{"id":1846,"date":"2015-04-28T12:27:48","date_gmt":"2015-04-28T12:27:48","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1846"},"modified":"2015-07-30T15:17:38","modified_gmt":"2015-07-30T15:17:38","slug":"gentechnologie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1846","title":{"rendered":"Gentechnologie"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1846\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1846-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1846-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1846-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1846-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1846-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Sammelbegriff f\u00fcr auf molekularbiologischen Erkenntnissen fu\u00dfende Techniken zur Isolation, Synthese und Charakterisierung von genetischem Material und Mechanismen, die das Erbgut von Organismen betreffen sowie zur \u00dcbertragung (Gentransfer, Vektoren) und Neukombination von DNS und RNA (Ribonukleins\u00e4ure).<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die praktischen Anwendung der G. erfolgt bereits in einer Vielzahl von Bereichen. Zu ihnen geh\u00f6ren Medizin (Human Genom Project, Gentherapie, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Genomanalyse), Produktion von Pharmaka, Kriminalistik (Genetischer Fingerabdruck), <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Umweltschutz (schadstofffressende Bakterien) sowie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion (s.u).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts des enormen F\u00f6rderungsvolumens f\u00fcr die Forschung im Bereich G. durch die Bundesregierung (Programm <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Biotechnologie 2000, 1989 bis 1994 rd. 1,7 Mrd DM) und die EG (1990 bis 1994 rd. 500 Mio DM) ist damit zu rechnen, da\u00df die G. in einem Ausma\u00df Einflu\u00df auf die wirtschaftliche Entwicklung und das allt\u00e4gliche Leben nehmen wird, wie es bislang von den neuen Technologien nur der Mikroelektronik gelang. Neben der Pharmazie bietet der Sektor der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung der G. das breiteste Spektrum der Anwendung und die schnellste Umsetzung in die Massenproduktion. <\/p>\n<p>Industrieunternehmen der verschiedensten Bereiche versprechen sich durch den Einsatz der G. wirtschaftliche Vorteile. Die Lebensmittelindustrie z.B. sieht die M\u00f6glichkeit, mit der G. traditionelle, landwirtschaftliche Produkte sowie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Mikroorganismen den Erfordernissen ihrer Verarbeitungsverfahren anzupassen und damit Prozesse zu rationalisieren. Zudem erhofft sie sich langfristig durch die Konstruktion neuer Produkte neue Marktnischen zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Heute werden bereits <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Enzyme und Aminos\u00e4uren zur Herstellung von Lebensmitteln z.T. mit Hilfe gentechnisch ver\u00e4nderter Mikroorganismen produziert (z.B.: alpha-Amylasen f\u00fcr den Herstellungsproze\u00df von Bier und Brot, Phenylalanin im Zusammenhang mit S\u00fc\u00dfstoffen). In verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist es zul\u00e4ssig, K\u00e4se mit gentechnisch produziertem Chymosin herzustellen, der auch nach Deutschland importiert wird. Hefen und Bakterien, in der Produktion von Brot, Bier sowie Fleisch- und Milchprodukten werden ver\u00e4ndert, um Verfahrenschritte zu verk\u00fcrzen oder einzusparen. In Gro\u00dfbritannien ist eine gentechnisch ver\u00e4nderte Brot- und Bierhefe zur kommerziellen Anwendung zugelassen.<\/p>\n<p>Die G. soll bei Nutztieren und -pflanzen das Spektrum der z\u00fcchterischen M\u00f6glichkeiten erweitern. Aktuelle Ziele in der gentechnischen Pflanzenzucht-Forschung sind: die \u00dcbertragung von Resistenzen gegen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Herbizide, Pflanzensch\u00e4dlinge und Umwelteinfl\u00fcsse\/-sch\u00e4den, wie z.B. hohe Bodensalzgehalte oder Trockenheit und die Ver\u00e4nderung der Pflanzeninhaltsstoffe.<\/p>\n<p>Eine Vielzahl von Fragen, die die Gesundheits, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Umwelt- und Sozialvertr\u00e4glichkeit der G. betreffen, sind bislang noch ungekl\u00e4rt. So besteht derzeit kein gesichertes Wissen dar\u00fcber, inwieweit der Einbau fremder <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>DNS das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Genom eines <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Organismus beeinflussen kann, da \u00fcber die zeitliche und r\u00e4umliche Wechselwirkung der Gene wenig bekannt ist. Damit wird das Auftreten neuer oder ver\u00e4nderter Stoffwechselprodukte, deren Wirkung auf die menschliche <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Gesundheit nicht abzusch\u00e4tzen ist, denkbar. <\/p>\n<p>Die Freisetzung gentechnisch ver\u00e4nderter Organismen wirft die noch weitgehend unbeantwortete Frage auf, inwieweit <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>DNS im Freiland zwischen artfremden Organismen ausgetauscht werden und es damit zu einer unkontrollierten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Ausbreitung von z.B. Resistenzeigenschaften kommen kann. Dabei ist noch unklar, inwieweit biotopfremde, gentechnisch manipulierte Organismen bestehende \u00f6kologische Gleichgewichte und Kreisl\u00e4ufe st\u00f6ren oder zerst\u00f6ren k\u00f6nnen. Zudem ist mit weitreichenden negativen sozio-\u00f6konomischen Folgen durch Strukturver\u00e4nderungen (Intensivierung und Konzentration) in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie zu rechnen, die eine umfassende Einf\u00fchrung der G. hervorrufen kann bzw. verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Den Umgang mit gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen regeln EG-weit die Richtlinie 90\/219 zur \"Anwendung genetisch ver\u00e4nderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen\" und 90\/220 zur \"Absichtlichen Freisetzung von genetisch ver\u00e4nderten Organismen in die Umwelt\" (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Freisetzungsrichtlinie). In Deutschland ist im Juni 1990 das Gentechnikgesetz verabschiedet worden, mit dem die Umsetzung der Richtlinien in nationales Recht vollzogen werden sollte. <\/p>\n<p>Bis Anfang 1993 wird aller Voraussicht nach vom Ministerrat der EG die Novel-Food-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Verordnung verabschiedet werden, mit der EG-weit auch die Zulassung von Lebensmitteln geregelt werden soll, die gentechnisch ver\u00e4nderte Organismen enthalten. Mit dieser einheitlichen Regelung wird es wahrscheinlich zu einer zunehmenden Verbreitung dieser Produkte kommen.<\/p>\n<p>Im Rahmen von Arzneimittelgesetzen werden derzeit EG-einheitliche Zulassungsverfahren f\u00fcr gentechnisch hergestellte Arzneimittel erarbeitet.<br \/>Alle gesetzlichen Regelungen zur G. weisen mehr oder weniger gro\u00dfe M\u00e4ngel bzgl. Sicherheitsvorschriften, Definition des Anwendungsbereichs, B\u00fcrgerbeteiligung und Kennzeichnungsvorschriften auf (Gentechnikgesetz).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Siehe auch: Vektor<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1846-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1846-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1846-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sammelbegriff f\u00fcr auf molekularbiologischen Erkenntnissen fu\u00dfende Techniken zur Isolation, Synthese und Charakterisierung von genetischem Material und Mechanismen, die das Erbgut von Organismen betreffen sowie zur \u00dcbertragung (Gentransfer, Vektoren) und Neukombination von DNS und RNA (Ribonukleins\u00e4ure).Die praktischen Anwendung der G. erfolgt bereits in einer Vielzahl von Bereichen. 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