{"id":1109,"date":"2015-03-26T10:11:07","date_gmt":"2015-03-26T10:11:07","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1109"},"modified":"2015-08-04T09:01:29","modified_gmt":"2015-08-04T09:01:29","slug":"reach","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1109","title":{"rendered":"REACh"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1109\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1109-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1109-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1109-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1109-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1109-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b><b>REACh ist die Kurzbezeichnung f\u00fcr die neue Chemikalienverordnung (EG) Nr. 1907\/2006 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 18.Dezember 2006. Seit dem 1. Juni 2007 sie in Kraft. REACh steht f\u00fcr Registrierung, Bewertung und Zulassung von <span id=\"AutoLinkDescriptionBox9\"><\/span>Chemikalien (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals).<\/b><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Geltungsbereich von REACh umfasst<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>alle Stoffe,<\/li>\n<li>Stoffe in Zubereitungen,<\/li>\n<li>Stoffe in Erzeugnissen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bisherige EU-Chemikalien-Gesetzgebung setzte sich aus vielen verschiedenen Richtlinien und Verordnungen zusammen - das Rechtsgebiet war insgesamt wenig transparent. REACh fasst nun mehr als 40 Richtlinien und Verordnungen zusammen und ist seit dem 1. Juni 2007 EU-weit in Kraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das REACh-Verfahren verpflichtet Hersteller und Importeure eines Stoffs, eine Registrierung zu beantragen, dazu einen definierten Satz von Mindestinformationen zu erstellen, und \u2013 falls mehr als 10 Tonnen j\u00e4hrlich hergestellt oder importiert werden \u2013 diesen sowie die Exposition gegen\u00fcber dem Stoff in Form eines Stoffsicherheitsbeurteilung (chemical safety assessments, CSA) zu evaluieren und die relevanten Informationen an die Beh\u00f6rden in Form eines Stoffsicherheitsbericht (chemical safety reports, CSR) zu melden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden in Form eines modifizierten Sicherheitsdatenblatts dem Verwender zur Verf\u00fcgung gestellt. Dieser muss pr\u00fcfen, ob die vorgesehene Verwendung mit der vom Lieferanten vorgesehenen Verwendung sowie die gepr\u00fcfte Exposition mit seiner Situation und den notwendigen Schutzma\u00dfnahmen \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neu bei REACh ist, dass nicht nur der Stoff\u00a0beim ersten Inverkehrbringen bewertet wird, sondern auch die (neuen) Anwendungen, damit steht nicht mehr nur das Inverkehrbringen im Fokus, sondern der gesamte Lebenszyklus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wurden bisher \u201eAltstoffe\u201c und \u201eNeustoffe\u201c unterschiedlich geregelt.\u00a0 \u00dcber die gesundheitlichen und \u00f6kologischen Auswirkungen von Altstoffen existierten h\u00e4ufig nur unzureichende Informationen. Da die nationalen Beh\u00f6rden im Wesentlichen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der sehr umfangreichen und aufw\u00e4ndigen Risikobeurteilungen von Stoffen verantwortlich waren\u00a0 - und nicht die Unternehmen in die Pflicht genommen werden konnten -\u00a0 sind seit 1993 nur 141 Stoffe mit mengenm\u00e4\u00dfiger Bedeutung f\u00fcr die Risikobeurteilung identifiziert worden. <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Forschung und Entwicklung von Neustoffen war bisher kaum attraktiv, da neue Chemikalien schon ab 10 kg\/a gemeldet und gepr\u00fcft werden mussten. So wurden \u00fcberwiegend vorhandene Stoffe weiter entwickelt und zur Anwendung gebracht. In der Folge wurde die Forschung vieler Unternehmen behindert, so dass in vielen Bereichen die USA und Japan die chemische <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Industrie in der EU bei Innovationen \u00fcberholten. W\u00e4hrend Neustoffe auf Risiken f\u00fcr die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Gesundheit und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Umwelt \u00fcberpr\u00fcft und bewertet werden mussten, bevor sie in <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Verkehr kamen, unterlagen die \u00fcber 100.000 Altstoffe nicht diesen Anforderungen. Weiterhin gab es nur wenige Informationen \u00fcber die Verwendungen von Stoffen und deren Expositionen, da von nachgeschalteten industriellen Anwendern und Formulierern keine Informationen zu den eingesetzten <span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Chemikalien verlangt wurden. Eine Ausnahme hiervon bildet die Einstufung von verwendeten Stoffen f\u00fcr die Sicherheitsdatenbl\u00e4tter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Akteure in der Lieferkette (Hersteller, Importeure und nachgeschalteten Anwender) vom Rohstoff bis zum Fertigprodukt unterliegen dem im REACh geforderten Informations- und Datenaustausch. Sie sind zur Stoffregistrierung verpflichtet, gegebenenfalls auch zur Zulassung. Indirekt betroffen sind Akteure in allen Branchen bis hin zum Endverbraucher, da REACh Einfluss auf die Herstellung, Verf\u00fcgbarkeit und Vermarktung von Stoffen, Zubereitungen und Produkten und den damit in Verbindung stehenden Verfahren und Technologien aus\u00fcbt. Eine ver\u00e4nderte Kosten- und Wettbewerbssituation wird Auswirkungen auf die Innovationsf\u00e4higkeit haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das REACh-System beeinhaltet die Umkehr der Beweislast. Sie verlangt von Herstellern und Importeuren die Beschaffung der Daten zur Bewertung der Stoffe. Stoffe, die ein erh\u00f6htes Gef\u00e4hrdungspotential darstellen unterliegen einer Zulassungspflicht. Mit REACh sind <span id=\"AutoLinkDescriptionBox11\"><\/span>Chemikalien ab einer Tonne pro Jahr registrierungspflichtig. Der Umfang des notwendigen Datenmaterials richtet sich Produktions- bzw. Importmenge. Ab zehn Tonnen pro Jahr besteht die Pflicht zur Erstellung von Stoffsicherheitsberichten (CSR = Chemical Safety Reports) und Vorschl\u00e4gen zur Risikominimierung. Man sch\u00e4tzt, dass von den rund 30.000 Substanzen mit einer Produktionsmenge \u00fcber einer Tonne nur 140 auf ihre gesundheitlichen und \u00f6kologischen Wirkungen untersucht wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">REACh wird mehr Transparenz und Sicherheit v.a. f\u00fcr die Verbraucher bringen, aber andererseits v.a. bei der Wirtschaft zu hohen Kosten f\u00fcr die Datenerhebung und Bewertung f\u00fchren. Auch wird davon ausgegangen, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mit den neuen Anforderungen und den damit einhergehenden Kosten Wettbewerbsnachteile erleiden. Vor allem Unternehmen, die auf Naturstoffe gesetzt haben, k\u00f6nnen in Existenzschwierigkeiten geraten, weil sie die Kosten f\u00fcr die Datenbeschaffung\u00a0f\u00fcr ihre Grundstoffe nicht stemmen k\u00f6nnen\u00a0 Damit wird eine Verwendung vieler alternativer Basissubstanzen unm\u00f6glich gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das REACh-System sieht den Austausch von hochgiftigen, krebserregenden oder nicht k\u00f6rpereigen abbaubaren Stoffen vor. Besorgniserregende Stoffe d\u00fcrfen nur verwendet werden, wenn keine geeigneten Alternativen oder Verfahren zur Verf\u00fcgung stehen. Die Zulassung soll dabei auf f\u00fcnf Jahre begrenzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt hat REACh zum Ziel, ein hohes Schutzniveau f\u00fcr Mensch und <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Umwelt sicherzustellen. Auch die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Innovation der chemischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Industrie soll verbessert werden, der freie <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Verkehr f\u00fcr Stoffe im