{"id":1793,"date":"2015-04-22T15:00:57","date_gmt":"2015-04-22T15:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1793"},"modified":"2015-04-22T15:00:57","modified_gmt":"2015-04-22T15:00:57","slug":"ernaehrungsziele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1793","title":{"rendered":"Ern\u00e4hrungsziele"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1793\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1793-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1793-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1793-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1793-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1793-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: justify;\"><b>Ern\u00e4hrungsziele werden nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung u.a. durch Einhaltung der Empfehlungen f\u00fcr die N\u00e4hrstoffzufuhr erreicht.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese orientieren sich an Zielsetzungen wie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsf\u00e4higkeit. Konkretisiert werden sie durch Zufuhrempfehlungen (Gedrich\/Karg 2001:19), die mit folgenden auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Referenzwerten arbeiten: <\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Ausreichende N\u00e4hrstoffzufuhr (Vermeidung von Mangelkrankheiten),<\/li>\n<li>Durchschnittsbedarf (Gew\u00e4hrleistung psychischer, physiologischer und biochemischer Funktionen; Anlage gewisser K\u00f6rperreserven bei 50 % der Bev\u00f6lkerung),<\/li>\n<li>Empfohlene Zufuhr (Deckung des Bedarfs von 98 % der Bev\u00f6lkerung).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die von Bedarfszahlen abgeleitete N\u00e4hrstoffzufuhr, bezieht sich auf gesunde Menschen und wird differenziert nach Alter und Geschlecht f\u00fcr verschiedene Bev\u00f6lkerungsgruppen ausgewiesen. Es handelt sich um allgemeine <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Richtwerte f\u00fcr eine w\u00fcnschenswerte Versorgung (Gedrich\/Karg 2001), zur Bewertung der Versorgungssituation einzelner Individuen sind sie nur sehr bedingt geeignet.<\/p>\n<p>Als Richtlinie f\u00fcr eine pr\u00e4ventive gesundheitsf\u00f6rdernde Ern\u00e4hrung wird eine gem\u00fcse- und obstreiche Kost (\u201e5 am Tag\u201c) empfohlen (vgl. Stehle 2001:18). Bezogen auf pr\u00e4ventive Aspekte der Ern\u00e4hrung werden u.a. Lebensmittel mit antioxidaktiven N\u00e4hrstoffen, sekund\u00e4ren Pflanzenstoffen, Fols\u00e4ure und Vitamin K besonders hervorgehoben. <\/p>\n<p>Empfehlungen f\u00fcr die N\u00e4hrstoffzufuhr wurden in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) erstmals 1955 unter dem Titel Die w\u00fcnschenswerte H\u00f6he der Nahrungszufuhr herausgegeben. Sie wurden 1962 \u00fcberarbeitet, 1970 einer grundlegenden Revision unterzogen und erschienen ab 1975 unter dem Titel Empfehlungen f\u00fcr die N\u00e4hrstoffzufuhr. Im M\u00e4rz 2000 wurden erstmals gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE), der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (\u00d6GE), der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrungsforschung und der Schweizerischen Vereinigung f\u00fcr Ern\u00e4hrung\u201a Referenzwerte f\u00fcr die N\u00e4hrstoffzufuhr ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n<p><b>Quelle:<\/b><br \/>Neueste Ausgabe der Empfehlung f\u00fcr die N\u00e4hrstoffzufuhr<\/p>\n<p>Da die Definitionsmacht bei den naturwissenschaftlichen Disziplinen liegt, beschr\u00e4nken sich die Referenzwerte und Zufuhrempfehlungen auf eng gefasste physische Ziele. Eine Konkretisierung der allgemeinen Ziele <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsf\u00e4higkeit steht noch aus. Die aktuellen Ern\u00e4hrungsziele sind damit weit entfernt von Lebenspraxis und Ern\u00e4hrungsalltag, K\u00fcche, Einkaufs- und Ern\u00e4hrungsverhalten (denen komplexe Strukturen, wie