{"id":3224,"date":"2015-07-03T13:59:02","date_gmt":"2015-07-03T13:59:02","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3224"},"modified":"2015-07-03T13:59:02","modified_gmt":"2015-07-03T13:59:02","slug":"emissionshandel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3224","title":{"rendered":"Emissionshandel"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-3224\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-3224-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3224-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-3224-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3224-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-3224-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Der Emissionshandel ist ein politisches Instrument, um die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der L\u00e4nder mit m\u00f6glichst geringen gesamtwirtschaftlichen Kosten zu senken. Durch Ma\u00dfnahmen der Unternehmen sollen die Ziele der Klimapolitik erreicht werden, ohne dass die Politik allzu sehr in den Markt eingreift. Das Ziel des Handels mit Emissionsberechtigungen ist somit, dass die Reduktionsleistung dort erbracht wird, wo die Vermeidung am kosteng\u00fcnstigsten ist. Das Europ\u00e4ische Emissionshandelssystem (EU ETS) ist das erste und gr\u00f6\u00dfte Emissionshandelssysteme sowie das wichtigste Klimaschutzinstrument der EU.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Funktionsweise:<br \/>Der Emissionshandel funktioniert nach dem sogenannten Cap &amp; Trade Prinzip. Die Politik setzt dazu eine Obergrenze (Cap) f\u00fcr den Aussto\u00df von bestimmten Emissionen (z.B. CO<sub>2<\/sub>-Emissionen) f\u00fcr ein bestimmtes Gebiet und einen bestimmten Zeitraum fest. Diese Obergrenze darf nicht \u00fcberschritten werden. Nun werden an L\u00e4nder bzw. Unternehmen Emissionsberechtigungen (Zertifikate), die zum Aussto\u00df einer bestimmten Menge CO<sub>2<\/sub> berechtigen, versteigert oder umsonst vergeben. Die Gesamtmenge aller Zertifikate entspricht der festgesetzten Obergrenze. Wenn ein Land bzw. ein Unternehmen\/am Ende des Jahres mehr Emissionen ausgesto\u00dfen hat, als ihm die Zertifikate zusprechen, erfolgt eine Strafzahlung. In Deutschland \u00fcberpr\u00fcft dies die Deutsche Emissionshandelstelle, bei der die Unternehmen in Deutschland j\u00e4hrlich ihre Emissions- und die Zertifikatsmenge melden m\u00fcssen. Die festgelegte Obergrenze f\u00fcr die Emissionen soll im Laufe der Jahre gesenkt werden (beim EU ETS um 1,74%), um weiterhin Anreize zu geben, weniger CO<sub>2<\/sub> auszusto\u00dfen und um die Klimaziele zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zertifikate sind frei handelbar (Trade), so dass der Preis durch Angebot und Nachfrage festgelegt wird. Die Zertifikate werden \u00fcber B\u00f6rsen, Makler oder over the counter (OTC), also direkt zwischen den Beteiligten, gehandelt. Der Preis wird an den Stromb\u00f6rsen in Leipzig und London festgelegt. Unternehmen, die weniger CO<sub>2<\/sub> aussto\u00dfen, als ihnen durch die Zertifikate eigentlich erlaubt w\u00e4re, k\u00f6nnen ihre \u201eVerschmutzungsrechte\u201c an andere Emittenten verkaufen. Diese m\u00fcssen, wenn sie mehr emittieren als ihnen Emissionsrechte zur Verf\u00fcgung stehen, die Zertifikate (an den Klimab\u00f6rsen in z.B. London oder in einer Auktion) ankaufen. Allerdings k\u00f6nnen die Emittenten auch die Zertifikate f\u00fcr die n\u00e4chste Verpflichtungsperiode aufbewahren, um sie dann zu verkaufen oder selbst f\u00fcr den Ausgleich ihres CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes zu gebrauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Emissionsmenge wird \u00fcber die gebrauchten Energietr\u00e4ger errechnet. \u00a0Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Verbrennung einer Tonne <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Kohlenwasserstoffe entspricht knapp drei Tonnen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Kohlendioxid. 