{"id":1140,"date":"2015-03-26T11:56:29","date_gmt":"2015-03-26T11:56:29","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1140"},"modified":"2015-03-26T11:56:29","modified_gmt":"2015-03-26T11:56:29","slug":"pcb","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1140","title":{"rendered":"PCB"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1140\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1140-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1140-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1140-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1140-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1140-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>P. (Polychlorierte Biphenyle) geh\u00f6ren zur Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe und sind nur schwer abbaubar. Trotz des langj\u00e4hrigen Verbots von P. sind sie ubiquit\u00e4r in allen Umweltmedien nachzuweisen.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die P. leiten sich vom <span id=\"AutoLinkDescriptionBox21\"><\/span>Biphenyl ab, indem Wasserstoffatome durch <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Chlor ersetzt werden. Auf diese Weise sind insgesamt 209 verschiedene Chlorbiphenyle m\u00f6glich. P. z\u00e4hlen zu den stabilsten organischen Verbindungen, wobei die Stabilit\u00e4t mit wachsender Anzahl von Chloratomen zunimmt. P. mit mehr als 4 Chloratomen sind nicht brennbar und oxidieren nicht. <br \/>Seit 1929 wurden die P. in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Elektroindustrie in Kondensatoren und Hochspannungs-Transformatoren wegen ihrer guten Isoliereigenschaften eingesetzt. P. wurden auch f\u00fcr <span id=\"AutoLinkDescriptionBox20\"><\/span>Farben und Lacke verwendet, um sie feuersicher und best\u00e4ndiger zu machen, sowie als <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Weichmacher f\u00fcr <span id=\"AutoLinkDescriptionBox17\"><\/span>Kunststoffe. <br \/>Bis heute wurden weltweit mehr als 1,5 Mio t P. produziert. Mitte der 60er Jahre wurden die Toxizit\u00e4t und \u00f6kologische Problematik der P. entdeckt. Heute findet man P. in Fischen, V\u00f6geln und vielen Lebensmitteln, v.a. in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox18\"><\/span>Muttermilch und fetthaltigen Nahrungsmitteln. P. reichern sich \u00fcber die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Nahrungskette an und k\u00f6nnen bei langfristiger Aufnahme zu Leber-, Milz- und Nierensch\u00e4den f\u00fchren. <br \/>1968 floss in einer japanischen Lebensmittelfabrik aus einer K\u00fchlanlage fl\u00fcssiges P. in einen Reis\u00f6ltank. Das vergiftete Reis\u00f6l gelangte in den Handel und wurde als Tierfutter und Lebensmittel verkauft. Zun\u00e4chst starben 100.000 H\u00fchner, kurz darauf zeigten sich bei etwa 2.000 Menschen erste Vergiftungssymptome in Form von Hautver\u00e4nderungen, <span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>Chlorakne und einer Dunkelf\u00e4rbung der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Pigmente (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Yusho-Krankheit). Sp\u00e4ter kam es zu schweren Organsch\u00e4den und zu <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Krebs. 90 Prozent der betroffenen Babys kamen als sogenannte schwarze Babys zur Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P. sind bereits seit mehr als 20 Jahren ein Problem in Innenr\u00e4umen \u00f6ffentlicher Geb\u00e4ude wie Schulen und Verwaltungen. Die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Sanierung ist meist sehr kostspielig. Bei den PCB-Quellen in Geb\u00e4uden wird zwischen Prim\u00e4rquellen (wie Fugendichtungsmasen, Kabelummantelungen, Impr\u00e4gniermittel usw.) und Sekund\u00e4rquellen (PCB-freie Materialien, die durch aus Prim\u00e4rquellen stammende PCBs kontaminiert werden) unterschieden. So m\u00fcssen Dichtungsmassen mit bis zu 50 Prozent P. durch Einfrieren und Abklopfen entfernt und Brandschutzanstriche mit dem Untergrund beseitigt werden. Kondensatoren, die P. enthalten, m\u00fcssen in einer geschlossenen Aktion ausgebaut und als Sonderm\u00fcll entsorgt werden. <br \/>Ein besonderes Problem stellen die Sekund\u00e4rquellen dar, die trotz Entfernung aller Prim\u00e4rquellen die Innenr\u00e4ume stark belasten k\u00f6nnen. Neben Innenausbaumaterialien muss gepr\u00fcft werden, ob der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Putz und die oberste Betonschicht ebenfalls entfernt werden m\u00fcssen. Vom ehemaligen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Bundesgesundheitsamt wurden sofortige Ma\u00dfnahmen festgelegt, wenn die Innenraumluftkonzentration 3.000 ng\/m<sup>3<\/sup> \u00fcberschreitet, und ein Sanierungsziel von 300 ng\/m<sup>3<\/sup> formuliert. Unter dem Aspekt des vorbeugenden Gesundheitsschutzes von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Risikogruppen (z.B. die Kinder in Schulen und Kinderg\u00e4rten) sind diesbez\u00fcglich 30 ng\/m<sup>3<\/sup> Raumluft anzustreben, um das Potential irreversibler Sch\u00e4digungen m\u00f6glichst klein zu halten. <br \/>P. sind insbesondere in fetthaltigen, tierischen Lebensmitteln, in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox19\"><\/span>Muttermilch und im menschlichen Fettgewebe in teilweise bedenklichen Mengen enthalten. Die Durchschnittsaufnahme eines Erwachsenen wird heute mit 2 \u00b5g PCB\/Tag angegeben. S\u00e4uglinge nehmen dagegen mehr als die zehnfache Menge auf: 25 \u00b5g PCB\/Tag. V.a. bei Di\u00e4ten und Unterk\u00fchlung kann es infolge <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Remobilisierung aus dem Fettgewebe zu kurzfristigen und erheblichen Erh\u00f6hungen der P.-Konzentrationen im Blut und folglich zu entsprechenden Lebersch\u00e4den kommen. P. stehen in der <span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>MAK-Werte-Liste unter begr\u00fcndetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential; v.a. die coplanaren Kongenere; z.T. ist die Toxizit\u00e4t der P. auch auf Verunreinigungen mit Dioxinen und Furanen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Eine besondere Gefahr stellt bei M\u00fcllverbrennung die Entstehung von Dioxinen aus P. dar. Dar\u00fcber hinaus wurden Missbildungen an Versuchstieren in Einzelf\u00e4llen beobachtet.<br \/>Seit 1973 d\u00fcrfen P. in Deutschland nicht mehr in offenen Systemen und seit 1989 nicht mehr in geschlossenen Systemen (z.B. Transformatoren) verwendet werden. Seit 1983 werden in Deutschland keine PCBs mehr hergestellt. Seit 1989 ist in Deutschland ebenfalls das Inverkehrbringen von PCB-haltigen Produkten verboten, es gilt ein Grenzwert von unter 50 mg\/kg. Erst im Jahr 2000 wurden PCB-haltige Kondensatoren verboten.<\/p>\n<p><b><span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>MAK-Werte am <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Arbeitsplatz<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>0,1 ml\/m<sup>3<\/sup> bzw. 1 mg\/m<sup>3<\/sup> bei einem Chlorgehalt von 42 %<\/li>\n<li>0,05 ml\/m3 bzw. 0,5 mg\/m<sup>3<\/sup> bei einem Chlorgehalt von 54 %.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1140-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1140-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1140-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P. (Polychlorierte Biphenyle) geh\u00f6ren zur Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe und sind nur schwer abbaubar. 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