{"id":2541,"date":"2015-05-26T12:56:36","date_gmt":"2015-05-26T12:56:36","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2541"},"modified":"2015-05-26T12:58:32","modified_gmt":"2015-05-26T12:58:32","slug":"immunsystem","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2541","title":{"rendered":"Immunsystem"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-2541\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-2541-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2541-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-2541-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2541-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-2541-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Das I. ist ein Schutzsystem des Organismus zur Abwehr von Krankheitserregern, k\u00f6rperfremden Zellen oder Strukturen.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Organe des I. (Knochenmark, Lymphknoten, Thymus, Milz etc.) sowie die Zellen des I. sind \u00fcber den ganzen K\u00f6rper verteilt, so da\u00df praktisch an jedem Ort des K\u00f6rpers Infektionen abgewehrt werden k\u00f6nnen. Das I. unterscheidet \"eigen\" und \"fremd\". Reaktionen d\u00fcrfen nur gegen k\u00f6rperfremde Substanzen oder Zellen ablaufen. <\/p>\n<p>Im Lauf seiner Entwicklung erwirbt das I. Toleranz gegen das eigene Gewebe. Ist dieser Mechanismus gest\u00f6rt, so kommt es zur Autoimmunerkrankung. Die Ausl\u00f6ser einer Immunreaktion nennt man Antigene; diese k\u00f6nnen Krankheitserreger (Bakterien, Viren, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Pilze oder Parasiten), ganze Zellen, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Proteine, Kohlenhydrate aber auch jede beliebige hochmolekulare synthetische Verbindung sein. <\/p>\n<p>Zur Verteidigung des als fremd erkannten Antigens stehen dem I. die vielseitig spezialisierten wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen und deren Syntheseprodukte, besonders die Antik\u00f6rper, aber auch Botenstoffe und Mediatoren (z.B. Histamin oder Interferon) zur Verf\u00fcgung. Antik\u00f6rper, auch Immunglobuline genannt, sind hochspezifische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Proteine, die von besonderen wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen, den B-Lymphocyten, gebildet werden. <\/p>\n<p>Jeder Antik\u00f6rper besitzt zwei Bindungsstellen f\u00fcr ein bestimmtes Antigen, in die das spezielle Antigen ganz genau hineinpa\u00dft (Schl\u00fcssel-Schlo\u00df-Prinzip). Jeder Antik\u00f6rper f\u00fcr ein bestimmtes Antigen kommt in mehreren Variationen, den sog. Immunglobulin-Klassen vor, die alle unterschiedliche Funktionen haben (Allergie). Einige dieser <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><br \/> <\/span>Immunglobulin-Klassen sind Plazenta-g\u00e4ngig und sorgen so f\u00fcr den \"Nestschutz\" des Neugeborenen. <\/p>\n<p>Das I. h\u00e4lt stets gegen jede beliebige Determinante nat\u00fcrlichen oder synthetischen Ursprungs Lymphocyten mit passendem spezifischen Antik\u00f6rper bereit (ca. 1012 verschiedene pro <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Organismus). Dies ist die Garantie daf\u00fcr, da\u00df bei Infektionen durch einen beliebigen Krankheitserreger Immunreaktionen in Gang gesetzt werden k\u00f6nnen. Dabei werden die Antigene von einem spezifischen Antik\u00f6rper, der auf der Zelloberfl\u00e4che eines B-Lymphocyten gebunden ist, erkannt. Diesen Proze\u00df bezeichnet man als Sensibilisierung. <\/p>\n<p>Der sensibilisierte B-Lymphocyt teilt sich rapide, und es entsteht ein Zellklon, dessen Antik\u00f6rper alle identisch sind. Der B-Lymphocyt reift dabei zur sog. Plasmazelle heran, die ca. 2.000 Antik\u00f6rper\/sec. produzieren kann. Nach der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Sensibilisierung werden einige der spezifischen B-Lymphocyten zu langlebigen Ged\u00e4chtniszellen. Diese sorgen daf\u00fcr, da\u00df bei einem zweiten Kontakt mit dem gleichen Antigen die Immunreaktion wesentlich schneller und effektiver abl\u00e4uft. <\/p>\n<p>Auf diesem Prinzip beruhen die aktiven Impfungen: Abgeschw\u00e4chte Erreger, die ihre antigene Eigenschaft noch behalten haben, immunisieren den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Organismus, ohne da\u00df dieser erkrankt, und sorgen so f\u00fcr oft lebenslangen Schutz vor den Kranheiten, gegen die geimpft wurde.