{"id":2935,"date":"2015-06-25T09:28:55","date_gmt":"2015-06-25T09:28:55","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2935"},"modified":"2015-06-25T09:28:55","modified_gmt":"2015-06-25T09:28:55","slug":"strahlenschaeden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2935","title":{"rendered":"Strahlensch\u00e4den"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-2935\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-2935-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2935-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-2935-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2935-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-2935-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Trifft ionisierende <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Strahlung (Radioaktivit\u00e4t auf lebende Organismen, kann sie schwere Sch\u00e4den verursachen. Ionisierende <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Strahlung zerst\u00f6rt chemische Bindungen (Molek\u00fcle) und l\u00f6st in den Zellen des <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Organismus eine un\u00fcberschaubare Vielfalt biochemischer Reaktionen aus. So kann zum Beispiel ein einziges Betateilchen (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Betastrahlung) im menschlichen Gewebe tausende chemische Verbindungen sprengen.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erzielt die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Strahlung direkte Treffer in der<span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>DNS eines Zellkerns, wird der in der DNS verankerte genetische Code ver\u00e4ndert (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Mutation), was neben Funktionsst\u00f6rungen und Zelltod (akute Strahlensch\u00e4den) zum Verlust der Wachstumskontrolle der Zellen f\u00fchren kann. Weitere DNS-Sch\u00e4den k\u00f6nnen durch chemische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Radikale, die durch die<span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Strahlung in DNS-N\u00e4he erzeugt werden, entstehen. M\u00f6gliche Folge des DNS-Defekts: <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Krebs (somatische Strahlensch\u00e4den). Findet die DNS-Ver\u00e4nderung in einer Keimzelle (Keimdr\u00fcsendosis) statt, kann der ver\u00e4nderte genetische Code auf die Nachkommen \u00fcbertragen werden und zu genetischen Strahlensch\u00e4den f\u00fchren. Zellen besitzen Reparaturmechanismen, mit denen in teil der DNS-Sch\u00e4den behoben werden kann. Vom Erscheinungsbild her unterscheidet man stochastische und nicht stochastische Strahlensch\u00e4den Nicht stochastische Sch\u00e4den treten erst ab einer bestimmten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Strahlendosis (Schwelle) auf, und das Ausmass der Sch\u00e4digung nimmt mit der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Strahlendosis zu (akute Strahlensch\u00e4den, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Strahlenkrankheit). F\u00fcr stochastische Strahlensch\u00e4den gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine Strahlendosis kann zu einem Strahlenschaden f\u00fchren. Die H\u00f6he der Strahlendosis bestimmt die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr das Auftreten des Schadens, nicht aber f\u00fcr die schwere der Krankheit. Sp\u00e4tsch\u00e4den wie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Krebs (somatische Strahlensch\u00e4den) und Missbildungen (genetische Strahlensch\u00e4den) sind stochastische Sch\u00e4den.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welcher Schaden infolge einer<span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><br \/><\/span>Strahlenbelastung auftritt, h\u00e4ngt entscheidend von der zeitlichen Verteilung der Dosis ab: Die gleiche Dosis, die bei einmaliger Verteilung<span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Bestrahlung zu schweren akuten Strahlensch\u00e4den f\u00fchrt, verursacht bei gleichm\u00e4ssiger Verteilung \u00fcber l\u00e4ngere Zeit keinerlei akute Strahlensch\u00e4den, kann aber durchaus zu Sp\u00e4tsch\u00e4den f\u00fchren. <\/p>\n<p>Die meisten Wissenschaftler gehen heute davon aus, das f\u00fcr Sp\u00e4tsch\u00e4den kein Schwellenwert existiert und ein linearer Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung (Effekt) besteht, dass heisst, dass die Wahrscheinlichkeit einer Sch\u00e4digung proportional mit der Dosis zunimmt. Am umstrittensten ist die Dosis-Wirkungs-Beziehung f\u00fcr kleine Strahlendosen unter 10 mSv\/Jahr. W\u00e4hrend manche Wissenschaftler eine lineare Extrapolation in diesem Bereich f\u00fcr eine Risiko\u00fcbersch\u00e4tzung halten und das quadratische Modell favorisieren, postulieren andere sogar eine \u00fcberlineare Beziehung, bei der die Wirkung bei sehr kleinen Dosen wieder zunimmt. Im konkreten Einzelfall h\u00e4ngt das Strahlenrisiko von einer Vielzahl von Faktoren ab, z. B. Alter, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Gesundheit und Lebensgewohnheiten des Bestrahlten (z. B. junge Menschen sind besonders strahlenempfindlich), dem Vorhandensein chemischer Umweltgifte (im Zusammenwirken k\u00f6nnen sich chemische Gifte und Strahlenbelastungen wechselseitig beeinflussen), dem Ort der<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><br \/><\/span>Strahlenbelastung (ganzer K\u00f6rper oder einzelne Organe, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Anreicherung) und der Art der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Strahlung (die verschiedene biologische Gefahr von Strahlung wird grob durch das Konzept der \u00c4quivalentdosis erfasst). Zur Absch\u00e4tzung des Strahlenrisikos im Niedrigdosisbereich (unter ca. 10 mSv\/Jahr): somatische und genetische Strahlensch\u00e4den.<\/p>\n<p>Ionisierende <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Strahlung tritt vor allem beim radioaktiven Zerfall (Radioaktivit\u00e4t) auf. Strahlensch\u00e4den durch nat\u00fcrliche und k\u00fcnstliche Radionuklide unterscheiden sich nicht. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><br \/><\/span>Strahlenbelastung einzelner Organe kann sich jedoch infolge von Anreicherungsprozessen f\u00fcr nat\u00fcrliche und k\u00fcnstliche Radionuklide unterscheiden (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><br \/><\/span>Strahlenbelastung, nat\u00fcrliche <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><br \/><\/span>Strahlenbelastung). <br \/>Weitere Strahlensch\u00e4den: in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Lebensmittelbestrahlung wird ionisierte <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Strahlungzum Abt\u00f6ten von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Mikroorganismen in Nahrungsmitteln verwandt. Ionisierende Strahlung richtet auch in toter Materie Sch\u00e4den an. Bei hohen Strahlenbelastungen durch Neutronen, wie sie im <span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Kernkraftwerk und bei der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Kernfusion auftreten, werden Materialien spr\u00f6de und selbst radioaktiv (Radioaktivit\u00e4t).<\/p>\n<p>Siehe auch:\u00a0Radioaktivit\u00e4t und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Strahlung, Ma\u00dfeinheiten<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-2935-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2935-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2935-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trifft ionisierende Strahlung (Radioaktivit\u00e4t auf lebende Organismen, kann sie schwere Sch\u00e4den verursachen. 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