{"id":1183,"date":"2015-03-27T10:09:21","date_gmt":"2015-03-27T10:09:21","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1183"},"modified":"2015-03-27T10:09:21","modified_gmt":"2015-03-27T10:09:21","slug":"waschmittel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1183","title":{"rendered":"Waschmittel"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1183\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1183-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1183-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1183-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1183-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1183-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: justify;\"><b>Zur S\u00e4uberung von Textilien im w\u00e4ssrigen Medium bestimmte, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>komplex zusammengesetzte Wirkstoffgemische, die immer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Tenside, meist auch Ger\u00fcststoffe, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Bleichmittel etc. enthalten. Es werden W. f\u00fcr den Privathaushalt und das Gewerbe hergestellt.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Infolge der anderen Rahmenbedingungen bei letzterem, zum Beispiel Vorenth\u00e4rtung des Waschwassers mit Ionenaustauschern (Wasserh\u00e4rte), unterscheiden sich gewerbliche W. in ihrer Zusammensetzung zum Teil deutlich von den Haushaltsprodukten. Diese dominieren den gesamten Waschmittelverbrauch mit grossem Abstand entsprechend der Tatsache, dass die gewerbliche Wascherei in Deutschland f\u00fcr die S\u00e4uberung von Textilien des privaten Bedarfs keine Bedeutung mehr hat. Die vorherrschende Praxis ist die W\u00e4sche in der privaten Trommelwaschmaschine. Auch die konkurrierenden Bottichger\u00e4te sind, anders als in den angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern, in Deutschland verschwunden. Das hat insofern Konsequenzen f\u00fcr alle W., als in der Trommelwaschmaschine nur schaumarm eingestellte Rezepturen Verwendung finden k\u00f6nnen, da andernfalls der mechanische Wascheffekt gest\u00f6rt wird. Dazu werden meist spezielle Schauminhibitoren (langkettige Seifen, Silikon\u00f6le) eingesetzt. Einzig in den Wollwaschmitteln, die allein auch noch Bedeutung f\u00fcr die Handw\u00e4sche haben, kann darauf verzichtet werden, da bei Wolle und anderen sehr empfindlichen Textilien die D\u00e4mpfung der Waschmechanik durch den Schaum eher erw\u00fcnscht ist.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich werden W. in Universal- und Spezialwaschmittel unterschieden. Zu ersteren z\u00e4hlt man pulverf\u00f6rmige und fl\u00fcssige <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Vollwaschmittel, wobei der Oberbegriff <span id=\"AutoLinkDescriptionBox27\"><\/span>Universalwaschmittel verdeutlichen soll, dass diese W. f\u00fcr alle Textilien, Temperaturen und Waschverhalten geeignet seien. Entsprechend beherrschen auch diese Produkttypen den Waschmittelmarkt bei weitem. Der Anteil gewerblicher W. ist darunter vergleichsweise gering. Der Universalanspruch muss jedoch in Frage gestellt werden. So weist die Rahmenrezeptur die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Vollwaschmittel als deutlich alkalische W. aus, die ihren Leistungsschwerpunkt bei stark verschmutzter Weissw\u00e4sche aus <span id=\"AutoLinkDescriptionBox32\"><\/span>Baumwolle und Mischgeweben sowie Waschtemperaturen von 60-95 \u00b0C haben. Es wird deutlich, dass <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Vollwaschmittel noch zu einer Zeit konzipiert wurden, als wesentlich andere Rahmenbedingungen herrschten, n\u00e4mlich st\u00e4rkere Verschmutzung der W\u00e4scheposten, hohe Anteile von Weissw\u00e4sche keine Synthesefasern und vorwiegend Kochw\u00e4sche. Dies ist heute eher die Ausnahme. Die Buntw\u00e4sche ist allein zwischen 1970 und 1980 von 54% auf 79&amp; des privaten Textilbestandes gestiegen, und nicht einmal mehr jede f\u00fcnfte W\u00e4sche erfolgt heute noch bei Kochtemperaturen (1989: 19%).