{"id":1823,"date":"2015-04-24T10:16:34","date_gmt":"2015-04-24T10:16:34","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1823"},"modified":"2015-04-24T10:16:34","modified_gmt":"2015-04-24T10:16:34","slug":"fischerei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1823","title":{"rendered":"Fischerei"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1823\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1823-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1823-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1823-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1823-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1823-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Gesamtertrag der Meeres-F. lag im Jahr 2000 laut FAO bei 100.192.612 Tonnen. In Deutschland wurden im Jahr 2002 205. 689 Tonnen Seefisch angelandet.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allgemein werden die Auswirkungen der Meeresverschmutzung auf Fischbestand und Qualit\u00e4t aufgrund der gro\u00dfen Wassermenge der Meere (97,5 Prozent des Wasserkreislaufs) als gering eingesch\u00e4tzt. Dies gilt allerdings nicht f\u00fcr Meere mit geringem Wasseraustausch und hohen Schadstoffeintr\u00e4gen (vor allem Ostsee) und Mittelmeer, aber auch Nordsee<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutschen Fangquoten wurden in den letzten Jahren bei weitem nicht ausgesch\u00f6pft, 2002 wurden gut 205.000 t angelandet. Der Umsatz der deutschen Seefischerei lag 2002 noch bei 190 Mio. Euro. Die Zahl der Besch\u00e4ftigten in der deutschen Fischwirtschaft ist im Jahr 2002 auf rund 45.300 gesunken.<\/p>\n<p>Noch 1957 nahm die Deutschland mit 791.000 Tonnen unter den europ\u00e4ischen F.-Nationen Platz zwei ein. Heute unterh\u00e4lt die BRD praktisch keine Fangflotte mehr (nur noch 12 hochseetaugliche Fischereifahrzeuge, aber 2.200 Kutterfischereifahrzeuge)und der Seefisch wird zu 85 Prozent importiert. <\/p>\n<p>Der Fischverbrauch lag 2002 bei 14 Kilogramm\/Jahr je Bundesb\u00fcrger. Die beliebtesten Fische in der Ern\u00e4hrung der Deutschen sind der Alaska-Seelachs mit 30,1 Prozent, der Hering 15,5 Prozent und der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Thunfisch und Boniten mit 12,2 Prozent Marktanteil. Hierbei fallen 32 Prozent auf Tiefk\u00fchlfisch, 29 Prozent auf Fischkonserven und Marinaden und 12 Prozent auf Frischfisch.<\/p>\n<p>Die Fangergebnisse f\u00fcr frostfischverarbeitende Fangschiffe sind noch relativ gut, starke Einbu\u00dfen im Fangertrag zeigen sich hingegen im Frischfischbereich. Die \u00fcber kurze Fahrtzeiten erreichbaren Fanggr\u00fcnde weisen fast alle eine schlechte Bestandssituation auf. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die n\u00f6rdliche Nordsee und die angrenzenden Fanggebiete. Inzwischen wird weitr\u00e4umig vor der afrikanischen Westk\u00fcste gefangen; was zu Lasten der Bev\u00f6lkerung der K\u00fcstetnstaaten geht, die ein Gro\u00dfteil irher Ern\u00e4hrung und Einkommens \u00fcber die Fischerei sichern.<\/p>\n<p>Hauptgr\u00fcnde hierf\u00fcr sind einerseits die seit einigen Jahren stark verbesserten Fangtechniken und -ger\u00e4te, die eine weitaus h\u00f6here Abfischung zur Folge haben (modernste Ortungstechnik und Fabrikschiffe zur Verarbeitung des Fangs auf See), und andererseits, die von der EU zu hoch angesetzten Fangquoten, die keine ausreichende Erholung der Restbest\u00e4nde zulassen. <\/p>\n<p>Aus Erhaltungsgr\u00fcnden m\u00fcssen die Fangmengen bei wichtigen tradionellen Best\u00e4nden weiter gesenkt bzw. ganz eingestellt werden, wie z.B. bei Kabeljau und Schellfisch in der Nordsee und Dorsch in der Ostsee. Die Rotbarschbest\u00e4nde vor Gr\u00f6nland und den F\u00e4r\u00f6erinseln sind bereits seit 1989 sehr stark ersch\u00f6pft. Die Auswirkungen der Dezimierung einzelner Fischarten auf das \u00d6kosystem sind bislang kaum erforscht.<\/p>\n<p>Die Fangquoten, die von den EU-Fischereiministern f\u00fcr 2000 festgelegt wurden, sind viel zu hoch:<br \/>So liegt die Quote f\u00fcr Schellfisch 41% und die f\u00fcr Seelachs 13% \u00fcber den Quoten, die von Wissenschaftlern empfohlen wurden - obwohl diese <br \/>Best\u00e4nde v\u00f6llig \u00fcberfischt sind. Auch der Fang auf Makrele wurde im Vergleich zum letzten Jahr um 15% aufgestockt, obwohl der Bestand seit 10 Jahren \u00fcberfischt und eine Erholung nicht abzusehen ist. Die<br \/>Quote f\u00fcr Wittling wurde auf 30 000 Tonnen festgelegt, trotz der Forderung der Wissenschaftler, den Fang im n\u00e4chsten Jahr v\u00f6llig einzustellen, damit sich der Bestand wieder erholen kann.