{"id":3398,"date":"2015-07-15T14:19:04","date_gmt":"2015-07-15T14:19:04","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3398"},"modified":"2024-05-02T12:29:10","modified_gmt":"2024-05-02T10:29:10","slug":"co2-speicherung-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3398","title":{"rendered":"CO2-Speicherung"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-3398\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-3398-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3398-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-3398-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3398-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-3398-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><strong>Bei der Kohlenstoffdioxid <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Speicherung handelt es sich um einen Prozess, bei dem versucht wird Kohlenstoffdioxid, das durch technische Abspaltung in Kraftwerken zur\u00fcckgehalten wurde, der Atmosph\u00e4re zu entziehen. So versucht man die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen und den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Treibhauseffekt zu reduzieren. Der technische Fachbegriff lautet CO<sub>2<\/sub> Sequestrierung.<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten der Sequestrierung: Zum einen die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Speicherung in geologische Formationen, zum anderen die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Speicherung in Ozeanen.<\/p>\n<p><u><span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Speicherung in geologischen Formationen<\/u><\/p>\n<p>Bei der Sequestrierung in geologischen Formationen kommen generell mehrere Speicherorte in Frage, die alle ihre individuellen Vor- und Nachteile haben, grunds\u00e4tzlich aber auf demselben Prinzip basieren. Das Kohlenstoffdioxid wird unter sehr hohem Druck im sog. \u201e\u00fcberkritischen Zustand\u201c in tiefen Gesteinsschichten in eine Kammer gepresst und dort versiegelt. M\u00f6gliche Speicherorte sind stillgelegte Salzst\u00f6cke, Kohlefl\u00f6ze, ausgef\u00f6rderte \u00d6lfelder, ehemalige Gaslagerst\u00e4tten oder tiefe salzwasserf\u00fchrende Gesteinsschichten (saline Aquifere).<\/p>\n<p>Stillgelegte Salzst\u00f6cke gelten als ein sehr sicherer Speicherort, da die umliegenden Steinsalze nahezu gasundurchl\u00e4ssig sind. Allerdings gibt es eine starke Nutzungskonkurrenz, da in stillgelegten Salzst\u00f6cken oftmals auch feste Stoffe mit hohem Gef\u00e4hrdungspotenzial \u2013zum Beispiel Atomm\u00fcll- gelagert werden.<\/p>\n<p>Da in Kohlefl\u00f6zen unterhalb von 1.500m die F\u00f6rderung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Kohle einen zu hohen Aufwand darstellt, kann man diese als CO<sub>2<\/sub> Speicher nutzen. Zwar ist hier <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Methan an der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Kohle adsorbiert, dieses kann jedoch vom Kohlenstoffdioxid verdr\u00e4ngt werden. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Kohle kann sogar doppelt so viele CO<sub>2<\/sub> Molek\u00fcle wie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Methan Molek\u00fcle adsorbieren. Da das Kohlenstoffdioxid durch die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Adsorption im Kohlefl\u00f6z gebunden ist, kann man ein entweichen aus der Kammer effektiver verhindern als bei gasf\u00f6rmigem CO<sub>2<\/sub>. Allerdings wird bei diesem Prozess <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Methan freigesetzt, welches ein viel gr\u00f6\u00dferes Treibhauspotential als CO<sub>2<\/sub> hat.<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der F\u00f6rderung von \u00d6l wird CO<sub>2<\/sub> in die \u00d6lfelder gepumpt, um das \u00d6l durch \u00dcberdruck aus den \u00d6lfeldern heraus zu treiben. Dieses Verfahren wird Enhanced Oil Recovery (EOR) genannt. Das dabei eingef\u00fchrte Kohlenstoffdioxid kann anschlie\u00dfend in den ausgepumpten \u00d6lfeldern eingeschlossen werden. Die globale Kapazit\u00e4t dieser Methode ist jedoch sehr gering. Das gleiche System l\u00e4sst sich auch auf Erdgasvorkommen \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Speicherpotential weisen tiefgelegene Salzwasserleiter auf. Sie sind nahezu \u00fcberall zu finden, was eventuelle Transportkosten von zur\u00fcckgehaltenem CO<sub>2<\/sub> gering h\u00e4lt. Das eingepresste CO<sub>2<\/sub> l\u00f6st sich im <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Wasser, was eine hei\u00dfe und chemisch aggressive S\u00e4ure entstehen l\u00e4sst. Wenn sich diese L\u00f6sung durch das Gestein oder die Dichtungsmaterialien frisst, kann sie andere Grundwasserleiter verseuchen.<\/p>\n<p>Eine Gefahrenquelle, die aber bei allen Sequestrierungen in geologischen Formationen gegeben ist, sind Lecks im Gestein oder an den Dichtungsanlagen. Durch diese k\u00f6nnen gro\u00dfe Mengen an Kohlenstoffdioxid innerhalb k\u00fcrzester Zeit an die Oberfl\u00e4che gelangen. Da CO<sub>2<\/sub> schwerer als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Luft ist, besteht die Gefahr, dass sich ein \u201eCO<sub>2<\/sub>- See\u201c bildet, in dem alle auf <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Sauerstoff angewiesenen Organismen ersticken. Bei einem vergleichbaren Ungl\u00fcck im Jahre 1986 am Nyos-See in Kamerun sind 1.700 Menschen ums Leben gekommen.