{"id":4710,"date":"2015-08-19T14:44:22","date_gmt":"2015-08-19T14:44:22","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=4710"},"modified":"2015-08-19T14:44:22","modified_gmt":"2015-08-19T14:44:22","slug":"ethanol","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=4710","title":{"rendered":"Ethanol"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-4710\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-4710-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-4710-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-4710-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-4710-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-4710-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>(\u00c4thanol, Etylalkohol, Weingeist, Alkohol). Klare, farblose, w\u00fcrzig riechende und brennend schmeckende, leicht entz\u00fcndliche Fl\u00fcssigkeit, bildet mit Luft ein explosives Gemisch.<\/b><\/p>\n<p>Chemische Formel C<sub>2<\/sub>H<sub>5<\/sub>OH, Schmelzpunkt -114,4 Grad C, Siedepunkt 78,3 Grad C, Flammpunkt 13 Grad C, Z\u00fcndtemperatur 425 Grad C, Explosionsgrenze 3,4-15 Vol%, MAK 1000 ppm = 1900 mg\/m<sup>3<\/sup>.<\/p>\n<p>E. kommt in der Natur \u00fcberall vor, wo nasse, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>zucker- oder st\u00e4rkehaltige Substanzen durch allgegenw\u00e4rtige Hefezellen vergoren werden (Fallobst, Brotteig usw.). Menschliches Blut enth\u00e4lt 0,002-0,003% E.<\/p>\n<p>Reines E. ist f\u00fcr alle Organismen giftig. E. wird daher auch als Desinfektions- und Konservierungsmittel (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Konservierungsstoffe) verwendet. E. findet v.a. Anwendung als L\u00f6sungsmittel f\u00fcr Erzeugnisse wie Lacke, Anstrichfarben, M\u00f6belpolituren, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Klebstoffe, Arzneimittel und Sprengstoffe, aber auch als \"Baustein\" bei der Herstellung von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Chemikalien mit hohem Molekulargewicht.<\/p>\n<p>Bakterien werden in 70%igem E. abget\u00f6tet. Auf den Menschen wirkt E. in kleinen Mengen (meist in Form von alkoholischen Getr\u00e4nken aufgenommen) anregend, in gr\u00f6\u00dferen Mengen berauschend. Verst\u00e4rkende Wirkung einiger Medikamente z.B. Beruhigungs- und Schlafmittel sowie schw\u00e4chende Wirkung von z.B. Vitaminen und Antikonzeptionsmitteln. E. wird im menschlichen K\u00f6rper mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,1 g\/kg K\u00f6rpergewicht und Stunde abgebaut. <\/p>\n<p><b>Vergiftungserscheinungen:<\/b><br \/>W\u00e4rmegef\u00fchl, Enthemmung, Erm\u00fcdung, Rauschzustand, zuletzt kann Narkose und Atemstillstand eintreten (Alkoholtod bei ca. 5 Promille). E. erweitert die Blutgef\u00e4\u00dfe, wodurch Untertemperatur (K\u00f6rpertemperatur unter 30 Grad C) entstehen kann (Erfrieren Betrunkener bei wenigen K\u00e4ltegraden). Die Wirkung ist dabei individuell verschieden und von unterschiedlichen Faktoren abh\u00e4ngig (Geschlecht, Alter, Hunger, Erm\u00fcdung). Besonders gef\u00e4hrlich ist E. w\u00e4hrend einer Schwangerschaft f\u00fcr das ungeborene Kind. <\/p>\n<p>Die Letaldosis (Letal) f\u00fcr ein 5-6j\u00e4hriges Kind liegt bei 30 Gramm E. J\u00e4hrlich werden in Deutschland \u00fcber 2.500 Babys mit Mi\u00dfbildungen geboren, die auf E. zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. <\/p>\n<p>Konsumieren Frauen t\u00e4glich mehr als 20 Gramm reines E. (rd. 0,5 l Bier oder 0,2 l Wein) und M\u00e4nner mehr