{"id":2896,"date":"2015-06-24T14:26:26","date_gmt":"2015-06-24T14:26:26","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2896"},"modified":"2015-06-24T14:26:26","modified_gmt":"2015-06-24T14:26:26","slug":"pflanzenschutzmittel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2896","title":{"rendered":"Pflanzenschutzmittel"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-2896\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-2896-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2896-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-2896-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2896-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-2896-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>P. sind nach dem Pflanzenschutzgesetz Stoffe, die Pflanzen vor Schadorganismen sch\u00fctzen, N\u00e4hrstoffmangel verhindern oder beheben oder die Widerstandsf\u00e4higkeit von Pflanzen gegen\u00fcber Sch\u00e4digungen (Viren, Bakterien, Unkr\u00e4uter) erh\u00f6hen. <\/b><\/p>\n<p>Die Bezeichnung Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmittel w\u00e4re treffende. P. werden auch h\u00e4ufig als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox35\"><\/span>Pestizide bezeichnet. Sie dienen zum Schutz von Kulturpflanzen. Man unterscheidet: <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Insektizide (gegen Insekten), <span id=\"AutoLinkDescriptionBox36\"><\/span>Fungizide (gegen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Pilze) und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Herbizide (gegen Wildkr\u00e4uter) u.v.m. Diese Einteilung t\u00e4uscht eine gezielte Giftwirkung auf die genannten Organismen vor, die aber selten gegeben ist, da Pflanzenschutzmittel in grundlegende Stoffwechselvorg\u00e4nge eingreifen. F\u00fcr den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Umweltschutz von besonderer Bedeutung: Bei der Anwendung erreicht nur ein Teil der P. sein Ziel, der andere dringt in den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Boden ein und gelangt durch Auswaschung ins <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Grundwasser.<br \/>Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox32\"><\/span>Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und Insektenbefall ist v.a. auf den meist \u00fcblichen Anbau von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Nutzpflanzen in Monokulturen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Ursachen von Sch\u00e4digungen werden durch folgende Wirkstoffklassen von Pflanzenschutzmittel behandelt, die auf die Vernichtung der Sch\u00e4dlingsklasse zielen, wie z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li><span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Herbizide gegen Unkr\u00e4uter<\/li>\n<li><span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Insektizide gegen Insekten<\/li>\n<li>Algizide gegen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Algen, Moose und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Flechten<\/li>\n<li>Aphizide gegen Blattl\u00e4use<\/li>\n<li>Akrazide gegen Milben<\/li>\n<li><span id=\"AutoLinkDescriptionBox37\"><\/span>Fungizide gegen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Pilze<\/li>\n<li><span id=\"AutoLinkDescriptionBox31\"><\/span>Bakterizide gegen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Bakterien<\/li>\n<li>Viruzide gegen Viren<\/li>\n<li>Molluskizide gegen Schnecken<\/li>\n<li><span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Rodentizide gegen Nagetiere<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das bekannteste Beispiel f\u00fcr die negativen Auswirkungen von Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmitteln auf <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Umwelt und Mensch ist der Einsatz von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>DDT in den vierziger bis siebziger Jahren. Obwohl inzwischen lange verboten, ist das \u00e4u\u00dferst persistente <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>DDT noch \u00fcberall auf der Welt nachweisbar. Zu den P. geh\u00f6ren auch Wachstumsregulatoren und Pflanzenst\u00e4rkungsmittel. Einen Spezialfall im Pflanzenschutz bilden Wachstumsregulatoren, mit ihnen beeinflusst man ganz spezifisch das Wachstum von Pflanzen, z.B. kann das Umkippen von Getreidehalmen kurz vor der Ernte verhindert werden.