{"id":2974,"date":"2015-06-25T14:06:18","date_gmt":"2015-06-25T14:06:18","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2974"},"modified":"2015-06-25T14:06:18","modified_gmt":"2015-06-25T14:06:18","slug":"vogelgrippe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2974","title":{"rendered":"Vogelgrippe"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-2974\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-2974-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2974-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-2974-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2974-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-2974-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><span style=\"line-height: 1.5;\"><b>Grippe k\u00f6nnen auch V\u00f6gel bekommen. Der Erreger ist das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Influenza A-Virus. Alle <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Influenza-Viren vom Subtyp H5 und H7 k\u00f6nnen V\u00f6gel infizieren. Es erkranken allerdings nicht alle V\u00f6gel. Wildv\u00f6gel sind weitestgehend immun gegen die Vogelgrippe. <\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie tragen das Virus allerdings im K\u00f6rper und verbreiten es mit ihrem Kot. In einem<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Teich, in dem eine Wildente ihren Kot abgelassen hat, k\u00f6nnen die Influenzaviren noch eine Woche lang nachgewiesen werden. Kommt dann ein Huhn mit dem Erreger in Kontakt wird es schwer krank.<\/p>\n<p><b>Tiermediziner sprechen von der Gefl\u00fcgelpest<\/b><br \/>Vogelgrippe ist ein umgangsprachlicher Begriff, der aber dieselbe Krankheit bezeichnet. Die Krankheit beruht auf einem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Influenza A-Virus vom Subtyp H5N1. Menschen k\u00f6nnen normalerweise nur schwer durch Vogel-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Influenza-Viren infiziert werden, dennoch gab es Todesf\u00e4lle. Die gro\u00dfe Gefahr besteht darin, dass sich genetisches Material von Vogel- und Menschenviren zu einem neuen f\u00fcr den Menschen hochinfekti\u00f6sen und gef\u00e4hrlichen Virustyp verbinden k\u00f6nnte. Genau dies ist bei der \"Spanischen Grippe\" von 1918 mit weltweit Millionen von Todesopfern wahrscheinlich schon einmal geschehen. Inzwischen soll H5N1 in China auch bei Schweinen festgestellt worden sein. Schweine k\u00f6nnen sich gleichzeitig mit Menschen- und Vogelgrippeviren infizieren. Dass sich Menschen mit der Vogelgrippe infizieren k\u00f6nnen, ist seit 1997 bekannt. <\/p>\n<p>Das Risiko einer weltweiten Influenzaepidemie (Pandemie) wird ma\u00dfgeblich davon beeinflusst, wie weit ein Virus verbreitet ist. Insofern bedeutet jeder neue Ausbruch eine Erh\u00f6hung des Risikos. Mitte Oktober 2005 wurde offiziell best\u00e4tigt, dass bei Gefl\u00fcgel in der T\u00fcrkei, in Rum\u00e4nien sowie auch in Teilen Russlands der in Asien zirkulierende Virusstamm H5N1 nachgewiesen wurde. Auch f\u00fcr Griechenland und Kroatien wurde das Auftreten der Vogelgrippe best\u00e4tigt. Inzwischen ist das hochpathogene H5N1 auch nach Deutschland eingeschleppt. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in Deutschland ist derzeit ein gro\u00dfes Risiko kaum erkennbar, dies auch vor dem Hintergrund, dass andere <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Mikroorganismen, wie etwa Salmonellen allein in Deutschland jedes Jahr zu mehr Todesf\u00e4llen f\u00fchren als die Vogelgrippe in den letzten Jahren insgesamt weltweit.