{"id":5044,"date":"2015-08-27T15:12:54","date_gmt":"2015-08-27T15:12:54","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5044"},"modified":"2015-08-27T15:12:54","modified_gmt":"2015-08-27T15:12:54","slug":"gau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5044","title":{"rendered":"GAU"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5044\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5044-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5044-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-5044-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5044-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-5044-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Abk. f\u00fcr gr\u00f6\u00dfter anzunehmender Unfall, auch: Auslegest\u00f6rfall.<\/b><\/p>\n<p>Der G. ist der gr\u00f6\u00dfte technische St\u00f6rfall, f\u00fcr den die Sicherheitseinrichtungen eines Kernkraftwerks ausgelegt sind. Dem Konzept nach ist der G. durch automatisch arbeitende Sicherheitssysteme beherrschbar und eine radioaktive Belastung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Umwelt, die \u00fcber den zul\u00e4ssigen Grenzwerten (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Strahlenschutz) liegt, vermeidbar. F\u00fcr einen Leichtwasserreaktor (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Kernkraftwerk) ist der G. der Bruch einer Hauptk\u00fchlleitung. Ein solcher Bruch unterbricht die notwendige K\u00fchlung des Reaktorkerns (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Kernreaktor), ohne die ein Verbiegen, Bersten und Schmelzen der Brennst\u00e4be (Brennelement), verbunden mit hohen radioaktiven Abgaben, unvermeidbar ist. Um dies zu verhindern, werden zum Abschalten des Reaktors Abschaltst\u00e4be zwischen die Brennst\u00e4be gefahren und zur Abfuhr der Nachzerfallsw\u00e4rme das mehrfach ausgelegte Notk\u00fchlsystem in Betrieb gesetzt. Kritiker bef\u00fcrchten, da\u00df das Notk\u00fchlsystem nicht in allen F\u00e4llen funktioniert und auch bei beherrschtem G. \u00fcber den Grenzwerten liegende radioaktive Abgaben an die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Umwelt m\u00f6glich sind.<br \/>Der denkbar gr\u00f6\u00dfte, nicht mehr beherrschbare Unfall, bei dem es zum Schmelzen des Reaktorkerns kommt, hei\u00dft Super-G.: <br \/>Setzt im obigen Fall die Notk\u00fchlung nicht ein, kann der gesamte Reaktorkern innerhalb weniger Minuten die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Temperatur von \u00fcber 1.000 Grad erreichen und schlie\u00dflich bei 2.000 bis 3.000 Grad C schmelzen. Knallgasexplosionen infolge der Freisetzung von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Wasserstoff k\u00f6nnen den Sicherheitsbeh\u00e4lter besch\u00e4digen. Nach einer Stunde hat im schlimmsten Fall der einige 100 t schwere, geschmolzene Kern alle Schutzeinrichtungen durchdrungen und sinkt in den Erdboden ein. Beim Schmelzen und Eindringen in den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Boden werden gro\u00dfe Mengen radioaktiver Substanzen an <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Luft und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Wasser abgegeben. Der Super-G. und seine verheerenden Folgen k\u00f6nnen auch durch das Bersten des Reaktordruckbeh\u00e4lters (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Berstschutz), Sabotage, Erdbeben, Kriegseinwirkung oder Flugzeugabst\u00fcrze ausgel\u00f6st werden. <br \/>Wahrscheinlichkeit f\u00fcr das Auftreten des Super-G.: Nach der deutschen Risikostudie von 1979 (Phase A) ist alle 10.000 Reaktorjahre ein Kernschmelzunfall mit radioaktiver Belastung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Umwelt zu erwarten, allerdings nur alle 1 Mio Reaktorjahre ein Kernschmelzunfall mit mehreren akuten Todesf\u00e4llen (akute Strahlensch\u00e4den). Kritiker bezweifeln diese Zahlen und weisen auf zahlreiche methodische Fehler und Ungenauigkeiten der Studie hin. Sie rechnen alle 1.000 Reaktorjahre mit einem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Kernschmelzen und alle 11.000 Reaktorjahre mit einem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Kernschmelzen, begleitet vom Austritt gro\u00dfer Mengen Radioaktivit\u00e4t und akuten Todesf\u00e4llen, d.h., beim Betrieb von derzeit weltweit ca. 300 Kernkraftwerken ist durchschnittlich alle 30 Jahre ein schwerer Unfall mit zahlreichen Todesf\u00e4llen zu erwarten.<br \/>Auswirkungen des Super-G.: Die deutsche Risikostudie nimmt beim schlimmsten Unfallablauf 15.000 akute Todesf\u00e4lle und 100.000 Sp\u00e4tsch\u00e4den (somatische Strahlensch\u00e4den) an, w\u00e4hrend Kritiker von ca. 300.000 Todesf\u00e4llen (einschlie\u00dflich Toten infolge von Sp\u00e4tsch\u00e4den) und jahrzehntelanger Verseuchung ganzer Landstriche ausgehen. Einig ist man sich dar\u00fcber, da\u00df der schwerste Unfall beim Schnellen Br\u00fcter weitaus gr\u00f6\u00dfere Folgen haben wird als beim hier betrachteten Leichtwasserreaktor.<br \/>Die 1989 von der Geaells{h~Ft f\u00fcr Reaktorsicherheit vorgelegte Deutsche gisikostudie Phase B kommt zu dem Ergebnis, da\u00df schwere Unf\u00e4lle mit radioaktiver Belastung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Umwelt nur noch alle 33.000 Reaktorjahre zu erwarten seien. Kritiker vom \u00d6ko-Institut Darmstadt halten dies f\u00fcr Augenwischerei. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr besonders schwere Unf\u00e4lle sei sogar h\u00f6her als in der ersten Studie. Au\u00dferdem zeige die Studie, da\u00df bei schweren Unf\u00e4llen die Freisetzung gro\u00dfer Mengen Radioaktivit\u00e4t sehr viel schneller vonstatten gehe als bislang angenommen. Allgemein wird kritisiert, da\u00df in Phase B keinerlei Unfallfolgerechnungen durchgef\u00fchrt wurden.<br \/>Schwerste bisherige Kernkraftwerksunf\u00e4lle: 1986 Super-G. im russischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Kernkraftwerk <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Tschernobyl. 1979 Fast-Super-G. im US-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Kernkraftwerk Three Mile Island bei <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Harrisburg.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-5044-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5044-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5044-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abk. f\u00fcr gr\u00f6\u00dfter anzunehmender Unfall, auch: Auslegest\u00f6rfall.Der G. ist der gr\u00f6\u00dfte technische St\u00f6rfall, f\u00fcr den die Sicherheitseinrichtungen eines Kernkraftwerks ausgelegt sind. 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