{"id":458,"date":"2015-03-11T12:59:48","date_gmt":"2015-03-11T12:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=458"},"modified":"2015-03-11T12:59:48","modified_gmt":"2015-03-11T12:59:48","slug":"allergie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=458","title":{"rendered":"Allergie"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-458\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-458-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-458-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-458-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-458-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-458-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Spezifische \u00c4nderung der Immunit\u00e4tslage im Sinne einer krankmachenden \u00dcberempfindlichkeit.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allergien k\u00f6nnen sich in allen Organen manifestieren, am h\u00e4ufigsten sind jedoch Haut und Schleimh\u00e4ute betroffen, die Grenzfl\u00e4chen an denen sich die Auseinandersetzung des Individuums mit seiner <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Umwelt zun\u00e4chst unmittelbar abspielt. Den allergischen Krankheitserscheinungen geht eine <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Sensibilisierung mit einem an sich harmlosen Umweltstoff, dem Allergen, voraus.<\/p>\n<p>Allergene sind Antigene im Sinne der immunologischen Reaktion, also meist <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Proteine oder kleine Molek\u00fcle, die an <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Proteine gebunden sind (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Immunsystem). Bei Allergikern reagiert das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Immunsystem auf Substanzen, die gew\u00f6hnlich keine \u00fcbertriebenen Immunreaktionen ausl\u00f6sen, mit besonders starker Bildung der allergiespezifischen Immunglobulin E (IgE)-Antik\u00f6rper.<\/p>\n<p>Diese IgE-Antik\u00f6rper sind an sogenannte Mastzellen gebunden, welche prall mit chemischen Botenstoffen, den Mediatoren, gef\u00fcllt sind. Trifft nach erfolgter <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Sensibilisierung wieder das gleiche Allergen auf einen daf\u00fcr spezifischen IgE-Antik\u00f6rper, so wird die allergische Reaktion ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Die \"Br\u00fcckenbildung\", die das Allergen zwischen zwei IgE-Antik\u00f6rpern hervorruft ist f\u00fcr die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Mastzelle das Signal die entz\u00fcndungsf\u00f6rdernden Substanzen, z.B. Histamin, freizusetzen. Histamin bewirkt u.a. eine Erweiterung der Blutgef\u00e4\u00dfe und erh\u00f6ht die Durchl\u00e4ssigkeit des Gewebes, so dass dieses anschwillt. Histamin ist auch f\u00fcr die juckenden Hautausschl\u00e4ge verantwortlich. <\/p>\n<p>Die Vielzahl der von den Mastzellen und auch von den basophilen Granulocyten (Klasse der wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen) ausgesch\u00fctteten Mediatoren wie z.B. Histamin und Prostaglandine (=Gewebshormone) bewirken die allergischen Symptome. Die klinische Erscheinungsform ist von der Art des betroffenen Organs abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Man unterscheidet: Inhalationsallergien (Heuschnupfen, Asthma, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Neurodermitis), Ingestionsallergien (Nahrungsmittelallergien, Urtikaria = <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Nesselsucht, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Neurodermitis), exogene Allergien (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Kontaktekzem auf der Haut) und Injektionsallergien (nach Medikamentengabe, auch anaphylaktischer Schock). Es gibt inzwischen auch Hinweise, dass immer mehr Menschen allergische Reaktionen aufweisen.<\/p>\n<p>Die allergischen Symptome werden in vier Klassen eingeteilt:<br \/>Typ 1, die allergische Sofortreaktion: Symptomkomplex: Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Urtikaria, Nahrungs- und Insektengiftallergien, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Neurodermitis.