{"id":1153,"date":"2015-03-26T15:40:42","date_gmt":"2015-03-26T15:40:42","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1153"},"modified":"2015-03-26T15:40:42","modified_gmt":"2015-03-26T15:40:42","slug":"sauerstoffbleiche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1153","title":{"rendered":"Sauerstoffbleiche"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1153\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1153-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1153-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1153-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1153-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1153-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Chemischer Prozess der Entf\u00e4rbung von Materialien wie Zellstoff und Textilien mittels aktiver Sauerstoffverbindungen als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Bleichmittel, deren gemeinsames Merkmal eine direkte Sauerstoff-Sauerstoff-Verbindung ist (Perox oder Peroxyverbindungen), die stark oxidierend wirken und so <span id=\"AutoLinkDescriptionBox33\"><\/span>Farbstoffe zerst\u00f6ren.<\/b><\/p>\n<div id=\"Brotschrift\" style=\"text-align: justify;\">Diese hohe chemische Reaktivit\u00e4t macht man sich auch bei der Abt\u00f6tung von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Mikroorganismen aller Art zunutze. Per(oxy)verbindungen sind daher zugleich hochwirksame <span id=\"AutoLinkDescriptionBox24\"><\/span>Desinfektionsmittel. <br \/>Die wichtigsten Vertreter sind:<\/p>\n<ul>\n<li><span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Wasserstoffperoxid (H<sub>2<\/sub>O<sub>2<\/sub>), das u.a. zum Bleichen aller Arten von Naturfasern einschl. des menschlichen Haares verwandt wird.<\/li>\n<li>Peressigs\u00e4ure bleicht sehr wirksam auch bei niedrigen Temperaturen und wird intermedi\u00e4r im Waschproze\u00df aus <span id=\"AutoLinkDescriptionBox30\"><\/span>perborat- oder percarbonathaltigen Flotten in Gegenwart eines Bleichaktivators (z.B. Tetraacetylethylendiamin [<span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>TAED]) gebildet. Peressigs\u00e4ure ist ein sehr effektives <span id=\"AutoLinkDescriptionBox25\"><\/span>Desinfektionsmittel, selbst in Konzentrationen von unter einem Promille, und wird als Alternative zur <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><br \/> <\/span>Chlorbleiche zur <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Desinfektion von Krankenhausw\u00e4sche eingesetzt. Nachteilig ist die Geruchsbel\u00e4stigung und die Korrosivit\u00e4t. Peressigs\u00e4ure ist stark hautreizend. Au\u00dferdem sind die L\u00f6sungen nicht stabil. Sie wird am besten \u201ein situ\u201c aus H<sub>2<\/sub>O<sub>2<\/sub> und Essigs\u00e4ure hergestellt.<\/li>\n<li>Kaliumpersulfat ist eine anorganische Peroxoverbindung (exakt: Kaliumperoxodisulfat), welche auch bei niedrigen Temperaturen wirkt und daher gerne in bleichenden Scheuermitteln (Pulvern) oder zur <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Desinfektion eingesetzt wird.<\/li>\n<li>Natriumpercarbonat ist strenggenommen eine Anlagerung von H<sub>2<\/sub>O<sub>2<\/sub> an gew\u00f6hnliche Soda und wird zunehmend als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Bleichmittel f\u00fcr Textilien eingesetzt. Wegen der vergleichsweise lockeren Bindung des Wasserstoffperoxids vertr\u00e4gt es sich nicht mit bestimmten Waschmittelinhaltsstoffen und kann daher nicht in Vollwaschmitteln (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox22\"><\/span>Waschmittel) eingesetzt werden. Es ist aber das vorherrschende <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Bleichmittel in Fleckensalzen und Bleichkomponenten von Baukastenwaschmitteln.