<\/p>\n<p>Es gab verschiedene Ans\u00e4tze, die klassischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Vollwaschmittel den sich ver\u00e4ndernden Verbraucherbed\u00fcrfnissen wieder anzupassen. Einmal wurde die Tensidkombination auf niedrigere Waschtemperaturen ausgerichtet. Inhaltsstoffe, die insbesondere bei niedrigen Temperaturen Wirkung erzielen, n\u00e4mlich <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Enzyme und der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Bleichaktivator <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>TAED (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Sauerstoffbleiche) finden verst\u00e4rkten Einsatz in den neuen Kompaktwaschmitteln. Die Palette der verf\u00fcgbaren <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Enzyme ist auch durch die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox23\"><\/span>Gentechnologie immer reichhaltiger geworden. Waren es fr\u00fcher nur die gegen Eiweissflecken wirksamen Proteasen, so werden heute zus\u00e4tzlich Amylasen gegen kohlehydratige Anschmutzungen und, als j\u00fcngstes, Lipasen den Waschmitteln beigef\u00fcgt. Letztere wirken gegen Fettr\u00fcckst\u00e4nde in der W\u00e4sche. All das kann aber nicht an der Grundtatsache r\u00fchren, dass das integrierte Bleichsystem und die optischen Aufheller das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Vollwaschmittel als wenig geeignet f\u00fcr die heute vorherrschende Buntw\u00e4sche erscheinen lassen. Nachteilige Einwirkungen auf <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Farben und Fasern sind die unvermeidliche Konsequenz. Hinzu kommt, dass angesichts der meist nur gering verschmutzten W\u00e4sche eine Bleiche v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig ist oder mittels einer lokalen Fleckenvorbehandlung (zum Beispiel mit <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><br \/> <\/span>Gallseife) Sauberkeit schonender und unter weit geringerem Chmeikalieneinsatz erzielt werden kann.<\/p>\n<p>In diesem Sinne g\u00fcnstiger ist das Konzept der fl\u00fcssigen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox28\"><\/span>Universalwaschmittel zu beurteilen. Diese sind ausnahmslos frei von Bleichmitteln, einfach weil zur Zeit keine geeignete in fl\u00fcssiger Formulierung best\u00e4ndige Bleichsubstanz auf Basis von Aktivsauerstoff verf\u00fcgbar ist. Die Rahmenrezepturen der Fl\u00fcssigprodukte unterscheiden sich auch sonst deutlich von denen der pulverf\u00f6rmigen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox29\"><\/span>Universalwaschmittel. Es existieren dabei zwei verschiedene L\u00f6sungen f\u00fcr das Ger\u00fcststoffsystem: Zum einen wird wie bei den Pulvern mit <span id=\"AutoLinkDescriptionBox33\"><\/span>Zeolith A gearbeitet. Die Schwierigkeit ist nur, dass dieser <span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Builder wasserunl\u00f6slich istund daher mit weiteren Hilfsstoffen stabil dispergiert werden muss. In Deutschland hat sich deshalb \u00fcberwiegend ein System ohne Zeolith A durchgesetzt, in dem hohe Seifenanteile als Ger\u00fcststoff wirken und die Wasserh\u00e4rte binden.<\/p>\n<p>Wird wie hier <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Seife als Enth\u00e4rter eingesetzt, m\u00fcssen als konsequenz zur Vermeidung von Kalkseifenablagerungen in Textilien und Maschine entsprechende Mengen nichtionischer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Tenside als Kalkseifendispergatoren zugegeben werden. Es ist daher nicht \u00fcberraschend, dass das Waschen mit diesem Fl\u00fcssigwaschmitteltyp eine vielfach h\u00f6here Tensidbelastung des Abwassers zeitigt, als das mit Pulvern der Fall ist. Ein weiterer Kritikpunkt sind gewisse Leistungsschw\u00e4chen, obwohl diese tensidreichen Formulierungen speziell gegen Fettflecken auch bei niedrigen Temperaturen gute Wirksamkeit zeigen. Insgesamt stellen die fl\u00fcssigen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>Universalwaschmittel keine \u00fcberzeugende Antwort auf heutige Waschanforderungen dar. Nach anf\u00e4nglichen Erfolgen brach denn auch der Absatz dieser Fl\u00fcssigprodukte in fast allen europ\u00e4ischen Staaten ein. In Deutschland ging ihr Anteil am Universalwaschmittelabsatz von fast 15% (Ende 1989) auf 12% (Ende 1990) zur\u00fcck und n\u00e4hert sich jetzt der 10%-Marke.