<br \/>Aufgrund der Diskussion um die Vogelgrippe lassen sich inzwischen viele Menschen gegen Grippe impfen als in den vergangenen Jahren. Dies obwohl die aktuelle Impfung nicht vor der Vogelgrippe sch\u00fctzt. <\/p>\n<p>Erst 1996 entdeckte der US-Wissenschaftler Taubenberger den Erreger der Spanischen Grippe. Im Kriegsjahr 1918 war diese mit amerikanischen Soldaten nach<span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Europa gelangt, ein Jahr sp\u00e4ter hatte sie sich bereits weltweit verbreitet. Ein F\u00fcnftel der Weltbev\u00f6lkerung war infiziert, \u00fcber 40 Millionen Menschen starben. Das waren mehr als alle Opfer des zweiten Weltkriegs. Es handelte sich um das Virus H1N1, das auch Bestandteile eines Vogelvirus enthielt. Auch der Erreger der Asiatischen Grippe H2N2, die in den Jahren 1957\/58 \u00fcber 70.000 Menschen t\u00f6tete, enthielt ein Vogelprotein.<\/p>\n<p>1997 wurden allein in Hongkong 1,8 Millionen H\u00fchner get\u00f6tet. Dieses Mal machte das Virus auch vor Menschen nicht halt. Im Mai 1997 starb ein kleiner Junge an einer unbekannten Grippe. Experten aus den Niederlanden entdecken in seinem Blut das Vogelvirus H5N1 - dasselbe Virus, das in Hongkong die Vogelgrippe ausgel\u00f6st hatte. Bis November 1997 waren 18 Menschen infiziert, 6 von ihnen starben - die meisten von ihnen hatten engen Kontakt zu V\u00f6geln. <\/p>\n<p>1999 meldeten neun Provinzen in Norditalien den Ausbruch der Gefl\u00fcgelpest. Um die Seuche m\u00f6glichst schnell in den Griff zu bekommen, wurden 13 Millionen H\u00fchner not geschlachtet. Die Angst vor einer \u00dcbertragung des Virus auf Menschen beherrschte die Schlagzeilen. Diesmal ist der Erreger, das Virus H7N1, weniger aggressiv als zwei Jahre zuvor in Hongkong.<\/p>\n<p>2003 wurde in den Niederlanden Vogelgrippe-Alarm ausgel\u00f6st. Die Beh\u00f6rden reagierten schnell: 20 Millionen H\u00fchner wurden gekeult, das waren rund 90 Prozent des Bestandes. Ausl\u00f6ser war ein Virus, das bisher f\u00fcr Menschen ungef\u00e4hrlich war: H7N7. Vor dem Ausbruch der Seuche war er nur in einer L\u00f6ffelente nachgewiesen worden. Dennoch erkrankten 89 Menschen daran \u2013 ein Tierarzt starb.<\/p>\n<p>Thailand hat die viertgr\u00f6\u00dfte Gefl\u00fcgelindustrie der Welt: 600.000 Menschen sind hier besch\u00e4ftigt. Erst als Ende des Jahres die ersten Todesopfer zu beklagen sind, wird Alarm geschlagen und in ganz S\u00fcdostasien werden \u00fcber 33 Millionen H\u00fchner und Enten notgeschlachtet. Jedes zweite Huhn dieser Erde lebt in Asien, insgesamt \u00fcber 7 Milliarden. Es geh\u00f6rt damit f\u00fcr die Menschen unweigerlich zum Alltag und in jeden Haushalt. Die Krankheit, die sich in der Folgezeit in S\u00fcdostasien weiter unter den H\u00fchner ausbreitet, ist die Vogelgrippe. Ein <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Influenza A-Virus, der gleiche Typ wie bei der winterlichen Grippe in unseren Breitengraden.<\/p>\n<p>Aufgrund des engen r\u00e4umlichen Kontakts von Mensch und Tier, gelingt es einem Vogelvirus regelm\u00e4\u00dfig, in den K\u00f6rper eines Menschen einzudringen. F\u00fcr diesen stellt die Form der Vogel-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Influenza normalerweise jedoch keine Gefahr dar. Die Oberfl\u00e4che des Vogelvirus unterscheidet sich so stark von seiner menschlichen Variante, dass dieses keine M\u00f6glichkeit findet, sich in den humanen Zellen zu vermehren. Doch unter den zahllosen H\u00fchnern in Asien verbreitet sich das Grippevirus rasant. Die von der Vogelgrippe befallenen H\u00fchner bekommen Atembeschwerden, Durchfall und Fieber. Das aggressive Virus hat sich so ver\u00e4ndert, dass ihm \u00fcber 90 Prozent der infizierten H\u00fchner zum Opfer fallen. \u00dcber ihren Kot gelangen wiederum riesige Mengen an Viren in die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Umwelt.