1 Zertifikat berechtigt f\u00fcr den Aussto\u00df von 1 Tonne CO<sub>2<\/sub>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je weniger CO<sub>2<\/sub> ein Unternehmen ausst\u00f6\u00dft, desto wirtschaftlicher ist es f\u00fcr dieses Unternehmen, da es keine Zertifikate zukaufen muss und im g\u00fcnstigsten Fall sogar seine Zertifikate verkaufen kann. Daherwerden Unternehmen, die Emissionen einsparen, belohnt, da sie an dem Verkauf der Verschmutzungsrechte auch verdienen k\u00f6nnen. So besteht das Ziel des Emissionshandels darin, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Emission-Einsparungen zu f\u00f6rdern und \u00fcber den Geldbeutel Anreize f\u00fcr emissionsreduzierende Technik und Prozesse zu liefern. Der Verkauf der Zertifikate soll weiterhin f\u00fcr Investitionen in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>energie- und emissionsreduzierende Techniken genutzt werden. Insgesamt m\u00f6chte man so mit den gesamtwirtschaftlich geringsten Kosten die Klimaziele (EU: CO<sub>2<\/sub>-Reduktion um 20% bis zum Jahr 2020) erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Einnahmen aus dem Emissionshandel gehen an die teilnehmenden L\u00e4nder. Mit dem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Klima- und Energiefond, der in Deutschland durch die Strafzahlungen finanziert wird, werden Klimaschutzprojekte (z.B. die energetische Geb\u00e4udesanierung) gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Emissionshandel findet einerseits zwischen Staaten, wie im Rahmen des Kyoto-Protokolls vereinbart, und andererseits zwischen Unternehmen bzw. emissionsintensiven Industrieanlagen, wie innerhalb der Europ\u00e4ischen Union, statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der internationale Emissionshandel im Rahmen des Kyoto-Protokolls:<\/b><br \/>1997 wurde der internationale Emissionshandel verabschiedet, aber erst 10 Jahre sp\u00e4ter (2008) begann der Emissionshandel zwischen den Staaten. Im Artikel 17 des Kyoto-Protokolls ist der zwischenstaatliche Emissionshandel geregelt. Bis 2012 (in der ersten Verpflichtungsperiode) sollte der Aussto\u00df von bestimmten Treibhausgasen (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Kohlendioxid, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Methan, Lachgas, Fluorkohlenwasserstoffe, Perfluorkohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid) um insgesamt 5,2 Prozent gegen\u00fcber dem Jahr 1990 verringert werden. 2008 wurde den beteiligten Staaten Emissionszertifikate (assigned amount units - AAUs) in H\u00f6he ihrer festgelegten Emissionsobergrenzen (Emissionsreduktionen gegen\u00fcber dem Basisjahr 1990), ausgeh\u00e4ndigt. Zum Ende der Kyoto-Periode (Ende 2012) mussten diese Staaten soviele Emissionszertifikate\u00a0entsprechend ihrer tats\u00e4chlichen Emissionen abgeben, ansonsten waren Strafenzahlungen f\u00e4llig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Instrument des Emissionshandels ist der Mechanismus f\u00fcr umweltvertr\u00e4gliche Entwicklung\/Clean Development Mechanism (CDM). Industriel\u00e4nder bzw. Unternehmen k\u00f6nnen ihre Minderungsverpflichtungen, die im Kyoto-Protokoll festgeschrieben sind, erf\u00fcllen, indem sie in Klimaschutzprojekte in Entwicklungsl\u00e4ndern investieren .L\u00e4nder bzw. deren Unternehmen erhalten Zertifikate (CER) f\u00fcr die F\u00f6rderungen von CO<sub>2<\/sub>-reduzierende Projekte in Entwicklungsl\u00e4ndern. Diese CER-Zertifikate k\u00f6nnen f\u00fcr den Ausgleich der eigenen Emissionen verwendet werden. Das dies Zieles Mechanismus ist es, saubere Technologien und eine nachhaltige Entwicklung in Entwicklungsl\u00e4ndern zu f\u00f6rdern.