{"id":1521,"date":"2015-04-10T10:55:58","date_gmt":"2015-04-10T10:55:58","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1521"},"modified":"2015-04-10T10:55:58","modified_gmt":"2015-04-10T10:55:58","slug":"hochspannungsleitung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1521","title":{"rendered":"Hochspannungsleitung"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1521\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1521-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1521-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1521-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1521-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1521-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Mit Hilfe von Hochspannungsleitung wird elektrische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Energie (Elektrizit\u00e4t,<span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Strom) \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen transportiert.<\/b> <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die beim Verteilen von Strom zwangsl\u00e4ufig anfallenden Leitungsverluste geringzuhalten, wird die elektrische Spannung vor dem Verteilen in einem Umspannwerk auf 110 kV, 220 kV, 380 kV oder gar 800 kV hochgespannt (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Transformator). Zum weitr\u00e4umigen Verteilen werden heute das 220-kV- und v.a. das 380-kV-Netz verwendet (Gesamtl\u00e4nge 220\/380 kV-Netz 1988 (Westdeutschland): 29.000 km).<\/p>\n<p>Umweltbelastungen: Das zentrale Erzeugen und weitr\u00e4umige Verteilen von Strom ist energieverschwendend und damit umweltbelastend (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Kraftwerk, Kraft-W\u00e4rme-Kopplung, dezentrale Energieversorgung). Auf 100 km Leitung gehen zwischen 1,5% und 6% der elektrischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Energie verloren, dies ist mehr als z.B. beim Eisenbahntransport von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Steinkohle an Energie verlorengeht. Erst mit den noch seltenen H\u00f6chstspannungsleitungen (800 kV) ist ein relativ verlustfreier (0,5% auf 100 km) Stromtransport \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Entfernungen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Strittig ist, ob die von Hochspannungsleitung ausgehenden elektrischen und magnetischen Felder bei Anwohnern Gesundheitssch\u00e4den verursachen (Elektrosmog). Die in Deutschland zul\u00e4ssige elektrische Feldst\u00e4rke liegt bei 20 kV\/m. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 5 kV\/m, und Kritiker fordern einen Grenzwert von 2,5 kV\/m. In der Regel liegen die unter einer Hochspannungsleitung auftretenden elektrischen Felder in Deutschland bei 3-8 kV\/m und die magnetischen Felder bei einigen mycroTesla. Es ist schwierig, allgemeine Empfehlungen f\u00fcr den Abstand von Wohnh\u00e4usern zu Hochspannungsleitung zu geben, da je nach Spannung, Stromst\u00e4rke und Leiteranordnung h\u00f6chst unterschiedliche Felder in der Umgebung auftreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Will man den von Baubiologen vorgeschlagenen Grenzwert von 2,5 kV\/m f\u00fcr das elektrische Feld einhalten, so ist bei einer 380 kV-Trasse ein Mindestabstand von 30 bis 60 m erforderlich (oder aufwendige, von Fachleuten installierte Abschirmungen). Die auftretenden Magnetfelder h\u00e4ngen unmittelbar von der Stromst\u00e4rke ab, die sich \u00fcber den Tagesverlauf \u00e4ndert. Der Mindestabstand ergibt sich aus Vollastbetrieb und wird bei einer 380 kV-Trasse mit etwa 120 bis 200 m angegeben. Genaue Werte \u00fcber die Feldst\u00e4rken an einem konkreten Ort k\u00f6nnen nur durch Messungen (zu Vollastzeiten) ermittelt werden.<\/p>\n<p>Ein besonderes Problem stellen hier die Hochspannungsleitung der Eisen-, S- und Stra\u00dfenbahnen dar, die durch dichtbesiedelte Stadtgebiete f\u00fchren.<br \/>Es liegen aus den USA mehrere Studien vor, die Leuk\u00e4mie, Lymphomen und Hirntumoren bei Kindern \u00fcbereinstimmend in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern bringen. Das Leuk\u00e4mierisiko f\u00fcr Kinder, die im direkten Umfeld von Hochspannungsleitung wohnen, liegt nach einer Studie, die 1988 im Auftrag der New Yorker Gesundheitsbeh\u00f6rde durchgef\u00fchrt wurde, doppelt so hoch wie normal. Ebenso werden Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt unter Hochspannungsleitung diskutiert.<\/p>\n<p>In Deutschland sind knapp 1% der Gesamtfl\u00e4che mit Hochspannungsleitung \u00fcberspannt (Fl\u00e4chennutzung). Neben der optischen Belastung wird die Umweltbelastung v.a. durch die indirekte Fl\u00e4cheninanspruchnahme und die damit verbundenen landschaftlichen und \u00f6kologischen St\u00f6r- und Zerschneidefunktionen verursacht. Hinzu kommt eine starke <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Bodenbelastung durch <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Zink im Bereich des Mastfu\u00dfes, weil dort der vom Regen abgewaschene zinkhaltige Grundierungsanstrich eingetragen wird. Fernwandernde V\u00f6gel k\u00f6nnen durch Aufprall gegen die Leitungen get\u00f6tet werden. Indirekt sind V\u00f6gel durch Hochspannungsleitung durch das Zerschneiden von Biotopen und Naturschutzgebieten betroffen (Artensterben). Die Bildung von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Ozon an den Hochspannungsleitung scheint zum <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Waldsterben beizutragen.<\/p>\n<p>Hochspannungsleitung k\u00f6nnen nur bedingt durch Erdkabel ersetzt werden. Erdkabel sind technisch sehr aufwendig, schwer recyclebar, bis zu 15mal teurer und weisen h\u00f6here Verteilungsverluste auf. Von den in Westdeutschland insgesamt verlegten Stromkabeln der \u00f6ffentlichen Versorgung (1.189.325 km) sind 65% Erdkabel und 35% Freileitungen. Im Hochspannungsbereich (110-380 kV) liegt der Anteil der Freileitungen allerdings bei 95%.<br \/>Die bei zentraler Erzeugung von Strom notwendige gro\u00dffl\u00e4chige Verteilung von Strom kann durch dezentrale Energieversorgung und Stromeinsparungen reduziert werden.<\/p>\n<p><i>Lit.: \u00d6kologische Briefe 22.1.91, Krebs durch Stromtrassen, BINE Nr.12\/1990, Raumbelastung durch Hochspannungsleitungen<\/i><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1521-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1521-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1521-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Hilfe von Hochspannungsleitung wird elektrische Energie (Elektrizit\u00e4t,Strom) \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen transportiert. Um die beim Verteilen von Strom zwangsl\u00e4ufig anfallenden Leitungsverluste geringzuhalten, wird die elektrische Spannung vor dem Verteilen in einem Umspannwerk auf 110 kV, 220 kV, 380 kV oder gar 800 kV hochgespannt (Transformator). Zum weitr\u00e4umigen Verteilen werden heute das 220-kV- und v.a. das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,13,46],"tags":[],"class_list":["post-1521","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energie","category-g-m","category-h"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1521"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1521\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1522,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1521\/revisions\/1522"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}