{"id":2117,"date":"2015-05-07T13:13:54","date_gmt":"2015-05-07T13:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2117"},"modified":"2015-05-07T13:13:54","modified_gmt":"2015-05-07T13:13:54","slug":"vegetarier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=2117","title":{"rendered":"Vegetarier"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-2117\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-2117-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2117-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-2117-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2117-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-2117-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Vegetarier sind Anh\u00e4nger einer alten alternativen Ern\u00e4hrungsform- dem Vegetarismus. Bei dieser Form werden nur pflanzliche Produkte und teilweise auch Produkte vom lebenden Tier konsumiert.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umgangssprachlich werden Personen als Vegetarier bezeichnet, die auf den Verzehr von tierischen Lebensmitteln verzichten oder zumindest extrem einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Ern\u00e4hrungsgeschichte<br \/>\u00dcber Jahrmillionen hinweg bevorzugte der Mensch pflanzliche Kost, was sich bis heute an anatomischen und physiologischen Merkmalen nachweisen l\u00e4sst. Die rein vegetarische Kost ist jedoch eine Erscheinung der Kultur und nicht in der Natur des Menschen begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Historische Entwicklung<br \/>Die Sekte der Orphiker in Griechenland und der griechische Philosoph Pythagoras gaben im 6. Jahrhundert v.Chr. dem Vegetarismus die ersten Impulse. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Vegetarismus noch \"Pythagor\u00e4ismus\" genannt. Mit der Lebensreform-Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts, erreichte der Vegetarismus in Deutschland eine breite \u00d6ffentlichkeit. Der Ansatz dieser Reform war neben einer vollwertigen Ern\u00e4hrung die Zunahme des Fleischkonsums in den 1850er Jahren und die damit verbundene Zunahme der Zivilisationskrankheiten. Mit der Umweltbewegung in den 1970er Jahren kam ein weiterer Aufschwung. Heute werden nicht nur gesundheitliche, sondern auch tierethische Aspekte ins Blickfeld genommen.<\/p>\n<p>Formen<br \/>Vegetarismus ist keine einheitliche Ern\u00e4hrungsform, sondern umfasst verschiedene Kostformen, die sich in der Lebensmittelauswahl, Zielen und Beweggr\u00fcnden unterscheiden. Die Hauptmotive finden sich in ethisch-religi\u00f6sen, gesundheitlichen, sozialen, \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Aspekten. Nach der Lebensmittelauswahl unterscheiden sich ovolacto, ovo-, lacto-, vegetarische und vegane Kost. Kostformen nach Bircher-Benner, Waerland, Schnitzer und die Evers-Di\u00e4t werden zwar nicht ausdr\u00fccklich als vegetarisch bezeichnet, sind es ihrem Erscheinungsbild nach. Die Ern\u00e4hrung nach der chinesischen und Mazdaznan Ern\u00e4hrungslehre, Mayr-Kur sowie verschiedenen Rheuma-Di\u00e4ten z\u00e4hlen ebenso zur vegetarischen Ern\u00e4hrungsweise.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Vegetarier in Deutschland hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verzehnfacht. Der Vegetarierbund Deutschland z\u00e4hlt knapp sieben Millionen Vegetarier, wobei die meisten Ovolaktovegetarier sind. Diese Gruppe verzehrt weder Fleisch noch Fisch und daraus hergestellte Produkte. Allerdings sind die Ansichten zum Einsatz von Chymosin bei der K\u00e4seherstellung unterschiedlich. Neben pflanzlicher Nahrung sind <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Milch, Milchprodukte und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Eier sowie andere Produkte vom lebenden Tier erlaubt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang wird seit einiger Zeit auch von Pudding\u2013 und Semivegetariern gesprochen. Puddingvegetarier bevorzugen, entgegen der Grundregel alternativer Ern\u00e4hrungsformen, stark verarbeitete Lebensmittel mit einer geringen N\u00e4hrstoffdichte (Wei\u00dfmehlerzeugnisse, Zuckerwaren). Semivegetarier schr\u00e4nken den Verzehr von Fleisch und Fisch sehr, aber nicht ganz, ein.<\/p>\n<p>Die Gruppe der Ovovegetarier meidet <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Milch und Milchprodukte, verzehrt aber <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Eier. Zur ovo- vegetarischen Ern\u00e4hrung z\u00e4hlen die Evers-Di\u00e4t, Schnitzer-Normalkost. Diese Form wird eher selten praktiziert.<br \/>Dagegen meiden Lactovegetarier <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Eier und mit K\u00e4lberlab hergestellten K\u00e4se. Die Waerland-Kost sowie verschiedene Rheumadi\u00e4ten werden zu dieser Form gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Als strengste Form des Vegetarismus wird die vegane Ern\u00e4hrung bezeichnet. Veganer meiden alle vom Tier stammenden Produkte (Nahrungsmittel mit Gelatine, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Milch, Honig etc.) und Gebrauchsgegenst\u00e4nde (Lederschuhe und \u2013taschen, Pinsel, Federn, B\u00fcrsten aus Tierhaar etc.). Bei mangelnden Kenntnissen der Lebensmittelzusammensetzung ist eine vegane Rohkost auf Dauer abzulehnen.<\/p>\n<p>Ern\u00e4hrungswissenschaftliche Erkenntnisse<br \/>Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg erkranken Vegetarier seltener als \"Normalesser\". Die Todesrate durch Schlaganf\u00e4lle und Herzinfarkt lag um 50 Prozent niedriger als im Durchschnitt der deutschen Bev\u00f6lkerung. Das Vorkommen Krebserkrankungen war bei M\u00e4nnern um 50 Prozent, bei Frauen um 25 Prozent niedriger. Auch chronische Krankheiten wie Durchblutungsst\u00f6rungen und Bluthochdruck traten seltener auf. Die beste <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Gesundheit wiesen gem\u00e4\u00dfigte Vegetarier auf, die, im Gegensatz zu strengen Vegetariern, nicht auf tierische Produkte wie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Eier und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Milch und Milchprodukte verzichten.<\/p>\n<p>Kennzeichnung<br \/>Viele Produkte enthalten versteckte, tierische Bestandteile, z.B. Gelatine in S\u00fc\u00dfigkeiten, Speckfett in Tomatensuppe, Schweineschmalz in Gem\u00fcsepizza und andere. Klarheit schafft das V-Zeichen der europ\u00e4ischen Vegetarier-Union. Es d\u00fcrfen nur Produkte mit diesem Label gekennzeichnet werden, die keine Zutaten oder Substanzen von get\u00f6teten Tieren enthalten. Zus\u00e4tzlich kann das Wort \"vegan\" beigef\u00fcgt werden, wenn keinerlei tierische Stoffe oder Substanzen enthalten sind. Das Pr\u00fcfzeichen wird vom Vegis Lizenzvertrieb vergeben.<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>LEITZMANN, C.; HAHN, A.: Vegetarische Ern\u00e4hrung. Stuttgart 1996.<br \/>L\u00d6BBERT et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.<br \/>KOERBER, K.; M\u00c4NNLE, T.; LEITZMANN C.: Vollwert-Ern\u00e4hrung. Heidelberg 1999. <br \/>DER BROCKHAUS: Ern\u00e4hrung. Mannheim 2001.<br \/>SPEKTRUM: Lexikon der Ern\u00e4hrung. Berlin 2002.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-2117-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-2117-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-2117-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vegetarier sind Anh\u00e4nger einer alten alternativen Ern\u00e4hrungsform- dem Vegetarismus. 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