{"id":1159,"date":"2015-03-26T15:45:56","date_gmt":"2015-03-26T15:45:56","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1159"},"modified":"2015-09-10T12:17:58","modified_gmt":"2015-09-10T12:17:58","slug":"seife","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1159","title":{"rendered":"Seife"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1159\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1159-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1159-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1159-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1159-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1159-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Das anionische Tensid S. ist die mit Abstand \u00e4lteste von Menschen heergestellte waschaktive Substanz. S. wird seit etwa 5.000 Jahren aus nat\u00fcrlichen Fetten und \u00d6len durch Sieden mit Alkalien, heutzutage meist Natron- und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Kalilauge, hergestellt.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In grosstechnischen Anlagen werden allerdings statt dieser Neutralfettverseifung meist die freien Fetts\u00e4uren mit den <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Laugen umgesetzt. Seifen sind also <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Salze der Fetts\u00e4uren, wobei die Natriumseifen fest sind (Kernseife) und als Haushalts- und Feinseife sowie Seifensp\u00e4ne oder -Flocken vielf\u00e4ltigen Einsatz finden. Die Kaliseifen sind past\u00f6s (Schmierseife) bis fl\u00fcssig (Fl\u00fcssigseife) und werden vor allem f\u00fcr Haushaltsreinigungsmittel und Rasierseife verwandt. Die Eigenschaften der S. h\u00e4ngen wie bei allen Tensiden sehr stark von der L\u00e4nge ihres molekularen Kohlenstoffger\u00fcstes und damit entscheidend von der Natur des Ausgangsfettes ab. W\u00e4hrend die kurzkettigen Seifen vom Kokos- und Palmkerntyp hohe Waschkraft, Anschaumverm\u00f6gen und L\u00f6slichkeit selbst in kaltem Salzwasser zeigen, allerdings auch relativ aggressiv gegen\u00fcber der Haut sind, l\u00f6sen sich die ges\u00e4ttigten, langkettigen Talgseifen schnell erst beim Erw\u00e4rmen, sind sehr empfindlich gegen\u00fcber der Wasserh\u00e4rte, aber gut hautvertr\u00e4glich. Deshalb werden je nach Anwendungszweck die Seifeneigenschaften durch Verschneiden verschiedener Fettrohstoffe optimiert.<\/p>\n<p>S. besitzt insbesondere gegen\u00fcber Textilien eine gute Reinigungskraft. Vor allem die langkettigen Seifen aber werden in hartem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Wasser als nicht waschaktive Kalkseifen ausgef\u00e4llt. In diesem Fall muss S. unbedingt mit einem Enth\u00e4rter kombiniert werden, damit nicht unn\u00f6tig viel S. verbraucht wird und das <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Abwasser belastet. Seifenwaschmittel werden daher bevorzugt als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Baukastenwaschmittel angeboten. <\/p>\n<p>Seifenanwendung erzeugt typischerweise einen feinen Film auf den benetzten Materialien. Dies ist unerw\u00fcnscht auf glatten gl\u00e4nzenden Fl\u00e4chen (Kacheln, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Fenster, Geschirr), durchaus vorteilhaft aber auf der Faser und f\u00fcr B\u00f6den. In ersterem Fall wird dem Textil ein angenehmer Griff verliehen, der Weichsp\u00fcler \u00fcberfl\u00fcssig machen kann. Bei der Bodenreinigung ersetzt der Seifenfilm spezielle <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Bodenpflegemittel auf Kunstharz- und Wachsbasis (Bodenbehandlungsmittel). Seifenbehandelte Bodenbel\u00e4ge sind trittsicher, antistatisch und lassen sich bei Anschmutzung leicht reinigen. Es ist darauf zu achten, dass der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>pH-wert im Seifenreiniger nicht zu hoch liegt (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Abbau erfolgt schnell und vollst\u00e4ndig, auch unter anaeroben Bedingungen wird S. metabolisiert). Diese Befunde sind nicht weiter \u00fcberraschend, schliesslich geh\u00f6ren freie Fetts\u00e4uren, mit denen die S. im w\u00e4ssrigen Medium im Gleichgewicht stehen, zum nat\u00fcrlichen Inventar belebter Gew\u00e4sser, ,wo sie als Stoffwechsel- und Zersetzungsprodukte, zum Beispiel von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Algen, vorkommen. Die Toxizit\u00e4t der S. gegen\u00fcber Wasserorganismen liegt unter Laborbedingungen in weichem <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Wasser im typischen Bereich anionischer <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Tenside, sinkt aber unter realistischen Wasserh\u00e4rteverh\u00e4ltnissen erheblich ab. <\/p>\n<p>Die vorgenannten Eigenschaften, insbesondere die kurze Produktionslinie (ein Reaktionsschritt vom nachwachsenden Rohstoff zum fertigen Tensid), haben die S. zum bevorzugten Tensid von alternativen Herstellern im Rahmen des Sanfte-Chemie-Konzeptes werden lassen. Konsequenterweise werden jetzt die ersten Seifenprodukte angeboten, hergestellt aus mit Fetten und \u00d6len aus dem \u00f6kologischen Landbau.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1159-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1159-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1159-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das anionische Tensid S. ist die mit Abstand \u00e4lteste von Menschen heergestellte waschaktive Substanz. 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