<\/p>\n<p>Sinnvoll erscheint dagegen die Einbindung von fl\u00fcssigen Waschmittelkomponenten in ein <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Baukastenwaschmittel, da die Kombination mit einem Enth\u00e4rterbaustein viele Vorteile verspricht, wie Tensideinsparungen und geringere organische Abwasserfracht. <\/p>\n<p>Eine gleichfalls interessante Weiterentwicklung im Pulverbereich sind die Colorwaschmittel, welche kein Bleichsystem enthalten, daf\u00fcr aber einen Zusatz von Polyvinylpyrolidon (PVP). Dieses Polymer unterdr\u00fcckt das Verf\u00e4rben der W\u00e4sche bei Vorliegen ausblutender, nicht waschechter <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Farben. Damit ist der \u00dcbergang zum zweiten grossen Segment des Waschmittelmarktes erreicht, n\u00e4mlich den Spezialwaschmitteln. Auch diese gibt es als Pulver oder als Fl\u00fcssigprodukte. Hierunter fallen als mengenm\u00e4ssig bedeutendste Gruppe die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Feinwaschmittel, welche in der Regel frei von Bleichmitteln sind. Weiteres Merkmal ist die Abwesenheit von optischen Aufhellern und eine insgesamt mildere Rezeptureinstellung zwecks Schonung empfindlicher <span id=\"AutoLinkDescriptionBox26\"><\/span>Farben und Fasern. <br \/>Trotzdem steht die Waschkraft von Feinwaschmittelpulvern der vieler <span id=\"AutoLinkDescriptionBox31\"><\/span>Universalwaschmittel, abgesehen von der naturgem\u00e4ss fehlenden Bleichwirkung, nicht viel nach, verbunden aber mit gr\u00f6sserer W\u00e4scheschonung. Dies veranlasste <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Umwelt- und Verbraucherberatung schon vor Jahren zu der Empfehlung, f\u00fcr die t\u00e4gliche W\u00e4sche keine Universal-, sondern <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Feinwaschmittel zu verwenden und im Bedarfsfall durch ein Fleckensalz zu verst\u00e4rken bzw. gleich aufs Baukastensystem umzusteigen. Wermutstropfen war dabei fr\u00fcher der unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig hohe Gehalt des F\u00fcllstoffs Natriumsulfat von bis zu 50%! Inzwischen werden auch hier Konzentrate und Kompaktpulver ohne diese Salzbelastung angeboten, so dass niedrigere Dosierungen m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Unter Mengengesichtspunkten stellen die W. die mit Abstand gr\u00f6sste regelm\u00e4ssige Belastung des h\u00e4uslichen Abwassers mit Chmiekalien dar, was einen sensiblen, verantwortungsbewusste Umgang mit diesen Produkten erfordert. W\u00e4hrend in der Nachkriegszeit eine st\u00fcrmische Absatzentwicklung einsetzte, stagniert der Verbrauch seit Ende der 70er Jahre, allerdings auf hohem Niveau. <\/p>\n<p>Da bei den Produktionszahlen Im- und Exportstr\u00f6me das Bild verzerren k\u00f6nnen, ist f\u00fcr die tats\u00e4chliche Verbrauchsentwicklung in Deutschland der realisierte Absatz aussagekr\u00e4ftiger.<br \/>Bemerkenswert ist hierbei, dass der Deutsche Einbruch des Pro-Kopf-Verbrauchs 1991 weniger durch Waschmitteleinsparungen im Westen als mehr durch den traditionell sehr viel niedrigeren Verbrauch der B\u00fcrger der ehemaligen DDR verursacht wurde Es steht zu bef\u00fcrchten, dass hier eine Nivellierung auf h\u00f6herem Niveau stattfinden wird.<\/p>\n<p>Siehe auch: <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Waschmaschine<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1183-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1183-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1183-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur S\u00e4uberung von Textilien im w\u00e4ssrigen Medium bestimmte, komplex zusammengesetzte Wirkstoffgemische, die immer Tenside, meist auch Ger\u00fcststoffe, Bleichmittel etc. enthalten. Es werden W. f\u00fcr den Privathaushalt und das Gewerbe hergestellt.Infolge der anderen Rahmenbedingungen bei letzterem, zum Beispiel Vorenth\u00e4rtung des Waschwassers mit Ionenaustauschern (Wasserh\u00e4rte), unterscheiden sich gewerbliche W. in ihrer Zusammensetzung zum Teil deutlich von den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,62,34],"tags":[],"class_list":["post-1183","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-t-z","category-w","category-weiteres-sonstiges"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1183","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1183"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1184,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1183\/revisions\/1184"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}