<\/p>\n<p>Durch spontane <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Mutation k\u00f6nnen neue Varianten des Vogelvirus entstehen. Irgendwann ist vielleicht eine Virusvariante darunter, deren Oberfl\u00e4chenstruktur sich so ver\u00e4ndert hat, dass sie sich auch im menschlichen K\u00f6rper zurecht findet. Das Virus zwingt so seinen neuen Wirt, fortlaufend identische Kopien von sich zu produzieren. Das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Immunsystem erkennt das f\u00fcr den menschlichen K\u00f6rper v\u00f6llig unbekannte Virus nicht und kann sich nicht wehren. <\/p>\n<p>Die Wahrscheinlichkeit, dass solch eine Virusvariante entsteht, ist h\u00f6her, je mehr H\u00fchner von der Krankheit befallen sind. Nimmt man jedoch die absoluten Zahlen, sind die Erkrankungen im Verh\u00e4ltnis zur Gesamtbev\u00f6lkerung verschwindend gering. Zus\u00e4tzlich stellt der einzelne Mensch eine Sackgasse f\u00fcr den Erreger dar. Es gibt f\u00fcr das Virus keine M\u00f6glichkeit, von Mensch zu Mensch \u00fcberzuspringen. F\u00fcr eine weitere Ansteckung gibt es in diesem Fall keine Chance.<\/p>\n<p><b>H5N1 = Killervirus?<\/b><br \/>Forscher und Experten der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnen jedoch vor einem m\u00f6glichen Horrorszenario. Es besteht theoretisch die M\u00f6glichkeit, dass ein neues Super-Virus entstehen k\u00f6nnte. Trifft das Virus der Vogelgrippe (H5N1) auf ein menschliches Influenzavirus (H3N2), kann dies verheerende Folgen haben. Beide Viren k\u00f6nnen bei der Vermehrung in den menschlichen Zellen ihre Erbinformationen austauschen. Im schlimmsten Fall bildet sich dadurch ein v\u00f6llig neuer Erreger, der die negativen Eigenschaften beider Krankheiten in sich vereint. F\u00fcr den Menschen w\u00e4re das Virus so gef\u00e4hrlich wie die Vogelgrippe und so ansteckend wie seine menschliche Variante. Das menschliche <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Immunsystem w\u00e4re bis zur Bereitstellung eines geeigneten Impfstoffes gegen den Erreger machtlos. Eine weltweite Pandemie w\u00e4re die Folge. Bei allen theoretischen M\u00f6glichkeiten ist es gl\u00fccklicherweise jedoch mehr als wahrscheinlich, dass dieses Horrorszenario nicht eintreten wird. <\/p>\n<p>Die einzige M\u00f6glichkeit die Gefl\u00fcgelpest oder Vogelgrippe einzud\u00e4mmen, besteht darin, die betroffenen Best\u00e4nde zu schlachten. Da praktisch alle infizierten Tiere sowieso an der Krankheit sterben w\u00fcrden, ist das auch im Sinne des Tierschutzes, da durch das Keulen ein qualvoller Tod und weitere Ansteckungen verhindert werden k\u00f6nnen. Eine Impfung ist keine Alternative zum Keulen der Tiere. Der Impfstoff ist n\u00e4mlich nicht effektiv genug. Er kann das Virus nicht abt\u00f6ten. Geimpfte Tiere werden zwar nicht krank, tragen das Virus aber weiterhin in sich und k\u00f6nnen es auch an nicht geimpfte Tiere weitergeben.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-2974-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2974-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2974-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grippe k\u00f6nnen auch V\u00f6gel bekommen. Der Erreger ist das Influenza A-Virus. Alle Influenza-Viren vom Subtyp H5 und H7 k\u00f6nnen V\u00f6gel infizieren. Es erkranken allerdings nicht alle V\u00f6gel. Wildv\u00f6gel sind weitestgehend immun gegen die Vogelgrippe. Sie tragen das Virus allerdings im K\u00f6rper und verbreiten es mit ihrem Kot. 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