\u00a0 Der CDM-Exekutivrat (CDM <span lang=\"en-GB\">Executive Board<\/span>) \u00fcberwacht die Durchf\u00fchrung der Projekte und vergibt f\u00fcr eine erfolgreiche Ausf\u00fchrung von CDM-Projekten die entsprechenden Gutschriften<span lang=\"en-GB\">, also die Certified <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Emission Reductions<\/span> (CER). (vgl.\u00a0DEHSt 2012)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\">Weiterhin gibt es den sogenannten Joint Implementation (JI), der \u00e4hnlich funktioniert wie der CDM. Allerdings k\u00f6nnen emissionsreduzierende Projekte nicht in Entwicklungsl\u00e4ndern, sondern in Industriel\u00e4ndern\u00a0 durchgef\u00fchrt werden. Diese Einsparungen kann ein Unternehmen bzw. ein Land dann wie beim CDM im eigenen Land anrechnen. Durch den JI-Mechnaismus sollen vor allem osteurop\u00e4ische Staaten modernisiert und unterts\u00fctzt werden, w\u00e4hrend gleichzeitig die Treibhausgasemissioen gesenkt werden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritik:<br \/>Ein \u00dcberschuss an AAUs durch den Zerfall der Sowjetunion (hohe Produktivit\u00e4t der Sowjetunion im Jahr 1990, danach brach die Wirtschaft zusammen) f\u00fchrte dazu, dass Industrienationen billig an die Zertifikate herankamen und so ihre Emissionen abdecken konnten. De facto wurde die CO<sub>2<\/sub>-Reduktion aber nur durch die geringere Wirtschaftsleistung der Transformationsl\u00e4nder erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die M\u00f6glichkeit, durch Klimaschutzma\u00dfnahmen in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern den eigenen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df auszugleichen, wird kritisiert. Unternehmen\/L\u00e4nder k\u00f6nnen ihren Emissionen mit den Zertifikaten ausgleichen. Wenn ein solches CDM-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Projekt g\u00fcnstiger ist als die Investitionen in die eigenen europ\u00e4ischen Anlagen, wird dieses <span id=\"AutoLinkDescriptionBox31\"><\/span>Projekt finanziert und das entsprechende Unternehmen kann in der europ\u00e4ische Anlage ungestraft mehr emittieren, da ja als Ausgleich ein Klimaschutzprojekt in einem Entwicklungsland zur CO<sub>2<\/sub> Minderung f\u00fchrt. Dies ist aber umstritten, da viele solche Projekte schon vorher geplant worden sind oder gar keine Klimaschutzwirkung haben, sondern im Gegenteil dem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Klima schaden. So z.B. dadurch, dass eine hohe Verschmutzung, die pl\u00f6tzlich geringf\u00fcgig reduziert wird, genauso mit Zertifikaten belohnt wird, wie eine insgesamt geringere Verschmutzung. Unternehmen mit einem trotz leichter Reduzierung hohen Emissionsaussto\u00df profitieren somit von den Zertifikaten, w\u00e4hrend Anlagen mit geringem Aussto\u00df, aber keiner Reduzierung, \u00fcbergangen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mechanismus f\u00fcr umweltvertr\u00e4gliche Entwicklung\/Clean Development Mechanism (CDM) f\u00fchrte u.a. zu einem \u00dcberschuss an Zertifikaten. Die ansteigende Zahl von Zertifikaten aus Schwellenl\u00e4ndern verringert den Wert dieser Zertifikate immer mehr. Einige CER-Pr\u00fcfer zertifizieren Anlagen eine gr\u00f6\u00dfere Reduktion von CO<sub>2<\/sub> als in Wirklichkeit eingespart wurde, d.h. sie betr\u00fcgen und f\u00e4lschen. Da keine strengen Strafen auf solche Vergehen folgen, ist es g\u00e4ngige Praxis die Angaben zur CO<sub>2<\/sub>-Reduktion zu f\u00e4lschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab 2013 werden nur noch Zertifikate aus wenig entwickelten L\u00e4ndern (LDCs) zugelassen, w\u00e4hrend bestimmte Projektaktivit\u00e4ten nicht mehr als Ausgleich geltend gemacht werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Forderungen:<br \/>Strengere