{"id":3141,"date":"2015-07-01T15:12:17","date_gmt":"2015-07-01T15:12:17","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3141"},"modified":"2015-07-16T14:37:30","modified_gmt":"2015-07-16T14:37:30","slug":"waldschadenserhebung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3141","title":{"rendered":"Waldschadenserhebung"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-3141\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-3141-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3141-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-3141-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3141-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-3141-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Nachdem im Jahre 1983 die Waldschadensfl\u00e4che auf Basis der 1982 erstmals durchgef\u00fchrten W. sprunghaft zunahm und das \"neuartige\" weil erstmals gro\u00dffl\u00e4chige Waldsterben im Mittelpunkt der \u00f6ffentlichen Diskussion stand, wurden seit 1984 j\u00e4hrlich bundeseinheitliche W. durch das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten durchf\u00fchrt und ver\u00f6ffentlicht.<\/b><\/p>\n<p>Das Verfahren zur W. wird seit 1984 unver\u00e4ndert angewandt, seit 1990 auch in den neuen Bundel\u00e4ndern. Die W. basiert auf einem mathematisch-statistischen Modell, bei dem anhand eines permanenten Stichprobennetzes im Raster 4 x 4 km die Waldsch\u00e4den erfa\u00dft werden (bei der W. von 1991 wurden an 7.794 Stichprobenpunkten rund 220.000 B\u00e4ume untersucht). Die erfa\u00dften B\u00e4ume werden je nach ihrem Gesundheitszustand in 5 Schadstufen eingeteilt. <br \/>F\u00fcr die Eingruppierung sind zwei Kriterien ma\u00dfgebend: der relative Verlust an Nadel- bzw. Blattmasse und der Grad der Nadel- bzw. Blattvergilbung. Anhand des Nadel- bzw. Blattverlustes wird der untersuchte Baum einer Schadstufe zugeordnet; treten zus\u00e4tzlich mittlere oder starke Vergilbungen auf, wird der Baum in eine um 1 oder 2 erh\u00f6ht Stufe eingruppiert.<br \/>Wegen umfangreichen Sturmsch\u00e4den wurde 1990 keine W. durchgef\u00fchrt, die erhobenen Daten machten nur eine Trendaussage m\u00f6glich. In den Jahren 1987-1989 wurde eine W. nur anhand eines Teils der Stichprobenpunkte (im 16 x 16 km Raster) erhoben. Die W. von 1991 ist also erstmals seit 5 Jahren das Ergebnis einer Vollstichprobe (s. Tab.). <br \/>Seit 1984 haben die Waldsch\u00e4den in Westdeutschland weiter zugenommen. 1991 sind 59,8% (1984: 50,2%) aller B\u00e4ume, das sind 4,422 Mio ha in den alten Bundesl\u00e4ndern krank, \u00fcber 20% (17,3%) haben deutliche Sch\u00e4den. <br \/>Die Luftreinhaltepolitik, auf die die Bundesregierung schon seit Jahren stolz hinweist (z.B. mit jeder W.), hat, an diesen Zahlen gemessen, auf der ganzen Linie versagt. Die Erfolge im Kraftwerksbereich (Gro\u00dffeuerungsanlagenverordnung) werden durch die zunehmenden <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Verkehr-Emissionen kompensiert (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Stickoxide). Besonders schlimm trifft es die \u00fcber 60j\u00e4hrigen B\u00e4ume, also solche, die schon l\u00e4nger einer hohen Schadstofffracht ausgeliefert sind. Hier sind heute z.B. 87% aller Fichten, 84% aller Kiefern, 89% aller Tannen, 82% aller Buchen und 82% aller Eichen krank. Alte Baumriesen wird es bald gar nicht mehr geben.