als 60 Gramm, ist mit schweren gesundheitlichen Sch\u00e4den zu rechnen. Regelm\u00e4\u00dfiger Genu\u00df von E. kann zu einer Abh\u00e4ngigkeit und zu k\u00f6rperlichen, seelischen und sozialen Sch\u00e4digungen f\u00fchren (Alkoholismus). Alkoholismus ist die h\u00e4ufigste Suchterkrankung in Deutschland. <\/p>\n<p>Die Zahl der behandlungsbed\u00fcrftigen Alkoholiker wurde von der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahr (Hamm) mit 2,5 Mio f\u00fcr 1990 angegeben (davon ca. 10% Jugendliche!). Nach Sch\u00e4tzungen sind 1990 allein in Westdeutschland 20.000-40.000 Menschen an E. oder seinen unmittelbaren Folgen gestorben. Hinzu kommt eine schwer zu ermittelnde Dunkelziffer von Alkoholikern, da der Beginn der Abh\u00e4ngigkeit nicht exakt zu bestimmen ist. <\/p>\n<p>Das Bundesarbeitsgericht Kassel entschied Anfang 1991, dass ein alkoholkranker Arbeitnehmer entlassen werden darf, wenn er nicht zu einer Entziehungsbehandlung bereit ist oder die Behandlung erfolglos ist!<br \/>Der Pro-Kopf-Verbrauch alkoholischer Getr\u00e4nke lag in Westdeutschland 1990 bei 175,6 l, was rd. 11,8 l reinem E. entspricht.<\/p>\n<p>Synthetischer E. wurde fr\u00fcher aus Acetylen hergestellt, heute haupts\u00e4chlich aus <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Ethylen. Bei der alkoholischen G\u00e4rung wird <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Zucker durch Hefezellen in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Kohlendioxid und E. umgewandelt. Eine Faustregel besagt, dass in der Praxis aus 100 kg <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Zucker mit einer Ausbeute von etwa 50 Liter reinem Alkohol gerechnet werden kann. Hierbei entstehen 4-5% Nebenprodukte, die f\u00fcr den Geschmack E.-haltiger Getr\u00e4nke wichtig sind. In der Natur kommt Alkohol nur in einer Konzentration von max. 15 Prozent vor, weil die Organismen, die ihn bilden, bei h\u00f6herer Konzentration absterben. Durch Nachg\u00e4rung und technische Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen maximal 18% E.-L\u00f6sung hergstellt werden. Konzentrationen \u00fcber 18% erh\u00e4lt man nur durch Destillation. <\/p>\n<p>Bei der Destillation werden Stoffe mit unterschiedlichen Siedetemperaturen durch Verdampfung und anschlie\u00dfender Kondensation getrennt. In der Brennerei wird z.B. der leichtfl\u00fcchtige Trinkalkohol (E.) und andere fl\u00fcchtige Stoffe wie die Aromakomponenten vom restlichen Gemisch getrennt. Um ausreichende E.-Reinheiten z.B. f\u00fcr Trinalkohol zu erhalten, wird der Vorgang meist mehrfach durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Es besteht immer noch ein staatliches Monopol auf Herstellung, Einfuhr, Reinigung und Handel mit zus\u00e4tzlicher Besteuerung (Branntweinmonopolgesetz vom 8.4.1922). In der Deutschland wurden 1985 87.000 t Synthese-E. hergestellt (\u00e4hnliche Mengen aus der G\u00e4rung). Weltweit werden etwa 5,3 Mt\/a E. aus Agrarprodukten erzeugt.<br \/>Wegen seines hohen Heizwertes eignet sich E. als Brennstoff und im Gemisch mit Benzin als Motortreibstoff (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Alkoholkraftstoff).<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-4710-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-4710-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-4710-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(\u00c4thanol, Etylalkohol, Weingeist, Alkohol). 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