{"id":3805,"date":"2015-07-20T13:02:50","date_gmt":"2015-07-20T13:02:50","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3805"},"modified":"2015-07-20T13:02:50","modified_gmt":"2015-07-20T13:02:50","slug":"somatische-strahlenschaeden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3805","title":{"rendered":"Somatische Strahlensch\u00e4den"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-3805\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-3805-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3805-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-3805-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3805-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-3805-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Sp\u00e4tsch\u00e4den, die nach <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Bestrahlung eines <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Organismus mit ionisierender <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Strahlung auftreten k\u00f6nnen und sich im Gegensatz zu genetischen Strahlensch\u00e4den nicht auf die Nachkommen \u00fcbertragen<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr S. gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Strahlendosis kann zu einem Schaden f\u00fchren. Zustandekommen von S.: Strahlensch\u00e4den.<br \/>Wichtigster S. ist <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Krebs, der meist erst Jahre oder Jahrzehnte nach der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Bestrahlung ausbricht (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Latenzzeit). Am h\u00e4ufigsten sind: Leuk\u00e4mie (Blutkrebs), Brust-, Lungen- und Schilddr\u00fcsenkrebs. Als weitere Sp\u00e4tsch\u00e4den sind bekannt: Wachstums- und Entwicklungsst\u00f6rungen, vorzeitiges Altern, Schw\u00e4chung des Immunsystems, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten. Je nachdem, ob der ganze K\u00f6rper gleichm\u00e4\u00dfig bestrahlt wurde oder sich radioaktive Substanzen (Radioaktivit\u00e4t) in einzelnen Organen anreichern (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Anreicherung), unterscheidet sich die H\u00e4ufigkeit verschiedener Sp\u00e4tsch\u00e4den. Jedes Organ hat seine spezifische Strahlungsempfindlichkeit. Besonders strahlungsempfindlich sind Organe mit hoher Zellteilungsrate, wie z.B. das Knochenmark als wichtigster Teil des blutbildenden Systems. Aus demselben Grund sind Embryos besonders strahlungsgef\u00e4hrdet. Beobachtet wurden: Fehl- und Totgeburten, Mi\u00dfbildungen und sp\u00e4tere Krebsf\u00e4lle. Schilddr\u00fcsenbelastungen durch radioaktives <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Iod bei Embryos und Kleinkindern k\u00f6nnen zu Wachstums-, Entwicklungs- und sp\u00e4teren Lernst\u00f6rungen f\u00fchren. <br \/>S. wurden beobachtet bei Personengruppen, die erh\u00f6hten Strahlenbelastungen ausgesetzt waren: Atombombenopfer in Hiroshima und Nagasaki (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Atomwaffen), Arbeiterinnen der Leuchtfarbenindustrie, Arbeiter in Uranminen und kerntechnischen Anlagen (Brennstoffkreislauf, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Kernkraftwerk, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Wiederaufarbeitung, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Tschernobyl), Bewohner von Gebieten mit hoher terrestrischer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><br \/> <\/span>Strahlenbelastung, Personal und Patienten im medizinischen Strahlungsbereich (R\u00f6ntgendiagnostik, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Strahlentherapie, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox32\"><\/span>Nuklearmedizin).<br \/>Umstritten sind S. der Bev\u00f6lkerung im Umkreis von Kernkraftwerken infolge radioaktiver Abgaben im Normalbetrieb, so z.B. eine Erh\u00f6hung von S\u00e4uglingssterblichkeit und kindlichen Leuk\u00e4mief\u00e4llen (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Kernkraftwerk).