{"id":2353,"date":"2015-05-22T08:47:22","date_gmt":"2015-05-22T08:47:22","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2353"},"modified":"2015-05-22T08:47:22","modified_gmt":"2015-05-22T08:47:22","slug":"biologische-schaedlingsbekaempfung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2353","title":{"rendered":"Biologische Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-2353\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-2353-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2353-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-2353-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2353-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-2353-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Unter biologischer Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung versteht man die Verwendung von Organismen und Viren, um Sch\u00e4dlinge (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Viren) in ihrer Anzahl zu begrenzen und um den durch sie angerichteten Schaden unter eine wirtschaftlich bedenkliche Schwelle abzusenken.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ziel aller Ma\u00dfnahmen ist nicht die Vernichtung der Sch\u00e4dlinge, sondern die Einschr\u00e4nkung ihrer Vermehrung durch nat\u00fcrlich vorkommende oder eingef\u00fchrte Gegenspieler (Antagonisten), sogenannte N\u00fctzlinge. Die bei der chemischen Bek\u00e4mpfung auftretenden Probleme der Resistenzbildung gegen ein Pestizid und die darauffolgende starke Vermehrung der resistenten Organismen, das Problem der unspezifischen Wirkung gegen N\u00fctzlinge und Sch\u00e4dlinge gleichzeitig und das Problem der Sch\u00e4digung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Umwelt durch oft schwer abbaubare Stoffe sollen bei der biologischen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung vermieden werden.<br \/>Bei den \"klassischen\" biologischen Verfahren kommen R\u00e4uber, Parasiten und Krankheitserreger zum Einsatz. Unter R\u00e4ubern versteht man solche Tiere, die sich von einer bestimmten anderen Tierart ern\u00e4hren; Beispiele sind viele V\u00f6gel, Laufk\u00e4fer, Marienk\u00e4fer, Raubwanzen, Raubmilben und Larven von Schwebfliegen. Zu den Schmarotzern oder Parasiten geh\u00f6ren solche Organismen, die sich auf Kosten eines sogenannten Wirtes entwickeln und zu diesem Zweck ganz oder zeitweise in oder auf ihm leben, ihn aber nicht sofort abt\u00f6ten, sondern durch ihre Nutzung zun\u00e4chst sehr schw\u00e4chen; z.B. werden Schlupfwespen zur Bek\u00e4mpfung der Wei\u00dfen Fliege in Gew\u00e4chshauskulturen eingesetzt. <br \/>Als Krankheitserreger oder Pathogene bezeichnet man parasitische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Mikroorganismen (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Pilze, Bakterien) und Viren, welche in ihren Wirten Infektionen hervorrufen k\u00f6nnen, die zu einer Schw\u00e4chung oder zu einem mehr oder weniger schnellen Tod des Wirtes f\u00fchren. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist das Bakterium Bacillus thuringiensis, das mittlerweile weltweit in verschiedenen Pr\u00e4paraten vor allem zur Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Schmetterlingsraupen, wie z.B. des Maisz\u00fcnslers oder Kohlwei\u00dflings, eingesetzt wird.<br \/>Weitere Methoden der biologischen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung sind Autozid-Verfahren (Selbstvernichtungsverfahren: Ausbringung von sterilisierten M\u00e4nnchen in eine Sch\u00e4dlingspopulation, woraufhin die nachfolgende <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Generation deutlich vermindert oder sogar ausgerottet wird), Resistenzz\u00fcchtung, die gezielte Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeit von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Nutzpflanzen und -tieren gegen\u00fcber Schadorganismen durch spezielle St\u00e4rkungsmittel oder Pr\u00e4immunisierung (\"Schutzimpfung\"), und die F\u00f6rderung der N\u00fctzlinge durch bestimmte Anbaumethoden (Mischkulturen, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Fruchtfolge), reduzierte Bodenbearbeitung und D\u00fcngung oder Kulturma\u00dfnahmen.<br \/>Dazu geh\u00f6rt das Anpflanzen von Hecken zur F\u00f6rderung der V\u00f6gel sowie das Stehenlassen von Brachlandinseln als R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit f\u00fcr N\u00fctzlinge. Au\u00dferdem k\u00f6nnen mit Hilfe von Lockstoffen (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Duftstoffe, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Pheromone) Sch\u00e4dlinge in Fallen gelockt und vernichtet werden (Pheromonfallen bei Borkenk\u00e4fern).<br \/>Werden nicht die Organismen selbst, sondern nur bestimmte wirksame Stoffwechselprodukte eingesetzt, wie z.B. <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Antibiotika oder <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Toxine von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Mikroorganismen, so spricht man von Biotechnischer Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung. Im Integrierten Pflanzenbau werden Verfahren der biologischen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung mit biotechnischen und konventionellen Verfahren kombiniert.<\/p>\n<p><i>Lit.: A.Krieg, J.M.Franz: Lehrbuch der Biologischen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung, Berlin und Hamburg 1989<\/i><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>siehe auch: Alternativer Landbau<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-2353-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2353-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2353-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter biologischer Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung versteht man die Verwendung von Organismen und Viren, um Sch\u00e4dlinge (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Viren) in ihrer Anzahl zu begrenzen und um den durch sie angerichteten Schaden unter eine wirtschaftlich bedenkliche Schwelle abzusenken.Ziel aller Ma\u00dfnahmen ist nicht die Vernichtung der Sch\u00e4dlinge, sondern die Einschr\u00e4nkung ihrer Vermehrung durch nat\u00fcrlich vorkommende oder eingef\u00fchrte Gegenspieler [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,40,22,24],"tags":[],"class_list":["post-2353","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-a-f","category-b","category-ernaehrung","category-landwirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2353"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2353\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2354,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2353\/revisions\/2354"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}