Kontrollen der Projekte sind f\u00fcr einen wirksamen Emissionshandel unerl\u00e4sslich. Die Zus\u00e4tzlichkeit bei jedem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox32\"><\/span>Projekt und der tats\u00e4chliche positiven Einfluss auf die CO2-Emissionen m\u00fcssen gew\u00e4hrleistet sein. Daf\u00fcr muss man klarere Regeln f\u00fcr die Projekte definieren und die Zertifizierung (Kontrolleure) strenger \u00fcberwachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die drei Kriterien der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Nachhaltigkeit (\u00d6konomie, \u00d6kologie und Soziales) m\u00fcssen bei der Projektplanung und \u2013Umsetzung beachtet werden. Dazu geh\u00f6rt auch eine <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Partizipation der Bev\u00f6lkerung vor Ort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Emissionshandel in der Europ\u00e4ischen Union:<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das EU ETS wurde 2003 von der EU beschlossen und zum ersten Januar 2005 eingef\u00fchrt. Das Emissionshandelssystem befindet sich nun nach der Pilotphase (2005-2007) und der zweiten Phase (2008-2012) in der dritten Phase (2013-2020). Europaweit werden 12.000 Anlagen in 31 L\u00e4ndern (27 EU-Staaten), die f\u00fcr fast die H\u00e4lfte der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen (dies entspricht etwa 8 % des weltweiten CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes) (vgl. UBA 2012) und f\u00fcr etwa 40% der Treibhausgasemissionen der EU (vgl. bpb 2013) verantwortlich sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die dritte Phase (2013-2020) wurde der Europ\u00e4ische Emissionshandel reformiert. Ab 2013\u00a0 gibt es keine nationalen Obergrenzen und Zuteilungsregeln mehr, sondern dies EU-\u00fcbergreifend geregelt wird. Der Emissionshandel wird zudem auf weitere Branchen ausgeweitet, u.a. chemische Anlagen und industrielle Anlagen mit Prozessfeuerung. Zudem werden Distickstoffoxid (N2O) und PFCs beim Emissionshandel mit einbezogen. Eine weitere \u00c4nderung besteht darin, dass die Verschenkung der Zertifikate sukzessiv gestoppt wird. Der Anteil der kostenfreien Handlungsrechte wird stetig bis zum Jahr 2027 verringert. Stattdessen werden die Zertifikate versteigert. In 2013 betr\u00e4gt der Anteil der versteigerten Zertifikate 40 Prozent (vgl. Europ\u00e4ische Kommission 2013). Ausnahmen bleiben \u00fcbergangsweise Industriebranchen, die durch einen starken internationalen Wettbewerb gekennzeichnet sind und durch die CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung einen gravierenden Wettbewerbsnachteil bef\u00fcrchten m\u00fcssen. Diese bekommen weiterhin kostenlos Zertifikate, allerdings wird dies \u00fcber sogenannte Benchmarks (Durchschnittlicher Emissionswert der EU-weit 10 Prozent besten Technologien eines Sektors) geregelt. Unternehmen, die die Benchmarks\u00a0 erreichen, bekommen die ben\u00f6tigten Zertifikate, w\u00e4hrend Unternehmen, die die Benchmarks nicht erreichen, weniger Zertifikate erhalten, so dass sie ihre Emissionen reduzieren m\u00fcssen, um nicht Zertifikate dazukaufen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Vorbild des europ\u00e4ischen Handelssystems werden auch in anderen Staaten etabliert. Die einzelnen Emissionshandelssysteme sollen verkn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritik:<br \/>Bei der Einf\u00fchrung des EU-Emissionshandels im Jahr 2005 wurden auf dieses <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Klimaschutz-Instrument gro\u00dfe Hoffnungen gelegt. Nicht der Staat muss die Wirtschaft und Unternehmen regulieren und kontrollieren, sondern der Markt erledigt dies durch die handelbaren Zertifikate. Gleichzeitig profitiert auch die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Umwelt, da die