{"id":3004,"date":"2015-06-26T08:13:36","date_gmt":"2015-06-26T08:13:36","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3004"},"modified":"2015-06-26T08:13:36","modified_gmt":"2015-06-26T08:13:36","slug":"schafwolle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=3004","title":{"rendered":"Schafwolle"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-3004\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-3004-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3004-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-3004-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3004-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-3004-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Schafwolle ist ein Eiwei\u00dffaserstoff und z\u00e4hlt zu den Naturfasern und den nachwachsenden Rohstoffen. Weltweit werden pro Jahr 1,5 Millionen Tonnen Schafwolle geschoren und weiterverarbeitet. Das entspricht mehr als 96 Prozent aller produzierten Tierhaare. Die restlichen vier Prozent verteilen sich auf Mohair, Angora, Cashmere, Lama oder Kamelhaar.<\/b><\/p>\n<p><b>Aufbau<\/b><br \/>Die Wollfaser in ihrer Oberhaut (Cuticula) besteht aus feinen Schuppen, die \u00e4hnlich wie ein Schieferdach um die Faser herum angeordnet sind. Die Schuppen werden von einer d\u00fcnnen Haut, der Epicuticula \u00fcberdeckt. Unter den Schuppen liegt die Rindenschicht, Cortex, welche den Hauptbestandteil der Faser ausmacht. Chemisch besteht die Wolle im Wesentlichen aus Proteinen; die chemische Zusammensetzung kann mit etwa 50 Prozent\u00a0 <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Kohlenstoff, 25 Prozent <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Sauerstoff und 15 Prozent Stickstoff sowie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Wasserstoff und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Schwefel angegeben werden.<\/p>\n<p><b>Eigenschaften<\/b><br \/>Naturfasern sind luftdurchl\u00e4ssig, atmungsaktiv und unterst\u00fctzen ein gesundes K\u00f6rperklima. Die hautfreundlichen Eigenschaften bleiben bei einer nat\u00fcrlichen Verarbeitung und bei einem Verzicht auf chemische Ausr\u00fcstung erhalten.<\/p>\n<p><u>Feinheit<\/u><br \/>Die Feinheit der Wolle ist die wichtigste Eigenschaft und bestimmt im Wesentlichen deren Wert und Verwendungsm\u00f6glichkeit. Unter dem Begriff Feinheit wird im Allgemeinen der mittlere Durchmesser von Fasern bezeichnet, die in einem Faserverbund vorkommen. Sowohl im Vlies als auch im sp\u00e4teren Produkt in dem Vliese enthalten sind kommen Fasern mit unterschiedlichen Durchmessern vor. Je feiner eine Wolle ist, desto weiter kann sie ausgesponnen werden.<\/p>\n<p><u>Elastizit\u00e4t<\/u><br \/>Mit Elastizit\u00e4t wird die F\u00e4higkeit der Wollfaser bezeichnet, nach einer Beanspruchung, in die urspr\u00fcngliche Form zur\u00fcckzukehren. Feinere Wollen sind elastischer als gr\u00f6bere. Aufgrund der Elastizit\u00e4t ist Wolle sehr formbest\u00e4ndig; sie besitzt unter allen Naturfasern die beste Knitterresistenz.<\/p>\n<p><u>Farbe und Glanz<\/u><br \/>Die Brechung des Lichtes verursacht bei gesunder Wolle einen seidenartigen Glanz, der erst nach der W\u00e4sche richtig zur Geltung kommt. Dieser Glanz ist wichtig f\u00fcr die sp\u00e4tere Brillanz der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Farben.<\/p>\n<p><u>Feuchtigkeitsverhalten<\/u><br \/>Wollfasern k\u00f6nnen Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne sich<br \/>chemisch mit ihr zu verbinden - sie sind <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>hygroskopisch. Wolle f\u00fchlt sich selbst bei 33 prozentiger Wassersaufnahme nicht feucht an.<\/p>\n<p><u>Schwerentflammbarkeit<\/u><br \/>Aufgrund des hohen Stickstoff und Feuchtigkeitsgehaltes schmilzt Schurwolle nicht und entz\u00fcndet sich erst bei einer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Temperatur von 560\u00b0C. <\/p>\n<p><u>Filzf\u00e4higkeit<\/u><br \/>Schafwolle filzt als einziges Tierhaar von Natur aus; andere Haare m\u00fcssen zuvor gebeizt werden. Unter Einwirkung von Feuchtigkeit, W\u00e4rme, Druck und Bewegung verbinden sich die Fasern zu einem dichten Stoff. Die Zugabe von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Seife kann das Filzen beg\u00fcnstigen. Mit dem Filzen ist eine Schrumpfung verbunden.