{"id":3344,"date":"2015-07-08T12:05:41","date_gmt":"2015-07-08T12:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3344"},"modified":"2015-07-08T12:05:41","modified_gmt":"2015-07-08T12:05:41","slug":"ozon","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3344","title":{"rendered":"Ozon"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-3344\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-3344-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3344-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-3344-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3344-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-3344-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>O. (O{t3) ist ein Sauerstoffmolek\u00fcl aus drei Sauerstoffatomen, es wirkt als sehr starkes Oxidationsmittel mit typischem, leicht stechendem Geruch (Geruchsschwelle bei 10 ppb, entspricht 20 \u00b5g O. pro m<sup>3<\/sup> Luft).<\/b><\/p>\n<div id=\"Brotschrift\" style=\"text-align: justify;\">O. zerf\u00e4llt nach kurzer Zeit in normalen\u00a0<span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Sauerstoff (O<sub>2<\/sub>). Die aggressive Sauerstoff-Form O. wird \u00fcberall dort gebildet, wo durch Energiezufuhr O<sub>2<\/sub> in Sauerstoffatome (O) zerlegt wird, die mit weiterem O<sub>2<\/sub> zu O. reagieren k\u00f6nnen. Dies kann geschehen durch UV-Strahlung, Blitzschlag, Schwei\u00dfen und auch elektrische Entladungen von Hochspannungen, wie sie in Photokopierern (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Kopieren), Laserdruckern und Luftionisierger\u00e4ten auftreten.<\/p>\n<p>Die Umweltauswirkungen von O. sind sehr unterschiedlich, je nachdem in welchem Bereich der Atmosph\u00e4re es sich befindet. In der Stratosph\u00e4re (Atmosph\u00e4re) wird unter dem Einflu\u00df von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>UV-Strahlung in einer H\u00f6he von etwa 20-50 km die sog. O.-Schicht aufgebaut, die ein lebensnotwendiges Schutzschild gegen {-UV-Strahlung darstellt. Der durch Schadstoffeintrag bewirkte Abbau der O.-Schicht stellt eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr das irdische Leben dar (Ozonabbau, UV-Strahlung, Hautkrebs, Grauer Star).}<\/p>\n<p>In den unteren Schichten der Atmosph\u00e4re wird O. bei gleichzeitigem Auftreten von Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Kohlenmonoxid und Sonnenlicht gebildet. O. ist Hauptbestandteil des Sommersmogs, der v.a. aus Autoabgasen (Schadstoffe aus Kfz) unter Sonnenlichteinwirkung entsteht (Ausma\u00df, Sch\u00e4den und gesundheitliche Folgen s.u.).<\/p>\n<p>Troposh\u00e4risches (Atmosph\u00e4re) O. geh\u00f6rt mit Kohlendioxid, Methan und FCKWs zu den vier wichtigsten klimarelevanten Spurengasen, die den Treibhauseffekt verursachen und damit das Klima bedrohen.<\/p>\n<p>Belastung durch bodennahes O.(Sommersmog): Der nat\u00fcrliche O.-Gehalt bodennaher <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Luft betr\u00e4gt etwa 20 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup> und kann sommerliche Spitzenwerte von 60-80 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup> annehmen. In Deutschland liegen die Werte im Sommer h\u00e4ufig bei 80-100 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup>, mit Spitzenwerten bis zu 300 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup>. <\/p>\n<p>Die h\u00f6chsten O.-Werte finden sich in den Sommermonaten, am fr\u00fchen Nachmittag. Fast jeden Sommer treten in Deutschland regelm\u00e4\u00dfig O.-Richtwert\u00fcberschreitungen nach Sommersmog-Gesetz von 1985 auf. Wenn der Schwellenwert von 240 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup>an mindestens drei auseinanderliegenden Messstellen \u00fcberschritten wird und die Wetterprognose f\u00fcr den n\u00e4chten Tag ein Weiterbestehen der O.-Belastung erwarten lsst, tritt ein 24-st\u00fcndiges Fahrverbit f\u00fcr nicht schadstoffarme Kraftfahrzeuge (ohneDrei-Wege-Katalysator) in Kraft. <\/p>\n<p>Zu einem tats\u00e4chlichen Fahrverbot ist es jedoch in der Praxis nicht gekommen und die Wirkungen sind auch als eher gering einzusch\u00e4tzen, da der \u00fcberweiegende Kraftfahrzeugbestand mit geregeltem Katalysator ausger\u00fcstet ist und viele Ausnahmen existieren. Seit Juli 2000 ist die Sommersmogregelung au\u00dfer Kraft.<\/p>\n<p>In Metropolen in sonnigen Gegenden werden sogar Werte von 700-1.000 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup>erreicht. In Mexico City liegt der O.-Gehalt an 300 Tagen im Jahr \u00fcber 220 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup>(internationaler Richtwert). <\/p>\n<p>In l\u00e4ndlichen Gebieten liegen die O.-Konzentrationen im Durchschnitt oft mehr als doppelt so hoch wie in Ballungsgebieten. Das liegt v.a. daran, dass in Ballungsgebieten auch nachts infolge weiterer Stickoxidzufuhr O. durch Stickoxide abgebaut wird, w\u00e4hrend gleichzeitig mangels Sonnenlicht keine Neubildung erfolgt. So finden wir zwar tags\u00fcber in den St\u00e4dten O.-Spitzenbelastungen, w\u00e4hrend nachts der O.-Pegel weit unter Landniveau absinkt. In Waldgebieten kommt hinzu, dass der Wald selbst organische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Kohlenwasserstoffe emittiert (Terpene), die wie Stickoxide unter Sonnenlichteinfluss O. produzieren.<\/p>\n<p>Bodennahes O. stellt wie auch das stratosph\u00e4rische O. einen UV-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Filter dar, der bei hohen O.-Konzentrationen lokal die Intensit\u00e4t der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>UV-Strahlung bis auf Normalniveau abschw\u00e4chen kann.