<\/p>\n<p>Die EU-Fangquoten nehmen keine R\u00fccksicht auf die dramatische Situation der meisten Fischbest\u00e4nde im Atlantik und in der Nordsee: Schellfisch, Seelachs, Makrele und andere Best\u00e4nde sind v\u00f6llig \u00fcberfischt und durch die hohen Fangquoten akut bedroht. <\/p>\n<p>Die Welt-Fischereiflotte ist in Gr\u00f6\u00dfe und Kapazit\u00e4t im Zeitraum 1991-1997 weiter angestiegen, obwohl auf der internationalen Ebene schon seit vielen Jahren der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Abbau von Kapazit\u00e4ten gefordert wird. In den Jahren 1995 und 1996 verlangsamte sich diese Entwicklung aber 1997 erh\u00f6hte sich die Zahl der Konstruktionen von neuen Schiffen mit gro\u00dfer Tonnage. <\/p>\n<p>Diese \"industriellen Schiffe\", die \u00fcber 24 Meter lang sind und mehr als 100 Bruttoregistertonnen (BRT) haben, stellen etwa 70 Prozent des Gesamtwertes der internationalen Fischereiflotte dar. Von den weltweit etwa 3,5 Millionen Fischereischiffen sind nur 38.000 industrielle Schiffe (etwa ein Prozent der Gesamtflotte). <\/p>\n<p>Diese relativ geringe Zahl an Schiffen macht jedoch zwischen 50 und 60 Prozent der weltweiten Kapazit\u00e4t der Fischereiflotte aus. Der Umfang der industriellen Welt-Fischereiflotte ist zur Erhaltung und Schutz der Fischbest\u00e4nde um mindestens 50 Prozent zu reduzieren. <\/p>\n<p>Die Weltern\u00e4hrungsorganistion <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>FAO sch\u00e4tzt, dass nahezu 70 Prozent der wirtschaftlich wichtigen Fischbest\u00e4nde weltweit ausgebeutet, \u00fcberfischt oder stark gef\u00e4hrdet sind. <\/p>\n<p>Bis zu 39 Millionen Tonnen Beifang gehen j\u00e4hrlich in die Netze und werden tot ins Meer zur\u00fcckgeworfen (Discard). Grund daf\u00fcr sind unzureichende Fangtechniken und -Ausr\u00fcstungen, die einen selektiven Fang nicht erlauben, wof\u00fcr der industrielle Sektor die Hauptverantwortung tr\u00e4gt <br \/>Sch\u00e4tzungen der FAO zufolge arbeiten im marinen Sektor 15 Millionen Fischer auf Fangschiffen. 90 Prozent davon sind auf nicht-industriellen Schiffen t\u00e4tig <\/p>\n<p>Island war das erste Land, das seine nationalen F.-Zonen auf 200 Seemeilen ausdehnte. Dies hatte zur Folge, das seit 1977 in der ganzen EU die 200-Seemeilen-F.-Zone gilt. Dadurch wurden die Nordsee und angrenzende Fanggebiete zum EU-Meer und konnten seither von der gesamten EU-F.-Flotte befischt werden.<\/p>\n<p>In den letzten Jahrzehnten ist verst\u00e4rkt die Problematik der kilometerlangen Schlepp- und Treibnetze in die Kritik geraten. Seit Ende der neunziger Jahre ist die Treibnetz-F. verboten, aber nach wie vor wird beispielsweise im <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Mittelmeer mit Hilfe von Treibnetzen der gesamte Fischbestand \"abger\u00e4umt\". Verantwortlich f\u00fcr diese Entwicklung ist insbesondere der Thunfischfang, der zur Ausrottung \u00e4hnlich gro\u00dfer Fische wie etwa Delfine beitr\u00e4gt. <\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Verbraucher sind Japan, gefolgt von den USA und Westeuropa. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Thunfisches wird auf hoher See auf Fangschiffen mit Ringnetzen gefangen. Anders fangen hingegen vor allem japanische, taiwanische und koreanische sowie in geringem Umfang auch spanische, italienische und franz\u00f6sische Fischer. Sie schleppen die Treibnetze nicht, sondern legen sie einfach aus. Ein einzelnes Treibnetz kann hierbei bis zu 60 km lang sein. Es bildet eine hermetische Barriere f\u00fcr alle Fische, die sich in einer Tiefe bis zu 15 Meter aufhalten. <\/p>\n<p>Die Netze sind nahezu unsichtbar und k\u00f6nnen von Delphinen, Haien, Schwertfischen und anderen Meerestieren nicht wahrgenommen werden. Inzwischen sind in einigen Regionen Delphine und Thunfische beinahe ausgerottet. Hinzu kommt, da\u00df Seev\u00f6gel sich in den Treibnetzen verfangen und qualvoll ertrinken.<\/p>\n<p>Die Binnen-F. erzielte 1989 Fangertr\u00e4ge von 29.000 t, wovon nur ca. 20 Prozent aus nat\u00fcrlichen Gew\u00e4ssern kommt. Der Hauptanteil stammt aus der industriellen Fischproduktion. Wegen starker Schadstoffbelastung und \u00dcberd\u00fcngung d\u00fcrfen Fische aus einigen Gew\u00e4ssern nicht mehr vermarktet werden. Allgemein wird die Situation der Binnengew\u00e4sser gegen\u00fcber den 60er und 70er Jahren als stark verbessert bezeichnet, was f\u00fcr die Schadstoffeintr\u00e4ge als auch den sauerstoffgehalt gilt. So wird im Rhein inzwischen wieder eine relativ gro\u00dfe <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><br \/> <\/span>Artenvielfalt von Fischen verzeichnet.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1823-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1823-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1823-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gesamtertrag der Meeres-F. lag im Jahr 2000 laut FAO bei 100.192.612 Tonnen. 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