<br \/>Typ 2-4: Medikamentenallergie, Serumkrankheit, Arthritis, Kontaktekzeme u.v.a. Pseudoallergien sind \u00dcberempfindlichkeitsreaktionen, die gleiche Symptome wie Allergien hervorrufen, aber \u00fcber einen nicht immunologischen Mechanismus ablaufen, z.B. \u00dcberempfindlichkeiten auf Arzneimittel.<\/p>\n<p>Therapie: In erster Linie Vermeidung des Allergens, falls dieses bekannt ist. Wohnraumsanierung bei Hausstauballergie; Hyposensibilisierung, d.h. es werden zunehmend gr\u00f6\u00dfere Dosen des Allergens gespritzt oder oral verabreicht, wodurch eine zeitlich begrenzte Toleranz erreicht wird. Antihistaminika, die verhindern, dass die Mediatoren ihre Wirkung entfalten k\u00f6nnen; Mastzellblocker, Glukocorticoide, z.B. Cortison.<\/p>\n<p>Alternative Behandlungsmethoden gewinnen immer mehr an Bedeutung: Klimakur, Di\u00e4ten, Akupunktur, hom\u00f6opathische Arzneien, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Phytomedizin, um nur einige zu nennen. Zunehmend wird auch Psychotherapie angewendet, denn auch die aktuelle psychische Befindlichkeit kann die Reizschwelle f\u00fcr Allergene ver\u00e4ndern. Manchmal kann eine Innenraumsanierung eine Verbesserung der Allergiesymptomatik bringen. In mehreren Studien sind Zusammenh\u00e4nge zwischen der H\u00e4ufigkeit von Allergien und der Schadstoffbelastung in Innenr\u00e4umen nachgewiesen worden. <\/p>\n<p>Insgesamt sind in der Frage nach Korrelationen zwischen Allergieh\u00e4ufigkeit und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Luftverschmutzung, Trinkwasserverseuchung oder Exposition gegen\u00fcber einer Vielzahl synthetisch hergestellter Substanzen erst vorl\u00e4ufige Ergebnisse erzielt worden. Dass sch\u00e4digende Umwelteinfl\u00fcsse die Funktionst\u00fcchtigkeit des Immunsystems beeintr\u00e4chtigen und damit den Allergien Vorschub leisten, scheint sich jedoch immer mehr zu best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Prophylaxe: Bei erblich vorbelasteten S\u00e4uglingen kann der IgE-Spiegel im Nabelschnurblut der Neugeborenen bestimmt werden. Ist dieser erh\u00f6ht, so kann man in den ersten Lebensmonaten versuchen, die Umgebung m\u00f6glichst allergenarm zu halten. Dies bedeutet: m\u00f6glichst langes ausschlie\u00dfliches Stillen (vier bis sechs Monate), Fernhalten von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Hausstaub, Tierhaaren, Bl\u00fctenstaub und Tabakrauch. Kinder, die zwischen Januar und April geboren sind bekommen 30 Prozent h\u00e4ufiger eine Bl\u00fctenstauballergie als solche, die erst im Juni oder sp\u00e4ter geboren werden.<\/p>\n<p>Das Risiko, eine Allergie auszubilden, h\u00e4ngt von der Anzahl und dem Verwandtschaftsgrad der an allergieerkrankten Familienmitgliedern ab. Zeigen beide Elternteile keine Allergie, so liegt die Allergie-H\u00e4ufigkeit der Kinder bei 12,5 Prozent. Ist ein Elternteil Allergiker, so erh\u00f6ht sich die H\u00e4ufigkeit auf 20 Prozent. Sind beide Elternteile Allergiker, erkranken 43 Prozent der Kinder an Allergien.<\/p>\n<p><span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Atopie, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Neurodermitis, Asthma, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Immunsystem, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Nahrungsmittelallergie, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Lebensmittelzusatzstoffe, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Konservierungsstoffe, Hausstauballergie<\/p>\n<p><i>Lit.: F. und E. Diel: Allergien, D\u00fcsseldorf 1990; J., Ring: Angewandte Allergologie, M\u00fcnchen 1991<\/i><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-458-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-458-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-458-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spezifische \u00c4nderung der Immunit\u00e4tslage im Sinne einer krankmachenden \u00dcberempfindlichkeit.Allergien k\u00f6nnen sich in allen Organen manifestieren, am h\u00e4ufigsten sind jedoch Haut und Schleimh\u00e4ute betroffen, die Grenzfl\u00e4chen an denen sich die Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt zun\u00e4chst unmittelbar abspielt. 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