<\/p>\n<p><u><span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Speicherung in Ozeanen<\/u><\/p>\n<p>Eine weitere Methode der Sequestrierung ist die Lagerung von CO<sub>2 <\/sub>in sehr tiefen Meeresschichten. Die derzeit einzige realisierbare Methode ist die Injektion \u00fcber eine Pipeline am Meeresgrund. Dies hat jedoch extreme Auswirkungen auf die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Umwelt. In der N\u00e4he der Injektionsstelle sinkt der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>pH-Wert von 8 auf bis zu 4 herab. Diese Versauerung hat starke negative Auswirkungen auf nahegelegene Bioz\u00f6nosen.<\/p>\n<p>Global wird bereits an 16 Standorten CO<sub>2<\/sub> Sequestrierung betrieben, bis 2020 soll sich die Zahl auf 20 erh\u00f6hen. In <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Europa gibt es jedoch nur zwei Standorte in Norwegen. Die Europ\u00e4ische Kommission bem\u00e4ngelt dies und fordert st\u00e4rkere Bem\u00fchungen der EU-Mitgliedsstaaten, Projekte und Forschungen in diesem Themengebiet zu unterst\u00fctzen. Vor allem dr\u00e4ngt sie auf die Erforschung und den Aufbau einer Europ\u00e4ischen CO<sub>2<\/sub>-Infrastruktur, um die Speicherkapazit\u00e4ten zu schaffen.<\/p>\n<p>Das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Umweltbundesamt (UBA) sieht die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Abscheidung und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Speicherung von CO<sub>2<\/sub> nur als eine \u00dcbergangsl\u00f6sung, langzeitig k\u00f6nne man nur auf <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>erneuerbare Energien setzen. Zudem ist nach Ansicht des UBA jeder CO<sub>2<\/sub>-Speicher von heute als CO<sub>2<\/sub>-Emissionsquelle von morgen anzusehen. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Speicherung in Ozeanen wird wegen der extremen Belastung f\u00fcr die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Umwelt abgelehnt.<\/p>\n<p><b><u>Quellen<\/u><\/b><b><u><\/u><\/b><\/p>\n<p><span lang=\"EN-US\">Europ\u00e4ische Kommission (2013): <\/span><a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/energy\/coal\/doc\/com_2013_0180_ccs_en.pdf\"><span lang=\"EN-US\">On the Future of Carbon Capture and Storage in Europe<\/span><\/a><span lang=\"EN-US\"> [Abruf am: 07.08.2013]<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN-US\">Global CCS Institute (2012): <\/span><a href=\"http:\/\/www.globalccsinstitute.com\/publications\/global-status-ccs-2012\"><span lang=\"EN-US\">The Global Status of CCS 2012<\/span><\/a><span lang=\"EN-US\"> [Abruf am: 07.08.2013]<\/span><\/p>\n<p>Kingsley Nfor, Monde (2013): <a href=\"http:\/\/www.afrika.info\/newsroom\/kamerun-27-jahre-in-auffanglagern\/\">Kamerun: 27 Jahre in Auffanglagern<\/a> [Abruf am: 06.08.2013]<\/p>\n<p>Pl\u00f6tz, Christiane (2003): <a href=\"http:\/\/www.wbgu.de\/fileadmin\/templates\/dateien\/veroeffentlichungen\/hauptgutachten\/jg2003\/wbgu_jg2003_ex07.pdf\">Sequestrierung von CO2: Technologien,Potentiale , Kosten und Umweltauswirkungen<\/a> [Abruf am: 06.08.2013]<\/p>\n<p>Podbregar, Nadja (2004): <a href=\"http:\/\/www.scinexx.de\/index.php?cmd=focus_detail2&amp;f_id=147&amp;rang=2\">Wohin mit dem CO2? Auf der Suche nach \u201eEndlagern\u201c in Untergrund und Ozeanen<\/a> [Abruf am: 06.08.2013]<\/p>\n<p>UBA (2006): <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/energie\/archiv\/CC-4-2006-Kurzfassung.pdf\">Technische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Abscheidung<\/a> und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span><a href=\"http:\/\/www.umweltlexikon-aktuell.de\/RUBsonstiges\/Speicherung.php\">Speicherung<\/a> von CO2 \u2013 nur eine \u00dcbergangsl\u00f6sung { <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/energie\/archiv\/CC-4-2006-Kurzfassung.pdf\">http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/energie\/archiv\/CC-4-2006-Kurzfassung.pdf<\/a> } [Abruf am: 07.08.2013]<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-3398-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3398-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3398-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Kohlenstoffdioxid Speicherung handelt es sich um einen Prozess, bei dem versucht wird Kohlenstoffdioxid, das durch technische Abspaltung in Kraftwerken zur\u00fcckgehalten wurde, der Atmosph\u00e4re zu entziehen. So versucht man die CO2-Emissionen und den Treibhauseffekt zu reduzieren. Der technische Fachbegriff lautet CO2 Sequestrierung. Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten der Sequestrierung: Zum einen die Speicherung in geologische [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,41,26],"tags":[],"class_list":["post-3398","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-a-f","category-c","category-luft-klima"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3398","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3398"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3398\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7434,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3398\/revisions\/7434"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3398"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3398"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3398"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}