscheidenden Fortschritte f\u00fcr die Nordsee gebracht, da Nutzungsinteressen meist Vorrang vor wirksamen Umweltschutzkonzepten bekommen.<\/b><\/p>\n<p>Von den vereinbarten Zielen der Internationalen Nordseeschutzkonferenz (INK) ist kaum etwas Wirksames umgesetzt worden. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Aktionskonferenz Nordsee fordert daher u.a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Raumordnungsplanung f\u00fcr die gesamte Nordsee durchzuf\u00fchren, um einen Ausgleich zwischen Nutzungs- und Schutzanspr\u00fcchen zu erreichen.<\/li>\n<li>Stickstoffhaltigen D\u00fcnger und Importfutter durch Abgaben drastisch zu verteuern, um ihren umweltsch\u00e4dlichen Einsatz zu verringern.<\/li>\n<li>Ein europ\u00e4isches Hafenkonzept f\u00fcr die Nordsee, so dass Probleme durch Flussvertiefungen, Hafenbau, Industrieansiedlungen, Verkehrsstruktur usw. international abgestimmt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Sofortige Ratifizierung aller internationalen Umweltschutzvereinbarungen f\u00fcr die Schifffahrt und ihre sofortige Inkraftsetzung f\u00fcr den Bereich der Nordsee. <\/li>\n<li><span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Fischerei: Die Fischereipolitik muss sich an \u00f6kologischen Qualit\u00e4tskriterien ausrichten (Prinzip der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Nachhaltigkeit). Dazu geh\u00f6rt die Ausweisung von 25 Prozent der Nordseefl\u00e4che als marine Schutzgebiete und das Verbot besonders sch\u00e4dlicher Fischereipraktiken. Fisch ist ein hochwertiges Nahrungsmittel und hat f\u00fcr viele K\u00fcstengemeinden eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, deshalb muss der Fischfang in der Nordsee eine sichere Zukunft haben. Dies kann nur erreicht werden, wenn die Meeres\u00f6kosysteme gesund sind. Daf\u00fcr muss sp\u00e4testens bis 2020 die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Fischerei bestands-, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>umwelt- und naturschonend ausge\u00fcbt werden. Fischer, Natur- und Umweltsch\u00fctzer, Verbrauchersch\u00fctzer, Forscher und verantwortliche Politiker treffen in enger Kooperation Entscheidungen des nationalen und internationalen Fischereimanagements. Das Fischereimanagement soll sich am Vorsorgeansatz orientieren und zwar nicht nur f\u00fcr die Zielarten, sondern das gesamte \u00d6kosystem soll ber\u00fccksichtigt werden (\u00d6kosystemansatz). Dies bedeutet, dass Arten und Lebensr\u00e4ume nicht durch die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Fischerei bedroht werden und die Fischereiquoten und die Flottengr\u00f6\u00dfe an der Bestandserhaltung orientiert werden. Fisch soll zuk\u00fcnftig nur noch f\u00fcr den menschlichen Verzehr gefangen werden. Aquakulturen d\u00fcrfen nur ohne Medikamente, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Pestizide und mit artgerechter Bestandsdichte praktizieren. In der Aquakultur gehaltene Individuen d\u00fcrfen nicht in die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Umwelt entkommen, da sie h\u00e4ufig genetisch stark ver\u00e4ndert, Hybriden oder aber Fremdarten sind. Z\u00fcchtung und Einsatz genmanipulierter Arten (GVO) ist grunds\u00e4tzlich abzulehnen. Die Fischmast darf nicht zu einer zus\u00e4tzlichen Belastung des Meeres durch den Fang von Futterfischen f\u00fchren.<\/li>\n<li>Gef\u00e4hrliche Stoffe: Bis zum Jahr 2020 soll der Eintrag aller gef\u00e4hrlichen Stoffe in die Nordsee komplett eingestellt werden. Gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Nordsee sind insbesondere schwer abbaubare, bioakkumulierende Stoffe, weil sich ihre m\u00f6glichen Effekte auf Meeresorganismen kaum vorhersagen lassen. Aber auch Stoffe, die in gro\u00dfen Mengen und weit verbreitet angewendet werden, k\u00f6nnen problematisch sein, selbst wenn sie nicht persistent und nur m\u00e4\u00dfig bioakkumulierend sind. Das gilt zum Beispiel f\u00fcr eine ganze Reihe hormon\u00e4hnlich wirkender Industriechemikalien.