Einstellungen, Traditionen, Wahrnehmungen, Informationsverhalten, Lebensstile und Motive zugrunde liegen). Eine Chance f\u00fcr die Ausgestaltung von Ern\u00e4hrungszielen und den dazu erforderlichen praktischen Instrumenten liegt in neuen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen. Weder die Politik noch nichtstaatliche Organisationen im Ern\u00e4hrungsbereich verf\u00fcgen aktuell \u00fcber wirksame Instrumente zur zielgruppen-, gender- und sozialspezifischen Erreichung von Ern\u00e4hrungszielen in der breiten Bev\u00f6lkerung. Erforderlich ist, die gegenw\u00e4rtige Verengung der Perspektive auf einen naturwissenschaftlichen Zugang zu durchbrechen, die Aushandlungsprozesse \u00fcber Ern\u00e4hrungsziele auch im politischen Raum zu verankern und daf\u00fcr zu sorgen, dass alltagspraktische Zug\u00e4nge Eingang finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die aktuelle Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitssituation in Deutschland ist wie folgt zu beschreiben: Obwohl das Lebensmittelangebot sicher, preiswert und qualitativ hochwertig ist, bleiben ern\u00e4hrungsbeeinflusste Erkrankungen ein gesellschaftlich relevantes Gesundheitsproblem. Es wird insgesamt zu viel und zu fett gegessen, aber gleichzeitig zu wenig <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Obst und Gem\u00fcse verzehrt, bei abnehmender k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t. Die Rolle des Lebensstils und der Ern\u00e4hrung bei der Entstehung chronischer Erkrankungen wird zunehmend deutlicher. <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Gesundheit, Wohlbefinden, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Nachhaltigkeit, Genuss und gerechte Verteilung sind von allen ma\u00dfgeblichen Akteuren im Ern\u00e4hrungsbereich ankannte Ern\u00e4hrungsziele. Diese breite Zustimmung findet sich in der Ern\u00e4hrungspolitik jedoch nicht wieder. Ein Konsens in bezug auf Ziele und Absichten kann bei der praktischen Umsetzung der Ern\u00e4hrungsziele schnell in Dissens umschlagen, da von den Interessengruppen Zugest\u00e4ndnisse und Ver\u00e4nderungen in Produktion und Konsum abverlangt werden. Ein gravierendes Problem stellt auch die Abh\u00e4ngigkeit der Ern\u00e4hrungsziele von politischen Konjunkturen dar. Mit der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>BSE-Krise wurde beispielsweise Lebensmittelsicherheit zum vorrangigen Ern\u00e4hrungsziel erkl\u00e4rt und stand ganz oben auf der Agenda, mit nachlassendem Interesse, verlor dieses Ern\u00e4hrungsziel wieder an Bedeutung. <\/p>\n<p>Generell stehen hinter Ern\u00e4hrungszielen Vorstellungen von richtiger (gesunder) Ern\u00e4hrung, vom richtigen Essen, bis hin zum richtigen Leben(sstil). Voraussetzung f\u00fcr die gesellschaftliche Akzeptanzf\u00e4higkeit solcher normativen Vorgaben ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs. Die Formulierung von Ern\u00e4hrungszielen obliegt bislang jedoch wissenschaftlichen Experten und ist nicht Gegenstand der \u00f6ffentlichen politischen Diskussion. Gesellschaftliche Akteure nehmen an dem Aushandlungsprozess nicht teil. Aber auch der wissenschaftliche Zugang ist verengt. Bei der Umsetzung des wissenschaftlichen Gesundheits- und Ern\u00e4hrungswissens in Ern\u00e4hrungsziele, ist es nicht gelungen die naturwissenschaftliche Perspektive zu \u00f6ffnen und kulturelle Dimensionen der Ern\u00e4hrung einzubeziehen.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1793-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1793-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1793-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ern\u00e4hrungsziele werden nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung u.a. durch Einhaltung der Empfehlungen f\u00fcr die N\u00e4hrstoffzufuhr erreicht.Diese orientieren sich an Zielsetzungen wie Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsf\u00e4higkeit. 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