Menge der Gesamtemissionen gesteuert und verringert wird. Au\u00dferdem bekommt der Emissions-Aussto\u00df einen Preis. Je mehr ein Unternehmen zum <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><br \/> <\/span>Klimawandel beitr\u00e4gt, desto mehr muss es auch zahlen. \u00dcber die Kosten gibt der Emissionshandel den Unternehmen einen Anreiz CO<sub>2<\/sub> einzusparen, in dem sie z.B. auf effizientere Techniken setzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch durch einige falsche Entscheidungen wurde der Emissionshandel unwirksam gemacht. Bisher hat der Emissionshandel kaum zur Treibhausgasreduktion beigetragen, sondern nutzt den Unternehmen, w\u00e4hrend der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Klimaschutz und das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Klima auf der Strecke bleiben. Die Reduktion der Emissionen in der EU l\u00e4sst sich nur auf die geringere Wirtschaftsleistung der letzten Jahre zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies liegt vor allem daran, dass der Wert der Zertifikate in den letzten Jahren seit Einf\u00fchrung des Emissionshandles stark gesunken ist. Von 30 Euro je Tonne CO<sub>2<\/sub> zu 20 Euro je Tonne CO<sub>2<\/sub>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist festzumachen an dem \u00dcberschuss an Zertifikaten (\u00dcberallokation), die vergeben wurden. Dies hat einen Preisverlust zur Konsequenz, so dass der Anreiz f\u00fcr Emissionseinsparungen nicht mehr vorhanden ist. Die gro\u00dfz\u00fcgige Verteilung durch die EU sowie der geringere CO<sub>2<\/sub>-Austo\u00df vieler Unternehmen durch die Rezession\/Wirtschaftskrise seit 2008 sind die Hauptursachen f\u00fcr den gravierenden Wertverlust. Durch die Wirtschaftskrise haben die Unternehmen noch Zertifikate aus den Jahren, wo sie weniger produzierten und CO<sub>2<\/sub> einsparten, bzw. viele Unternehmen sind immer noch nicht wieder ausgelastet. Diese Unternehmen verkaufen ihre Zertifikate, die sie nicht brauchen, bzw. m\u00fcssen keine neuen Zertifikate kaufen. Die Reduzierung der Emissionen erfolgte somit oft nicht durch effizientere oder <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>energie- und CO<sub>2<\/sub>- einsparende Techniken, sondern aus anderen Gr\u00fcnden. Auch das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><br \/><\/span>EEG hat den Preis der Zertifikate gedr\u00fcckt. Durch die F\u00f6rderung der erneuerbaren Energien verringert sich der Aussto\u00df von CO<sub>2<\/sub> in der Stromversorgung, so dass dadurch auch hier das Angebot an Zertifikaten gr\u00f6\u00dfer ist als die Nachfrage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Verlagerung der Produktion ins Ausland verringerte den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df der EU. Beim EUR-Emissionshandel werden nur europ\u00e4ischen Anlagen kontrolliert, so dass Anlagen der europ\u00e4ischen Unternehmen im Ausland unkontrolliert CO<sub>2<\/sub> aussto\u00dfen k\u00f6nnen. Dies bedeutet auch, dass der Emissionshandel in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Europa gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern Standortnachteile f\u00fcr Unternehmen nach sich zieht. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Zementindustrie kritisiert, dass die Herstellung von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Zement energieintensiv ist und ihre Anlagen nicht weiter CO<sub>2<\/sub> einsparen k\u00f6nnen. Um nicht unter dem Wettbewerbsnachteil zu leiden, droht die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Zementindustrie mit der Abwanderung in andere L\u00e4nder. Diese Abwanderung w\u00fcrde bedeuten, dass mehr Gratiszertifikate f\u00fcr weniger Anlagen zur Verf\u00fcgung steht und dies w\u00fcrde wiederum einen weiteren Wertverfall der Zertifikate nach