<br \/>In Ostdeutschland sind die Waldsch\u00e4den mit einem Anteil von 73% kranker B\u00e4ume gegen\u00fcber 59,8% in Westdeutschland deutlich h\u00f6her. In den neuen Bundesl\u00e4ndern ist der Zeitpunkt nicht fern, an dem gro\u00dfe Teile des Waldes abgestorben sein werden, in den H\u00f6henlagen der dortigen Mittelgebirge haben die Sch\u00e4den bereits ein katastrophales Ausma\u00df angenommen. Doch auch in den alten Bundesl\u00e4ndern l\u00f6st sich der Wald in den H\u00f6henlagen gro\u00dffl\u00e4chig auf. Besonders stark betroffen sind die alpinen Schutzw\u00e4lder, wo z.T. 100% der B\u00e4ume krank sind. In Westdeutschland sind die s\u00fcddeutschen L\u00e4nder (Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) mit 66% kranker B\u00e4ume st\u00e4rker vom <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Waldsterben betroffen als die nordwestdeutschen Bundesl\u00e4nder (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein) mit 43%. <br \/>Die Tanne ist nach wie vor der Baum, dem die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Luftverschmutzung am meisten zusetzt. Nachdem man jahrelang dachte, die Laubb\u00e4ume seien gegen\u00fcber <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Luftverschmutzung widerstandsf\u00e4higer, spricht die Entwicklung der Sch\u00e4den deutlich eine andere Sprache (s. Tab).<br \/>Seit 1987 wird f\u00fcr die Europ\u00e4ische Gemeinschaft ebenfalls eine W. durchgef\u00fchrt. Die neusten Zahlen sind aus dem Jahr 1990. In allen an der Erhebung beteiligten Staaten werden die Symptome des Waldsterbens beobachtet; 15% aller B\u00e4ume zeigen deutliche Sch\u00e4den (Schadklassen 2-4); 1989 waren es 9,9% und 1988 12,9%. Besonders hohe Sch\u00e4den werden aus Osteuropa gemeldet. 1990 waren in Litauen, Polen, der Tschechoslowakei und Wei\u00dfru\u00dfland mehr als 30% der B\u00e4ume deutlich gesch\u00e4digt. <br \/>Aber auch in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern haben die Waldsch\u00e4den besorgniserregende Ausma\u00dfe angenommen, besonders betroffen sind Ungarn, Bulgarien, Gro\u00dfbritannien und D\u00e4nemark. Fl\u00e4chig absterbende W\u00e4lder gibt es vor allem in den h\u00f6heren Gebirgslagen Bulgariens, Polens und der Tschechoslowakei. Besonders kritisch ist der Zustand der Laubb\u00e4ume. Bei den \u00e4lteren Eichen liegt der Anteil der deutlichen Sch\u00e4den (Schadklassen 2-4) in der Tschechoslowakei, Wei\u00dfru\u00dfland und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR \u00fcber 50%.<br \/>Erste Ergebnisse der W. f\u00fcr 1991 zeigen, da\u00df sich der Zustand der W\u00e4lder auch in der EG noch weiter verschlechtert hat. <br \/><span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Waldsterben<\/p>\n<p><i>Lit.: Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten, Waldschadensbericht 1991<\/i><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-3141-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3141-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3141-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem im Jahre 1983 die Waldschadensfl\u00e4che auf Basis der 1982 erstmals durchgef\u00fchrten W. sprunghaft zunahm und das &#8222;neuartige&#8220; weil erstmals gro\u00dffl\u00e4chige Waldsterben im Mittelpunkt der \u00f6ffentlichen Diskussion stand, wurden seit 1984 j\u00e4hrlich bundeseinheitliche W. durch das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten durchf\u00fchrt und ver\u00f6ffentlicht.Das Verfahren zur W. wird seit 1984 unver\u00e4ndert angewandt, seit 1990 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,28,15,62],"tags":[],"class_list":["post-3141","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landwirtschaft","category-natur-artenschutz","category-t-z","category-w"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3141"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3142,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3141\/revisions\/3142"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3141"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}