<br \/>Um das Verfilzen der Wolle zu verhindern r\u00fcsten einige Hersteller die Wolle mit Kunstharzen aus. Dabei wird die Schuppenoberfl\u00e4che \u201emaskiert\u201c, so dass sich die Schuppen nicht mehr verhaken k\u00f6nnen. Bei diesem Verfahren geht jedoch neben der Filzf\u00e4higkeit auch der nat\u00fcrliche Wollcharakter verloren.<\/p>\n<p><u>Waschbarkeit<br \/><\/u>Zum Waschen der Wolle sollte ein <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Feinwaschmittel verwendet und die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Temperatur von 30\u00b0C nicht \u00fcberschritten werden. Beim ersten Waschen tritt eine Entspannungsschrumpfung ein, was eine L\u00e4ngen\u00e4nderung um bis zu 7 Prozent ausmachen kann. Diese Schrumpfung ist, durch ziehen am nassen oder getrockneten Kleidungsst\u00fcck umkehrbar. Wolltextilien k\u00f6nnen heute ohne Probleme in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Waschmaschine, mit einem Wollspezialprogramm, gewaschen werden. Schleudern sch\u00e4digt die Fasern nicht: Durch die Zentrifugalkraft werden die Wollartikel an die Au\u00dfenwand der Trommel gedr\u00fcckt und bleiben dort w\u00e4hrend des Schleuderns ruhig liegen. Beim Trocknen verbleibt die Wolle in ihrer bequemsten Lage und sollte, um Verformungen zu verhindern, im Liegen getrocknet werden.<\/p>\n<p><u>Elektrische Aufladung<br \/><\/u>Wolltextilien laden sich unter normalen atmosph\u00e4rischen Bedingungen nicht elektrisch auf. Dadurch fehlt die Anziehungskraft f\u00fcr Staubpartikel - ein h\u00e4ufiges Waschen der Textilien ist nicht notwendig.<\/p>\n<p><b>Kleine Wollkunde<\/b><br \/>Mit dem Begriff <b>Wolle<\/b> wird in erster Linie Schafwolle bezeichnet. Der Begriff \"Wolle\" weist lediglich darauf hin, dass der Artikel aus reiner Wolle ist; er sagt jedoch nichts \u00fcber die Qualit\u00e4t der Wolle aus.<br \/>Als <b>Reine Schurwolle <\/b>darf nur die Wolle vom gesunden, lebenden Schaf bezeichnet werden. Sie ist besonders atmungsaktiv und temperaturausgleichend.<\/p>\n<p><b>Rh\u00f6nwolle<\/b> wird vom Rh\u00f6nschaf gewonnen, eines der \u00e4ltesten Nutztierrassen Deutschlands. Es lebt in der Mittelgebirgslage der hessischen, bayrischen und Th\u00fcringer Rh\u00f6n. Die gewonnene Schurwolle ist besonders robust, strapazierf\u00e4hig, wirkt stark wasserabweisend und ist widerstandsf\u00e4hig gegen Kn\u00f6tchenbildung und Verfilzungen.<\/p>\n<p><b>Rei\u00dfwolle<\/b> ist aus Abf\u00e4llen und Lumpen wiederaufarbeitete Wolle. Im Vergleich zur Schurwolle besitzt sie k\u00fcrzere Faserl\u00e4ngen und ist qualitativ minderwertig.<\/p>\n<p>Als Schutz gegen das raue nordische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Klima entwickeln isl\u00e4ndische Schafe ein besonders dichtes Wollhaar, das <b>Islandwolle<\/b> bezeichnet wird. Es ist sehr warm, robust, fest und wasserabweisend. Das Unterhaar zeichnet sich durch eine sehr weiche, flauschige Qualit\u00e4t aus.<\/p>\n<p>Als <b>Lambswool<\/b> wird die Wolle von jungen L\u00e4mmern bezeichnet, die h\u00f6chstens ein halbes Jahr alt sind und die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschoren wurden. Lambswool ist sehr fein und au\u00dfergew\u00f6hnlich weich.<\/p>\n<p>Man unterteilt die Schafrassen nach dem Charakter der Wolle. Die feine <b>Merinowolle<\/b>, die mittelfeine bis kr\u00e4ftige <b>Cheviotwolle<\/b> und die <b>Crossbredwolle<\/b>, welche eine Kreuzung zwischen Merino- und Cheviotwolle ist. Merinowolle ist aufgrund ihrer Feinheit und Weichheit die feinste Schafwollqualit\u00e4t. Sie zeichnet sich durch besondere Gleichm\u00e4\u00dfigkeit, Elastizit\u00e4t und Leichtigkeit aus. <\/p>\n<p>Als <b>Shetlandwolle<\/b> werden Wollsorten bezeichnet, die von auf den Shetlandinseln lebenden Schafen stammen. Oft ist die Oberfl\u00e4che leicht gewalkt.<\/p>\n<p><b>Quellen:<\/b><br \/>BUSSE, B.; HLOCH, H.; LICHTENBERG, W.; et al.: Haushaltsf\u00fchrung aktuell. Hamburg 1996.<br \/>NOWAK, M.; FORKEL, G.: Wolle vom Schaf. Stuttgart 1989.<br \/>Homepage des Unternehmen Hess-Natur (Stand: 17.07.2006) <\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-3004-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-3004-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-3004-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schafwolle ist ein Eiwei\u00dffaserstoff und z\u00e4hlt zu den Naturfasern und den nachwachsenden Rohstoffen. Weltweit werden pro Jahr 1,5 Millionen Tonnen Schafwolle geschoren und weiterverarbeitet. Das entspricht mehr als 96 Prozent aller produzierten Tierhaare. 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