sich ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Experten vermuten, dass viele Unternehmen die geringen Preise ausnutzen, um billig Zertifikate zu erstehen, so dass sie auch die n\u00e4chsten Jahren keine Investitionen zur CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung t\u00e4tigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritisiert wird auch, dass nur manche Industrien in den Emissionshandel einbezogen werden. So wird vor allem der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Verkehr nicht kontrolliert. Erst seit 2012 wird der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Luftverkehr (neben der \u00d6lindustrie und der Aluminiumproduktion) erstmals in den Emissionshandel mit einbezogen, doch in den ersten Jahren wird 85%(?) der Zertifikate an die Fluggesellschaften verschenkt. V\u00f6llig vom Emissionshandel ausgenommen bleiben weiterhin der Stra\u00dfenverkehr und auch der Haushalt und die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox33\"><\/span>Landwirtschaft. Ma\u00dfnahmen zur Reduktion der in diesen Sektoren entstehenden Treibhausgase bleiben den Mitgliedsstaaten selber \u00fcberlassen. \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Forderungen:<br \/>Gefordert wird die Versteigerung der Zertifikate f\u00fcr alle Branchen und eine z\u00fcgige Erh\u00f6hung des Klimaziels auf 30% (das 20% Ziel f\u00fcr 2020 wurde bereits 2012 erreicht, weitere Reduzierungsma\u00dfnahmen w\u00e4ren somit nicht mehr n\u00f6tig). Ansonsten wird der Emissionshandel auch weiterhin keinen positiven Einfluss auf den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Klimaschutz haben. Laut UBA w\u00fcrde dies \u201ezu einer Verknappung der Emissionsberechtigungen im Emissionshandel, st\u00e4rkeren Reduktion der Treibhausgase und letztlich zu einer Erreichung der Reduktionsziele f\u00fcr das Jahr 2050 f\u00fchren\u201c (UBA 2012).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Siehe auch: <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Emission, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Klimaschutz<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Lit.:<br \/><\/i><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><i>Altemeier &amp; Hornung Filmproduktion (2013): Profit mit schmutziger <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Luft. [Reportage]. Hamburg: NDR.<\/i><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><i>Bpb (2013): Der Emissionshandel. [Stand: 22.07.2013]<\/i><i><\/i><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><i>DEHSt (2012): Clean Development Mechanism (CDM). [Stand: 04.06.2013].<\/i>\u00a0<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><i>Europ\u00e4ische Kommission (2013): The EU Emissions Trading System (EU ETS). [Stand: 22.07.2013]. <\/i><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><i>UBA (2012): Europ\u00e4ischer Emissionshandel. [Stand: 04.06.2013].<\/i><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><i>BMU ( 2010): Kurzinfo Emissionshandel. [Stand: 04.04.2013]. <\/i><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><i>Willmroth, Jan (2013): Emissionshandel: Was beim Klimaschutz in Europa wirklich schief l\u00e4uft. [Stand: 04.06.2013]. <\/i><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-3224-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3224-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3224-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Emissionshandel ist ein politisches Instrument, um die CO2-Emissionen der L\u00e4nder mit m\u00f6glichst geringen gesamtwirtschaftlichen Kosten zu senken. Durch Ma\u00dfnahmen der Unternehmen sollen die Ziele der Klimapolitik erreicht werden, ohne dass die Politik allzu sehr in den Markt eingreift. 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