<br \/>Die Bindung eines Antik\u00f6rpers an das Antigen allein gen\u00fcgt jedoch nicht, um eine Infektion zu bew\u00e4ltigen. <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich reifen im Thymus T-Lymphocyten heran, die in ihrer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Membran Antik\u00f6rper-\u00e4hnliche Molek\u00fcle (Receptoren) besitzen, die ebenfalls Antigene binden k\u00f6nnen. Verschiedene Untergruppen der T-Lymphocyten haben unterschiedliche Aufgaben: T-Helferzellen stimulieren die Antik\u00f6rper-Produktion und geben das Startsignal f\u00fcr T-Killerzellen. Die T-Killerzellen zerst\u00f6ren von Viren und von anderen Erregern befallene Zellen sowie Krebszellen. Die T-Suppressorzellen bremsen die T- und B-Lymphocyten nach getaner Arbeit und bieten Schutz vor Autoimmunerkrankungen und Allergien. <\/p>\n<p>Die T-Helferzellen sind auch Angriffspunkt der AIDS-Viren. Die AIDS-Viren dringen in die T-Helferzellen ein und entziehen sich so versteckt jeder immunologischen Abwehr. Im Thymus lernen die T-Lymphocyten die Unterscheidung von eigenem Gewebe = \"selbst\" und \"nicht-selbst\". Zur Identifikation des eigenen Gewebes tragen alle K\u00f6rperzellen das gleiche spezifische Zelloberfl\u00e4chenmolek\u00fcl, das von den T-Lymphocyten erkannt wird. <\/p>\n<p>Diese Oberfl\u00e4chenstrukturen unterliegen innerhalb der Bev\u00f6lkerung grossen genetischen Unterschieden. Das I. erkennt daher h\u00e4ufig Transplantate als fremdes Gewebe und vernichtet sie. Durch das Ausw\u00e4hlen von m\u00f6glichst gengleichen Spendern und den Einsatz von Medikamenten, die das I. unterdr\u00fccken (Immundepressiva), versucht man die Transplantatabstossung zu vermeiden.<br \/>Es wird zunehmend auch von wissenschaftlicher Seite erkannt, dass die Funitionst\u00fcchtigkeit des I. psychichen Faktoren unterliegt, sowohl bei der Bek\u00e4mpfung von Infekten als auch von Krebserkrankungen. Mit dieser Problematik befasst sich die Psycho-Neuro-Immunologie.<\/p>\n<p>Neben einer stabilen Psyche schaffen eine gesunde Ern\u00e4hrung durch ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen, aber auch gen\u00fcgend sportliche Bewegung die Voraussetzung f\u00fcr ein funktionst\u00fcchtiges I. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Umweltbelastungen wie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Schadstoffe (z.B. <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Ozon) oder <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Strahlung (somatische Strahlensch\u00e4den), (UV-Strahlung) eine Schw\u00e4chung des I. verursachen.<\/p>\n<p><i> Lit.: J.M. Roitt, J. Brostoff, D.K. Male: Kurzes Lehrbuch der Immunologie, Stuttgart 1991; N. Staines, J. Brostoff, K. James: Immunologisches Grundwissen, Stuttgart 1987; GEO-Wissen: Abwehr, AIDS, Allergie, Hamburg 1988<\/i><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-2541-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2541-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2541-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das I. ist ein Schutzsystem des Organismus zur Abwehr von Krankheitserregern, k\u00f6rperfremden Zellen oder Strukturen.Die Organe des I. (Knochenmark, Lymphknoten, Thymus, Milz etc.) sowie die Zellen des I. sind \u00fcber den ganzen K\u00f6rper verteilt, so da\u00df praktisch an jedem Ort des K\u00f6rpers Infektionen abgewehrt werden k\u00f6nnen. 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