{"id":1982,"date":"2015-05-04T10:50:08","date_gmt":"2015-05-04T10:50:08","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1982"},"modified":"2015-05-04T10:51:56","modified_gmt":"2015-05-04T10:51:56","slug":"agragpolitik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1982","title":{"rendered":"Agragpolitik"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1982\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1982-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1982-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1982-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1982-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1982-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Festgeschriebenes Ziel der Agrarpolitik in Deutschland und der EG ist es, die Existenz b\u00e4uerlicher Familienbetriebe zu sichern.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Weltmarktpreise f\u00fcr Agrarprodukte aber nur Gro\u00dfbauern (Agrarfabriken) wirtschaftliches Arbeiten erm\u00f6glichen, werden staatliche Abnahmegarantien zu k\u00fcnstlich erh\u00f6hten Preisen gegeben, die diese Produkte unter rein marktwirtschaftlichen Bedingungen nur mit wenigen Ausnahmen erzielen w\u00fcrden. Die Aufwendungen der EG f\u00fcr die Agrarpolitik betrugen 1991 ca. 86 Mrd DM, dies entspricht rund 60% des EG-Haushaltes. Die Politik staatlich garantierter Abnahme landwirtschaftlicher Produkte hat verschiedene Auswirkungen:<br \/>\u00dcberproduktion: In fast allen Bereichen der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Landwirtschaft kommt es zu \u00dcberproduktion, die mit Hilfe von j\u00e4hrlichen Exportsubventionen in H\u00f6he von ca. 21 Mrd DM auf dem Weltmarkt abgesetzt werden. Die \u00dcberproduktion in der EG betrug 1990 f\u00fcr Magermilchpulver 168%, f\u00fcr <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Zucker 131%, f\u00fcr Getreide 119% und f\u00fcr <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Milch 113%, bezogen auf den tats\u00e4chlichen Bedarf. Gleichzeitig wird durch Zollabgaben die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus anderen L\u00e4ndern verteuert.<br \/>Konzentration: Da keine direkten Beihilfen an Landwirte gezahlt werden, sondern Produktpreise subventioniert werden, sind Agrarfabriken in der Produktion gegen\u00fcber Kleinbauern bevorteilt. Dies hat in der gesamten EG zur \u00c4nderung der Betriebsgr\u00f6\u00dfenstruktur in Agrarbetrieben gef\u00fchrt. Damit verbunden sind negative Auswirkungen auf die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Umwelt (Konventionelle Landwirtschaft, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Massentierhaltung, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Pestizide).<br \/><span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Dritte Welt: Die Auswirkungen der Agrarpolitik der Industriel\u00e4nder, insbesondere der EG, sind f\u00fcr L\u00e4nder der Dritten Welt in mehrfacher Hinsicht katastrophal. I.d.R. ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig in diesen L\u00e4ndern. Durch Handelshemmnisse wie z.B. Z\u00f6lle wird ihnen aber der Zugang zu den M\u00e4rkten der Industriel\u00e4nder versperrt. Gegen\u00fcber den durch Exportsubventionen verbilligten Produkten der EG sind die Produkte der Dritte-Welt-L\u00e4nder auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzf\u00e4hig. Die Landwirtschaft dieser L\u00e4nder wird somit geschw\u00e4cht. <br \/>Die erzeugten Lebensmittel w\u00fcrden bei gleichm\u00e4\u00dfiger Verteilung der subventionierten \u00dcberschu\u00dfproduktion zur Ern\u00e4hrung der Weltbev\u00f6lkerung ausreichen. Die Agrarpolitik der Industriel\u00e4nder hat zu gleichzeitiger \u00dcberproduktion und Hunger gef\u00fchrt. Derzeit ist eine EG-Agrarreform geplant, die v.a. darauf abzielt, Subventionen abzubauen. Bei entfallender Preisst\u00fctzung wird die EG direkte Einkommenbeihilfen zahlen, sie will Fl\u00e4chenstillegungungen pr\u00e4mieren und die Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion (Verzicht auf intensive Anbaumethoden: Einsatz von Pestiziden, Herbiziden, \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Einsatz von D\u00fcngemitteln) sowie Landschaftspflege durch Landwirte f\u00f6rdern, um so die \u00dcberproduktion zu drosseln. <br \/>Der Umweltbelastung durch die landwirtschaftlichen Produktionsprozesse versucht die EG durch entsprechende Richtlinien beizukommen: z.B. durch die Richtlinie zum Schutz der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Umwelt und insbesondere der B\u00f6den bei der Verwendung von Kl\u00e4rschlamm in der Landwirtschaft von 1986 oder die Richtlinie \u00fcber das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln von 1991. <br \/>Danach d\u00fcrfen in den jeweiligen Mitgliedstaaten nur noch Pflanzenschutzmittel in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Verkehr gebracht und angewendet werden, die nach den Bestimmungen der Richtlinie dort zugelassen sind. Allerdings bleiben die EG-Regelungen, um die Konkurrenzf\u00e4higkeit der Landwirtschaften wirtschaftlich schw\u00e4cherer Staaten nicht zu gef\u00e4hrden, deutlich hinter einzelnen nationalen Regelungen zur\u00fcck: z.B. dem Verbot des krebsverd\u00e4chtigen Atrazin allein in Deutschland 1990. Da nun aber Pflanzenschutzmittel, die in einem Mitgliedstaat zugelassen sind, auch in den anderen verkauft werden d\u00fcrfen, kann <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Atrazin auf diesem Wege in Deutschland wiederauftauchen. <\/p>\n<p>siehe auch: GATT, Genbank, Artenschutz<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1982-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1982-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1982-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Festgeschriebenes Ziel der Agrarpolitik in Deutschland und der EG ist es, die Existenz b\u00e4uerlicher Familienbetriebe zu sichern.Da die Weltmarktpreise f\u00fcr Agrarprodukte aber nur Gro\u00dfbauern (Agrarfabriken) wirtschaftliches Arbeiten erm\u00f6glichen, werden staatliche Abnahmegarantien zu k\u00fcnstlich erh\u00f6hten Preisen gegeben, die diese Produkte unter rein marktwirtschaftlichen Bedingungen nur mit wenigen Ausnahmen erzielen w\u00fcrden. 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