<br \/>Anhand von Personengruppen mit hohen Strahlenbelastungen versuchen Wissenschaftler das Risiko der S. abzusch\u00e4tzen. In ihrer j\u00fcngsten Empfehlung geht die internationale Strahlenschutzkommission (ICRP-60 1990) davon aus, da\u00df es eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung ohne Schwellenwert f\u00fcr strahlungsinduzierten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Krebs gibt (Strahlensch\u00e4den). Eine <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Kollektivdosis von 10 Personen-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox33\"><\/span>Sievert f\u00fchrt der ICRP nach zu einem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>krebs- oder leuk\u00e4miebedingten Todesfall. Noch vor wenigen Jahren sch\u00e4tzte die ICRP das Strahlungsrisiko um bis zum Faktor 10 niedriger ein. Die Revision der alten Absch\u00e4tzung resultiert aus einer Neuauswertung der Hiroshima- und Nagasaki-Daten. Zum einen zeigte sich, da\u00df die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><br \/> <\/span>Strahlenbelastung nach den Atombombenabw\u00fcrfen niedriger gewesen war als angenommen, zum anderen traten auch noch 30 Jahre nach der Explosion weitere Krebsf\u00e4lle bei den \u00dcberlebenden auf. So kommt die ICRP heute zu Risikoabsch\u00e4tzungen, die in der Vergangenheit nur von sog. kritischen Wissenschaftlern vertreten wurden. Allerdings hat die ICRP f\u00fcr kleine Strahlenbelastungen einen sog. Reduktionsfaktor eingef\u00fchrt, der das Strahlenrisiko rechnerisch halbiert. Kritiker lehnen diese Reduktion als unbegr\u00fcndet ab und legen eigene Studien vor, die gerade im Niedrigdosisbereich zu deutlich h\u00f6heren Dosis-Wirkungs-Beziehungen (10 Personen-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox34\"><\/span>Sievert f\u00fchren demnach zu 6-8 Krebstodesf\u00e4llen) kommen. Eine endg\u00fcltige Kl\u00e4rung der Dosis-Wirkungs-Beziehung steht gerade f\u00fcr den Niedrigdosisbereich noch aus und wird erschwert durch Unkenntnis der genauen Wirkmechanismen und der politischen Brisanz solcher Absch\u00e4tzungen. So ist es an sich ein politischer Skandal, da\u00df die offizielle Heraufsetzung des strahleninduzierten Krebsrisikos nicht zu einer ad\u00e4quaten Herabsetzung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox31\"><\/span>Grenzwerte f\u00fchrte (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Strahlenschutzverordnung). Als Faustregel f\u00fcr S. mag derzeit gelten: 10 Personen-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox35\"><\/span>Sievert f\u00fchren zu einem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>krebs- oder leuk\u00e4miebedingten Todesfall.<br \/>Unter Annahme einer linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung besagt diese Faustregel: Wenn 100 Personen eine Dosis von 0,1 Sv (= 100 mSv) oder 1.000 Personen eine Dosis von 0,01 Sv (= 10 mSv) oder 1 Mio Personen eine Dosis von 0,01 mSv erhalten, so ist die Zahl der dadurch bedingten Todesf\u00e4lle infolge von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Krebs oder Leuk\u00e4mie gleich, n\u00e4mlich gleich eins. Beispiele: Arbeiter in Schweizer Kernkraftwerken erhalten pro Jahr die mittlere <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Strahlendosis von 8,5 mSv, das sind in 20 Jahren 20mal 8,5 mSv = 170 mSv. Von 1000 Arbeitern werden demnach 17 an strahlungsbedingtem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Krebs sterben. Erhielten alle Bundesb\u00fcrger die nach der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Strahlenschutzverordnung f\u00fcr radioaktive Abgaben von Kernkraftwerken zul\u00e4ssige j\u00e4hrliche Gesamtdosis von 0,6 mSv, h\u00e4tte dies 4.800 Krebstote zur Folge. Entsprechend tr\u00e4gt die nat\u00fcrliche <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><br \/> <\/span>Strahlenbelastung (2,0 mSv\/Jahr) j\u00e4hrlich mit etwa 16.000 Krebstoten in Deutschland zu etwa 9% an den Gesamttodesf\u00e4llen durch <span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Krebs bei (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><br \/> <\/span>Strahlenbelastung, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Krebsrisiko).<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-3805-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3805-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3805-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4tsch\u00e4den, die nach Bestrahlung eines Organismus mit ionisierender Strahlung auftreten k\u00f6nnen und sich im Gegensatz zu genetischen Strahlensch\u00e4den nicht auf die Nachkommen \u00fcbertragenF\u00fcr S. gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine Strahlendosis kann zu einem Schaden f\u00fchren. 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