{"id":2644,"date":"2015-06-02T12:31:34","date_gmt":"2015-06-02T12:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2644"},"modified":"2015-06-02T12:31:34","modified_gmt":"2015-06-02T12:31:34","slug":"krebsrisiko","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2644","title":{"rendered":"Krebsrisiko"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-2644\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-2644-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2644-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-2644-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2644-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-2644-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Die Absch\u00e4tzung eines individuellen K. oder eines Risikos, das aufgrund bestimmter krebsausl\u00f6sender Substanzen entsteht, ist \u00e4u\u00dferst problematisch und wird demzufolge kontrovers diskutiert.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Vorg\u00e4nge bei der Krebsentstehung noch nicht im Zusammenhang gekl\u00e4rt sind, kann eine Risikoabsch\u00e4tzung nur durch das Studium individueller Krebsf\u00e4lle, epidemiologischer Studien oder mit Hilfe von Tierversuchen ermittelt werden. Substanzen, die sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen haben, sollten im praktischen Anwendungsfall so behandelt werden, als ob diese Substanz auch beim Menschen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Krebs ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Hierbei ist die Gesetzgebung jedoch \u00e4u\u00dferst zur\u00fcckhaltend. Je nach Interessenlage - chemische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Industrie, Verbraucher oder Gesetzgeber - werden Untersuchungsergebnisse unterschiedlich interpretiert. So z.B. die Frage, ob Substanzen, die mutagen, d.h. erbgutver\u00e4ndernd, wirken auch als krebsausl\u00f6send zu betrachten sind. Bis heute ist es unm\u00f6glich, die Kombinationswirkung verschiedenster <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Chemikalien im K\u00f6rper zu kalkulieren. <\/p>\n<p>Auch Angaben \u00fcber <span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Grenzwerte f\u00fcr bestimmte <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Chemikalien sind mit Vorsicht zu betrachten, da selbst kleinste Dosen verheerende Wirkungen haben k\u00f6nnen, wenn sie \u00fcber einen gen\u00fcgend langen Zeitraum immer wieder auf den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Organismus einwirken. Der Zeitraum zwischen der ersten Exposition gegen\u00fcber einem chemischen Kanzerogen (krebsausl\u00f6sende Substanz) und der Entwicklung einer klinischen Krebssymptomatik bemi\u00dft sich gew\u00f6hnlich in Dekaden und kann 30 Jahre oder mehr betragen. <\/p>\n<p>Dies erschwert einerseits die Ursachenforschung und l\u00e4\u00dft andererseits vermuten, da\u00df angesichts der Vielzahl immer neuer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Chemikalien, die in Umlauf gebracht werden, die Krebsrate in den n\u00e4chsten Jahrzehnten noch ansteigen wird. Schon heute stirbt ca. jeder 5. Bundesb\u00fcrger an <span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Krebs.<\/p>\n<p>Als eindeutig krebserregend gelten heute physikalische Faktoren wie ionisierende <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Strahlung (Somatische Strahlensch\u00e4den, Radioaktivit\u00e4t, Alpha-, Beta-, Gamma- und R\u00f6ntgenstrahlung) und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>UV-Strahlung (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Hautkrebs), bestimmte Krebsviren sowie eine Vielzahl von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Chemikalien (z.B. bestimmte Nitroseverbindungen, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>PCB, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Vinylchlorid, mehrere <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Halogenkohlenwasserstoffe, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Benzol, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Asbest u.v.a.). Einzelne von diesen Kanzerogenen gesch\u00e4digte K\u00f6rperzellen, die zu Tumorzellen ver\u00e4ndert sind, m\u00fcssen jedoch nicht in jedem Fall eine Krebserkrankung ausl\u00f6sen. <\/p>\n<p>Dem K\u00f6rper stehen als Abwehrma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung: molekulare Reparatursysteme, die st\u00e4ndig die Erbsubstanz auf Sch\u00e4digungen kontrollieren und diese reparieren, das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Immunsystem, das ver\u00e4nderte K\u00f6rperzellen abf\u00e4ngt und vernichtet sowie die Leber als Filterorgan f\u00fcr Tumorzellen.<\/p>\n<p>Sind verschiedene Personen in gleicher Intensit\u00e4t einem bestimmten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Kanzerogen ausgesetzt, so entscheidet \u00fcber das individuelle Risiko: 1. das Alter ( 75% aller Tumorerkrankungen entstehen jenseits des 60.Lebensjahres), 2. der Zustand des Immunsystems und 3. die Erbanlagen. Der Anstieg der Krebserkrankungen ist neben verschiedensten Umwelteinfl\u00fcssen also auch auf die zunehmende Lebenserwartung zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Nach einer neueren Sch\u00e4tzung entfallen 30% der Krebserkrankungen auf Sch\u00e4digungen durch Tabakgenu\u00df (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Tabakrauch, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Passivrauchen), 9% durch nat\u00fcrliche radioaktive Stoffe (nat\u00fcrliche <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><br \/> <\/span>Strahlenbelastung, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Radon), 4% auf berufliche Exposition durch insb. chemische Kanzerogene, 2% auf <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Luft- und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Wasserverschmutzung sowie ein Drittel der Erkrankungen auf nichtsachgem\u00e4\u00dfe Ern\u00e4hrung und Ern\u00e4hrungsgewohnheiten. Die Bedeutung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Luftverschmutzung f\u00fcr die Entstehung von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Lungenkrebs wurde in neueren Studien belegt (z.B. Schadstoffe aus Kfz).<\/p>\n<p>Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums erkranken z.B. <span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Vegetarier seltener an b\u00f6sartigen Tumoren als Personen, die gro\u00dfe Mengen Fleisch verzehren. Bei m\u00e4nnlichen Vegetariern ist die Krebsrate um 50% reduziert und bei Frauen um 25%.<\/p>\n<p>In der MAK-Wert-Liste werden die krebserzeugenden chemischen Substanzen aufgef\u00fchrt. Kritiker behaupten jedoch, da\u00df dort nur ein kleiner Teil der tats\u00e4chlichen Anzahl kanzerogener Substanzen aufgef\u00fchrt sind.<\/p>\n<p><i>Lit.: W.-D. Rose: Krebsgifte erkennen und vermeiden, M\u00fcnchen 1987; \u00d6kologische Briefe, 25\/1990; \u00d6kologische Briefe 17\/1991<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p>Siehe auch: Elektrosmog, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Hochspannungsleitung, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Kernkraftwerk<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-2644-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2644-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2644-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Absch\u00e4tzung eines individuellen K. oder eines Risikos, das aufgrund bestimmter krebsausl\u00f6sender Substanzen entsteht, ist \u00e4u\u00dferst problematisch und wird demzufolge kontrovers diskutiert.Da die Vorg\u00e4nge bei der Krebsentstehung noch nicht im Zusammenhang gekl\u00e4rt sind, kann eine Risikoabsch\u00e4tzung nur durch das Studium individueller Krebsf\u00e4lle, epidemiologischer Studien oder mit Hilfe von Tierversuchen ermittelt werden. 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