<\/p>\n<p>P. d\u00fcrfen in der EU nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie amtlich zugelassen worden sind. In Deutschland ist daf\u00fcr die Biologische Bundesanstalt (BBA) in Braunschweig zust\u00e4ndig. <br \/>Der Hersteller, Vertreiber oder Einf\u00fchrer eines Pflanzenschutzmittels muss bei der BBA vor Inverkehrbringen oder Einfuhr einen Antrag auf Zulassung stellen. Dabei m\u00fcssen alle f\u00fcr die Pr\u00fcfung erforderlichen Unterlagen vorliegen, das Mittel muss hinreichend wirksam sein und bei bestimmungsgem\u00e4\u00dfer und sachgerechter Anwendung darf das Mittel keine sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Gesundheit von Mensch und Tier und auf das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Grundwasser haben und keine sonstigen Auswirkungen, insbesondere auf den Naturhaushalt, haben, die nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht vertretbar sind. <\/p>\n<p>In der P.-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Verordnung von 1998 sind die Vorschriften \u00fcber den Antrag auf Zulassung, Art und Umfang der notwendigen Unterlagen, \u00fcber den Sachverst\u00e4ndigenausschuss, die Meldung der Wirkstoffe durch die Hersteller sowie die Beschaffenheit von Pflanzenschutzmittelger\u00e4ten geregelt. <\/p>\n<p>Im P.-Verzeichnis der BBA sind die zugelassenen P. mit ihren Wirkstoffnamen, Wirkstoffgehalt, Handelsnamen, Hersteller, Gefahrensymbol, Wartezeit, Bienengef\u00e4hrlichkeit usw. aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ende 1997 waren in Deutschland 1031 P. mit 257 Wirkstoffen zugelassen. Mit P. wurde in Deutschland im Jahr 2000 ein Nettoumsatz von ca. 1 Mrd. Euro erzielt. Die Exporterl\u00f6se mit P. stiegen im Jahr 2000 um 6,6 Prozent auf ca. 2,2 Mrd.Mark. Dies ergibt einen Gesamtumsatz von 3,2 Mrd. Mark. Der Weltmarkt f\u00fcr P. umfasst einen Umsatz von rund 27,5 Milliarden Dollar. In Deutschland ans\u00e4ssige P.-Hersteller exportierten im Jahr 2000 102.429 Tonnen P.<br \/>Weltweit entfallen fast 50 Prozent des Pflanzenschutzmarkts und damit 24 Milliarden Mark auf die Kulturen Getreide, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Mais, Reis, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Soja und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox33\"><\/span>Baumwolle. Teilweise starke regionale Bedeutung haben Kulturen, wie Gem\u00fcse, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Obst, N\u00fcsse und Wein. Im Sojaanbau werden mit einem Anteil von knapp 90 Prozent fast ausschlie\u00dflich <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Herbizide eingesetzt, w\u00e4hrend in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox34\"><\/span>Baumwolle die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Insektizide mit rund 65 Prozent den gr\u00f6\u00dften Anteil haben. Im Getreidebau machen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Herbizide und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox38\"><\/span>Fungizide insgesamt 90 Prozent aus.<br \/>Im Jahr 2000 wurden in Deutschland insgesamt 28.480 Tonnen Wirkstoffe verkauft und sind damit auch in etwa dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung in die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Umwelt ausgebracht worden. Die Wirkstoffe verteilen sich auf folgende Wirkstoffklassen:<\/p>\n<ul>\n<li>15.404 Tonnen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Herbizide<\/li>\n<li>9.266 Tonnen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox39\"><\/span>Fungizide<\/li>\n<li>962 Tonnen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Insektizide<\/li>\n<li>2.848 Tonnen sonstige P.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr den Garten, einschlie\u00dflich D\u00fcngemittel mit Herbiziden wurden im Jahr 2000 P. im Wert von 145 Millionen Mark verkauft. Im h\u00e4uslichen Bereich, einschlie\u00dflich Balkon und Terrasse, betrug der Umsatz 161 Millionen Mark. Davon entfielen 94 Millionen Mark auf Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmittel.<br \/>Die deutschen Umweltverb\u00e4nde bef\u00fcrchten die Wiederzulassung gef\u00e4hrlicher P. durch eine von der EU geplante Positivliste. Hierdurch k\u00f6nnten in Deutschland verbotene Stoffe wie z.B. Fenthion und Azinphosmethyl wieder regul\u00e4r in den Handel kommen. Auf Dr\u00e4ngen der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Industrie sollen auch die extrem toxischen Organophosphate aufgenommen werden, die eine gro\u00dfe Bedrohung f\u00fcr N\u00fctzlinge und V\u00f6gel darstellen. Das UBA kritisiert, dass die \u00f6kologischen Risiken der P. relativiert und bedenkliche Substanzen als tolerierbar angesehen werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-2896-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2896-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2896-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P. sind nach dem Pflanzenschutzgesetz Stoffe, die Pflanzen vor Schadorganismen sch\u00fctzen, N\u00e4hrstoffmangel verhindern oder beheben oder die Widerstandsf\u00e4higkeit von Pflanzen gegen\u00fcber Sch\u00e4digungen (Viren, Bakterien, Unkr\u00e4uter) erh\u00f6hen. Die Bezeichnung Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmittel w\u00e4re treffende. 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