<br \/><span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Richtwerte: International und national gelten eine Reihe verschiedener Richt- und Grenzwerte. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Acht-Stunden-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Mittelwert von 100 bis 120 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup> als Luftqualit\u00e4tsrichtlinie fest. <\/p>\n<p>In Innenr\u00e4umen sind meist nur geringe O.-Konzentrationen nachweisbar, da es mit den meisten Oberfl\u00e4chen feste Verbindungen eingeht. Am <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Arbeitsplatz gilt der MAK-Wert von 200 mg\/m<sup>3<\/sup> (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Laserdrucker, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Kopieren) und in der Au\u00dfenluft der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>MIK-Wert von 120 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup>.<\/p>\n<p>Sch\u00e4den durch bodennahes O.: Bei 20-30 Prozent aller Menschen beeintr\u00e4chtigen bereits O.-Konzentrationen zwischen 90 und 120 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup> die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Gesundheit, z.B. durch Beeintr\u00e4chtigung der Lungenfunktion. Bei B\u00e4umen und Pflanzen wirkt O. als Zellgift, f\u00fchrt zur Hemmung von Wasseraufnahme und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Photosynthese, zum Absterben der Bl\u00e4tter und mindert das Wachstum. Als Dauerbelastung f\u00fcr Pflanzen empfiehlt die WHO 60 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup>. In <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Europa und den USA werden 5-15 Prozent der Ernteverluste auf O. zur\u00fcckgef\u00fchrt. Bei einer Konzentration von 180 \u00b5g\/m<sup>3<\/sup> geht der Ernteertrag z.B. bei <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Soja um 30 Prozent zur\u00fcck. Das bodennahe O. geh\u00f6rt neben <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Schwefeldioxid\u00a0und Stickoxiden zu den Hauptverursachern des Waldsterbens.<\/p>\n<p>O. greift als starkes Oxidations- und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Bleichmittel Autoreifen, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/p>\n<p><\/span>Gummi, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Leder, Textilien und Anstriche an.<\/p>\n<p>Sch\u00e4den beim Menschen: O. beeintr\u00e4chtigt v.a. die Lungenfunktion, und zwar abh\u00e4ngig von Konzentration und Expositionsdauer. Geringe Konzentrationen verursachen, wenn sie entsprechend lange eingeatmet werden, denselben Schaden wie hohe mit einer kurzen Einwirkzeit. Immer mehr Menschen leiden an der sog. Sommerbronchitis: Atembeschwerden, Reizung und Trockenheit im Rachen, Husten, verst\u00e4rkte Schleimbildung der Bronchien. Befunde lassen auf die Entwicklung eines chronischen Lungenschadens durch O. schlie\u00dfen. Zusammen mit der Lungenfunktion mindert O. die k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit. Weitere Folgen: Augenreizungen, Kopfschmerzen, \u00dcbelkeit, abnorme M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4chung des Immunsystems.<\/p>\n<p>Medizin: Der Einsatz von O. in der Medizin sowie die Geschichten von der gesunden, O.-reichen Waldluft beruhen weitgehend auf Fehlinterpretationen des 19.Jahrhunderts. Die Eigenschaft von O. in hohen Konzentrationen, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Bakterien\u00a0abzut\u00f6ten, und der in der Tat hohe O.-Gehalt in Waldgebieten (durch Stickoxideintrag der Ballungsgebiete und Terpene (s.o.)) schaffte den Mythos vom gesunden O., der Geruch von O. wurde mit frischer Waldluft gleichgesetzt. Aus heutiger Sicht mu\u00df vor O.-Kuren und Luftionisierger\u00e4ten gewarnt werden, denn au\u00dfer einer kurzfristigen Stimulation des Immunsystems treten obengenannte Sch\u00e4digungen auf.<\/p>\n<p>Aufgrund seiner starken Oxidationswirkung kann O. als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Desinfektionsmittel gegen\u00a0<span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Bakterien und andere Erreger eingesetzt werden, so z.B. zur <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Entkeimung von\u00a0<span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Wasser (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Ozonierung).<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Quelle f\u00fcr bodennahes O. ist der Verkehr (Stickoxide); es folgen Feuerungsanlagen aller Art (Stickoxide und Kohlenmonoxid, Kraftwerke), Herstellung und Verwendung l\u00f6semittelhaltiger Produkte (Kohlenwasserstoffe) sowie Treibgase wie Butan und Propan. Aber auch Rinderhaltung (Massentierhaltung) und M\u00fclldeponien (Deponiegas) tragen durch Emission des Kohlenwasserstoffs Methan bei.<\/p>\n<p>Gegenma\u00dfnahme zur Reduzierung der O.-Belastungen ist v.a. die Einschr\u00e4nkung des mit Verbrennungsmotoren (Stra\u00dfenverkehr) ausgestatteten Individualverkehrs bis hin zu Fahrverboten. Sinnvoll ist v.a. die verst\u00e4rkte Benutzung von \u00f6ffentlichem\u00a0Personennahverkehr und Fahrrad. In Kalifornien muss inzwischen ein bestimmter Anteil der Neuwagen elektrisch betrieben werden (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Elektroauto).<\/p>\n<p><i>Literatur: Bodennahes OZON - Verbraucherinformation zum Sommersmog; KATALYSE Nachrichten Sonderausgabe 1995<\/i><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-3344-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3344-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3344-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>O. 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