<\/li>\n<li>Natriumperborat ist im Gegensatz zu Perkarbonat ein echtes Peroxoborat und keine blo\u00dfe Anlagerung von H<sub>2<\/sub>O<sub>2<\/sub>. Es ist daher deutlich stabiler und entfaltet seine optimale Bleichwirkung erst bei ca. 80\u00b0C. F\u00fcr die heute vorherrschenden Niedertemperaturwaschverfahren muss dieses <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Bleichmittel mit einem Bleichmittelaktivator umgesetzt werden. Dazu wird in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Europa fast ausschlie\u00dflich <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>TAED verwandt, eine Verbindung, die leicht biologisch abbaubar ist. Gleiches gilt f\u00fcr ihr Folgeprodukt im Prozess der Bleichaktivierung, das DAED. <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>TAED wirkt kaum giftig gegen Fische (LC<sub>50<\/sub> &gt; 1.600 mg\/Liter) und ist damit einer der unproblematischsten Bestandteile in Waschmitteln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das gilt ganz und gar nicht f\u00fcr die dritte Komponente eines Sauerstoffbleichsystems, die Bleichstabilisatoren. Peroxoverbindungen sind mehr oder weniger instabil, insb. Spuren von Schwermetallen k\u00f6nnen den Zerfall dramatisch beschleunigen. Aus diesem Grund werden zur Stabilisierung der S. h\u00e4ufig Komplexbildner beigef\u00fcgt, welche die st\u00f6renden Schwermetalle binden sollen. Lange Zeit wurde dazu auch in Waschmitteln das umstrittene EDTA benutzt. Wegen \u00f6kologischer Bedenken ist inzwischen EDTA in deutschen Waschmitteln durch Phosphonate ersetzt worden, die aber ebenfalls nicht unproblematisch sind. Bleichstabilisatoren w\u00e4ren Magnesiumsilikat und bestimmte nat\u00fcrliche Eiwei\u00dfstoffe.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, die S. ist ein hochwirksames und im Vergleich zur konkurrierenden <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><br \/> <\/span>Chlorbleiche deutlich umweltvertr\u00e4glicheres Bleichsystem, von den (vermeidbaren) Stabilisatoren EDTA und Phosphonat einmal abgesehen. H<sub>2<\/sub>O<sub>2<\/sub> zerf\u00e4llt zu schlichtem Wasser, Peressigs\u00e4ure zur unproblematischen Essigs\u00e4ure und die Persalze zu Salzen, die nur eine geringe Abwasserbelastung darstellen. Einziger Streitfall ist das Perborat. Hierzu gibt es widerspr\u00fcchliche Aussagen bez\u00fcglich der aquatischen Toxizit\u00e4t. Unbestritten ist, dass Borate, die nach dem Bleichprozess aus den Perboraten entstehen, von Kl\u00e4ranlagen \u00fcberhaupt nicht zur\u00fcckgehalten werden k\u00f6nnen, also vollst\u00e4ndig im Vorfluter erscheinen. Dort beh\u00e4lt das Borat seine hohe Mobilit\u00e4t. Die Borat-Gehalte werden geradezu als Indikator f\u00fcr das Ausma\u00df der Gew\u00e4sserbelastung durch den Menschen angesehen. <\/p>\n<p>Mit der Alternative Percarbonat liegt man in jedem Fall auf der sicheren Seite. Dabei ist sowohl in den deutschen Umweltzeichen-Kriterien f\u00fcr Baukastenwaschmittel als auch im \u00f6sterreichischen Entwurf das Perborat als nicht akzeptabler Inhaltsstoff ausgeschlossen. Siehe auch Zellstoffbleiche.<b><br \/><\/b><\/div>\n<div class=\"styleRechts\">\u00a0<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1153-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1153-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1153-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chemischer Prozess der Entf\u00e4rbung von Materialien wie Zellstoff und Textilien mittels aktiver Sauerstoffverbindungen als Bleichmittel, deren gemeinsames Merkmal eine direkte Sauerstoff-Sauerstoff-Verbindung ist (Perox oder Peroxyverbindungen), die stark oxidierend wirken und so Farbstoffe zerst\u00f6ren.Diese hohe chemische Reaktivit\u00e4t macht man sich auch bei der Abt\u00f6tung von Mikroorganismen aller Art zunutze. 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