<\/li>\n<li>Offshore-Anlagen: Vogelflugkorridore konnten bislang - teils aus methodischen Gr\u00fcnden - nicht exakt bestimmt werden. Somit sind die Auswirkungen der Windanlagen auf die Vogelwelt nicht einsch\u00e4tzbar. Zug-, Rast-, Nahrungs- und \u00dcberwinterungsgebiete von Vogel- und anderen Tierarten sollen von Offshore-T\u00e4tigkeiten ausgespart werden. Bei dem Bau und der Planung von Windoffshore-Anlagen sollen, um andere Gebiete der Nordsee zu entlasten, Sekund\u00e4rnutzungen, z.B. durch Green Aquaculture ber\u00fccksichtigt werden. Aus Sicht der Schifffahrt d\u00fcrften Anlagen im Bereich der Seeschifffahrtsstra\u00dfen als zu unsicher angesehen werden. <\/li>\n<li>N\u00e4hrstoffe: Die Eintr\u00e4ge von N\u00e4hrstoffen sind in den vergangenen Jahren nicht ausreichend reduziert worden. So sanken die Eintr\u00e4ge in Deutschland nur um etwa 25 Prozent statt der von der INK in London 1987 geforderten 50 Prozent. Der Versuch, das Ziel der Reduzierung allein \u00fcber den Ausbau von Kl\u00e4ranlagen zu erreichen, ist fehlgeschlagen. Neben den punktuellen Einleitungen m\u00fcssen die N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge \u00fcber diffuse Quellen verringert werden. Dies ist nicht durch den technischen Ausbau von Kl\u00e4ranlagen m\u00f6glich, entscheidende Reduzierungen der Stickstoffeintr\u00e4ge m\u00fcssen in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Landwirtschaft erreicht werden. Eintr\u00e4ge von Stickoxiden aus dem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Verkehr m\u00fcssen ebenfalls verringert werden. Die Bedeutung von Aquakulturen f\u00fcr den Stickstoffeintrag in die Nordsee muss noch gekl\u00e4rt werden.<\/li>\n<li>Schifffahrt: Der Bau <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>umwelt- und sozialvertr\u00e4glicher Schiffe mit bestverf\u00fcgbarer Technik muss begonnen werden. R\u00fcckstands\u00f6le aus Schiffen sollen durch an Land \u00fcbliche Treibstoffe ersetzt werden. Der Schiffsbetrieb und nicht nur spektakul\u00e4re Unf\u00e4lle sind ein weit untersch\u00e4tzter Umweltfaktor. Es ist an der Zeit, auf See <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Umwelt- und Sicherheitsstandards einzuf\u00fchren, die an Land inzwischen selbstverst\u00e4ndlich sind. Die Vision einer sauberen und sicheren Nordsee und eines nachhaltigen Schiffsverkehrs l\u00e4sst sich nur erreichen, wenn eine Reihe von einzelnen \"Bausteinen\" umgesetzt wird:<br \/>- Durchsetzung internationaler Mindest-Standards<br \/>- St\u00e4rkung der IMO<br \/>- Erh\u00f6hung der Schiffssicherheit<br \/>- \"Schiffe mit Zukunft\" bauen<br \/>- Verringerung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Wasser-Belastung<br \/>- Verringerung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><br \/> <\/span>Abfall-Belastung<br \/>- Verringerung der Luftbelastung<br \/>- Sichere Verkehrswege<br \/>- Verbesserung des <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Klimaschutz<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-5051-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5051-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5051-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die internationale Nordseeschutzpolitik hat bis heute keine entscheidenden Fortschritte f\u00fcr die Nordsee gebracht, da Nutzungsinteressen meist Vorrang vor wirksamen Umweltschutzkonzepten bekommen.Von den vereinbarten Zielen der Internationalen Nordseeschutzkonferenz (INK) ist kaum etwas Wirksames umgesetzt worden. 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