{"id":5000,"date":"2015-08-25T14:32:26","date_gmt":"2015-08-25T14:32:26","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5000"},"modified":"2015-08-25T14:32:26","modified_gmt":"2015-08-25T14:32:26","slug":"legionellen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=5000","title":{"rendered":"Legionellen"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-5000\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-5000-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5000-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-5000-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5000-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-5000-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Bis heute sind rund 35 Legionellen-Arten und ca. 50 Serogruppen bekannt, von diesen k\u00f6nnen mindestens 17 t\u00f6dlich verlaufende Infektionen ausl\u00f6sen.<\/b><\/p>\n<p>L. sind st\u00e4bchenf\u00f6rmige <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Bakterien ohne besondere morphologische Charakteristika. Sie bilden in der Kultur auf Spezialn\u00e4hrboden wei\u00dfe, relativ unspezifische Kolonien, die nach minimal drei Tagen Bebr\u00fctungsdauer auftreten. Als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Kontamination mit Sanierungsgebot gilt eine Koloniebildende Einheit (KBE), welche aber nur ein geringem Infektionsrisiko besitzt. Ab 100 KBE\/ml ist mit einem sicheren Infektionsrisiko zu rechnen. <\/p>\n<p><u>Die Vermehrung wird beg\u00fcnstigt durch:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Nahrungsangebot z.B. an den inneren Leitungsoberfl\u00e4chen durch Sedimentbildung<\/li>\n<li>Gehalt an organischen Substanzen<\/li>\n<li>Am\u00f6ben<\/li>\n<li>Mineralische Inhaltsstoffe ( Ablagerungen -&gt; Schlupfwinkel bei <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Desinfektion)<\/li>\n<\/ul>\n<p>1976 trafen sich Mitglieder der US-Legion in einem Hotel in Philadelphia. 220 der \u00fcber 4.000 Teilnehmer erkrankten, 34 verstarben an einer Lungenentz\u00fcndung. Der Ausl\u00f6ser war ein Bakterium mit dem Namen \"Legionella pneumophila\". Aufgrund dieses ersten gr\u00f6\u00dferen Auftretens erhielt die Krankheit den Namen \"Legion\u00e4rskrankheit\". Neben der Legion\u00e4rskrankheit, besser als Legionella - Pneumonie bezeichnet, existiert eine andere Verlaufsform, das Pontiac\u2013Fieber(benannt nach dem Ort der ersten Epidemie). Die Legionella-Pneumonie ist eine schwere Krankheit mit z.T. erheblicher Beteiligung anderer Organsysteme. Dagegen verl\u00e4uft das Ponitac-Fieber grippe\u00e4hnlich ohne Todesf\u00e4lle ab. <\/p>\n<p>Warmwasser- und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Klimaanlagen (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Warmwasserspeicher) und wenig durchflossene Wasserleitungen k\u00f6nnen L. ideale Verbreitungsbedingungen bieten. F\u00fcr den Menschen werden L. zur Gefahr, wenn sie in gro\u00dfen Mengen \u00fcber fein verspr\u00fchtes <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Wasser (Aerosole) beim <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Duschen bzw. bei Verwendung von Whirlpools, Inhalationsger\u00e4ten und Mundduschen, sowie insb. beim Einsatz von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Klimaanlagen in die Lunge gelangen. L.-verseuchtes <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Wasser zu trinken stellt dagegen keine Gefahr dar. Im <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Grundwasser, Oberfl\u00e4chenwasser als auch im kalten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Trinkwasser sind L. extrem selten. Schwimmbeckenw\u00e4sser, besonders Warmsprudelbeckenw\u00e4sser und bestimmte W\u00e4sser aus raumlufttechnischen Anlagen (W\u00e4sser aus offenen R\u00fcckk\u00fchlwerken und Luftbefeuchtern) k\u00f6nnen dagegen in relevanten Konzentrationen L. enthalten. <\/p>\n<p>Bei den \u00fcblichen Schwimmbecken kommen zwar L. im <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Wasser gelegentlich vor, aber das notwendige Vehikel <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Aerosol, ist dort kaum vorhanden. Hydrotherapeutische Einrichtungen mit Aerosolbildung k\u00f6nnen dagegen im Einzelfall ebenso mit L. verkeimt sein wie bei Zahnarztpraxen der Dentalbereich, wo ein intensives <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Aerosol unmittelbar im Rachenraum entstehen kann. <\/p>\n<p>Aufgrund ungen\u00fcgender Wartung und Reinigung bieten viele <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Klimaanlagen einen idealen N\u00e4hrboden f\u00fcr L., die aus der Klimaanlage, \u00fcber winzige Wassertr\u00f6pfchen in die klimatisierten R\u00e4ume gelangen. <\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kann an der Infektion mit L. jeder erkranken, dies ist meist von der Aufenthaltsdauer im mit L. verkeimten Ort und von der Keimzahl abh\u00e4ngig, Ein erh\u00f6htes Risiko ist f\u00fcr Patienten mit gest\u00f6rtem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Immunsystem und f\u00fcr Raucher (Beeintr\u00e4chtigung der Lungenmakrophagen) zu verzeichnen. M\u00e4nner haben gegen\u00fcber Frauen ein dreifach erh\u00f6htes Risiko, au\u00dferdem nimmt das Risiko im Alter zu. Voraussetzung f\u00fcr eine L.-Infektion ist das Vorhandensein von lungeng\u00e4ngigen Aerosolen (&lt; 5 \u00b5m) wie sie beim <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Duschen auftreten. L.infektionen sind schwer zu diagnostizieren, Sch\u00e4tzungen gehen von einer j\u00e4hrlichen Infektionsrate von einem Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung aus, das entspricht rund 800.000 Erkrankungen pro Jahr.<\/p>\n<p>Das Arbeitsblatt des Deutsche Verband des <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Gas- und Wasserfachs (DVGW) W 552 sieht vor, Trinkwassererw\u00e4rmer auf &gt; 70 \u00b0C aufzuheizen und jede Entnahmestelle bei ge\u00f6ffneten Ausla\u00df f\u00fcr mindestens drei Minuten mit mindestens 70 \u00b0C zu beschlagen. Eine <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Desinfektion durch Chlorgas ist nicht empfehlenswert und wenig wirksam.<\/p>\n<p>Seit dem 1. Januar 2001 gibt es in Deutschland eine Meldepflicht f\u00fcr L. In Spanien ist die Legionellose dagegen schon seit Jahren meldepflichtig. Sch\u00e4tzungen gehen von 6.000 bis 12.000 registrierten Erkrankungen bei einer Todessrate von 20 bis 35 Prozent aus. Damit sterben an den Folgen der Legionellose in Deutschland j\u00e4hrlich zwischen 1.200 und 4.200 Menschen, d.h. t\u00e4glich sind zwischen 3 bis 11 Todesf\u00e4lle durch L. zu verzeichnen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-5000-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-5000-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-5000-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis heute sind rund 35 Legionellen-Arten und ca. 50 Serogruppen bekannt, von diesen k\u00f6nnen mindestens 17 t\u00f6dlich verlaufende Infektionen ausl\u00f6sen.L. sind st\u00e4bchenf\u00f6rmige Bakterien ohne besondere morphologische Charakteristika. 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