europ\u00e4ischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox12\"><\/span>Binnenmarkt gew\u00e4hrleistet und die Bewertung und Beurteilung von Stoffen gef\u00f6rdert sowie alle an der Sicherheit von chemischen Stoffen interessierten Kreise \u00fcber die Bewertung umfassend informiert werden. Voraussetzung daf\u00fcr ist die Bewertung und Beurteilung von Stoffen, die in der neuen europ\u00e4ischen Chemikalienverordnung zentraler Bestandteil ist und die Stoffpr\u00fcfung, -bewertung und Substitution von gef\u00e4hrlichen Stoffen erheblich vorantreiben soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Quellen:<\/b><br \/>REACH-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Verordnung: Verordnung (EG) Nr. 1907\/2006 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 http:\/\/eur-lex.<span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>europa.eu\/LexUriServ\/site\/de\/oj\/2006\/l_396\/l_39620061230de00010851.pdf<br \/>RIPs: http:\/\/ecb.jrc.it\/reach\/rip\/<br \/>http:\/\/www.reach-helpdesk.info\/fileadmin\/reach\/dokumente\/REACHGlossar.pdf<br \/>http:\/\/www.reachhelpdesk.at\/glossar\/<br \/>http:\/\/www.lfu.bayern.de\/analytik_stoffe\/fachinformationen\/europ_chemikalienverordnung_reach\/index.htm<br \/>http:\/\/www.wecf.de\/cms\/download\/REACH\/DU%20link%20to%20braucherverein.pdf<br \/>http:\/\/www.braunschweig.ihk.de\/innovation_umwelt\/<span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><\/span>umweltberatung\/Empfehlung_der_5._Nieders._Regierungskommission_zur_REACH.-205.pdf<br \/>http:\/\/www.gisbau.de\/service\/SDB\/lehrgang\/dosisbeoekotox.htm<br \/>http:\/\/www.gisbau.de\/service\/SDB\/lehrgang\/stoff_verzei.htm<br \/>http:\/\/www.gisbau.de\/service\/SDB\/lehrgang\/pbt.htm<br \/>http:\/\/www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de\/chemfaweb\/berichte\/wb11\/weissbuch0030.html<br \/>http:\/\/www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de\/chemfaweb\/umgangChemikalien\/iuclid5.html<br \/>http:\/\/www.reach-helpdesk.com\/default.asp?id=1456<br \/>http:\/\/www.alufinish.de\/reach.pdf<br \/>http:\/\/www.luwg.rlp.de\/internet\/nav\/f08\/51870fbf-3489-9401-be59-265f96529772<br \/>http:\/\/www.baua.de\/de\/<span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Chemikaliengesetz-Biozidverfahren\/Neue-Chemikalienpolitik\/Helpdesk\/Glossar.html__nnn=true<br \/>http:\/\/www.vci.de\/default2~rub~738~tma~879~cmd~shd~docnr~88755~nd~~ond~n184~snd~n184~shmode~.htm<br \/>BRANDHOFER, P; HEITMANN, K.: REACH \u2013 Die neue Herausforderung f\u00fcr Ihr Unternehmen! 2007<br \/>AU, M.; R\u00dcHL, R.: REACH-<span id=\"AutoLinkDescriptionBox7\"><\/span>Verordnung. 2007<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1109-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1109-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1109-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>REACh ist die Kurzbezeichnung f\u00fcr die neue Chemikalienverordnung (EG) Nr. 1907\/2006 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 18.Dezember 2006. 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REACh steht f\u00fcr Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals).Der Geltungsbereich von REACh umfasstalle Stoffe,Stoffe in Zubereitungen,Stoffe in Erzeugnissen.Die bisherige EU-Chemikalien-Gesetzgebung setzte sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20,14,56,30,32],"tags":[],"class_list":["post-1109","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-chemie-prozesse","category-n-s","category-r","category-substanzen-werkstoffe","category-umweltrecht"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1109","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1109"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1109\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1110,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1109\/revisions\/1110"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1109"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}