{"id":1002,"date":"2015-03-20T12:09:18","date_gmt":"2015-03-20T12:09:18","guid":{"rendered":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1002"},"modified":"2015-03-20T12:09:18","modified_gmt":"2015-03-20T12:09:18","slug":"chemische-industrie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/umweltlexikon.katalyse.de\/?p=1002","title":{"rendered":"Chemische Industrie"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-1002\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-1002-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1002-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-1002-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1002-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"panel-widget-style panel-widget-style-for-1002-0-1-0\" ><div class=\"textwidget\"><p><b>Im Unterschied zu anderen Industriezweigen sind die Emissionen der Chemischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox1\"><\/span>Industrie nicht nur mengenm\u00e4\u00dfig erheblich, sondern dar\u00fcber hinaus auch durch eine Vielzahl emittierter Stoffe gekennzeichnet.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luft: Typische Luftschadstoffe bei der gro\u00dftechnischen Produktion wichtiger <span id=\"AutoLinkDescriptionBox13\"><\/span>Chemikalien wie Schwefels\u00e4ure, Chlor, Ammoniak, Salpeters\u00e4ure, Titandioxid, PVC und Chlorbenzol sind: Schwefeldioxid, Chlor, Ammoniak, Stickoxide, Staub, Vinylchlorid und Chlorbenzol. Zur Erfassung und Reinigung der Abgase werden von der Chemischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox2\"><\/span>Industrie Abgas-Sammelsysteme gebaut, die die vielen kleinen Emissionen zusammenf\u00fchren. Die Beseitigung erfolgt haupts\u00e4chlich durch Abluftverbrennungsanlagen mit Rauchgasw\u00e4sche (Abgasreinigungsverfahren).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wasser: Die Abwassermengen in der Chemischen Industrie sind erheblich. Seit Ende der 70er Jahre besitzen alle gro\u00dfe Betriebe der Chemischen Industrie Gro\u00dfkl\u00e4ranlagen mit mechanischen, biologischen und zum Teil auch chemischen Reinigungsstufen (Abwasserreinigung). Ein Problem bilden nach wie vor die im Abwasser enthaltenen schwer abbaubaren Stoffe (Abbau), die in den Kl\u00e4ranlagen nur unvollst\u00e4ndig abgebaut werden und daher zu einem mehr oder weniger gro\u00dfen Teil in die Gew\u00e4sser gelangen. <\/p>\n<p>Hierzu geh\u00f6ren zum Teil schwer abbaubare organische Farbstoffe, weshalb der Kl\u00e4ranlagenablauf von manchem Betrieb der Chemischen Industrie manchmal farbig ist, sowie chlorierte Kohlenwasserstoffe, die sich in der Umwelt anreichern und daher eine Gefahr f\u00fcr das \u00d6kosystem darstellen. Diese Stoffe m\u00fcssen im Abwasserabgabengesetz st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p><span id=\"AutoLinkDescriptionBox16\"><br \/> <\/span>Abfall: Problematisch sind die Schl\u00e4mme aus den Kl\u00e4ranlagen, die entweder eingedickt und als Sonderabf\u00e4lle deponiert oder aber verbrannt werden, wobei wieder aufwendige Abgasreinigungsanlagen erforderlich sind, um sch\u00e4dliche Emissionen zu vermeiden. Die Verbrennung und Verklappung von Sonderabf\u00e4llen auf dem Meer ist nach jahrelanger Praxis heute in Deutschland weitgehend unterbunden (Abfallbeseitigung auf See).Nicht verbrennbarer oder \u00fcber Tage deponierbarer Giftm\u00fcll muss unter Tage gelagert werden.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit wurden Chemieabf\u00e4lle unkontrolliert auf daf\u00fcr nicht geeigneten Deponien abgelagert, wobei Dioxine und Furane aus Deponien wie Georgswerder bei Hamburg oder Gerolsheim in der Pfalz austraten. Wegen der hohen Abfallbeseitigungskosten ist die Versuchung gro\u00df, Sonderabf\u00e4lle billiger auf illegale Weise loszuwerden (Giftm\u00fcllexport, Abfalltourismus). M\u00f6glichkeiten zur Verminderung der anfallenden Abfallmengen im Bereich der Chemischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox3\"><\/span>Industrie bestehen im <span id=\"AutoLinkDescriptionBox15\"><\/span>Recycling, in der Nutzung von Abfallb\u00f6rsen sowie in Produktionsumstellungen.<\/p>\n<p>Gesetzliche Vorschriften zur Begrenzung von Emissionen im Bereich der Chemischen Industrie: Im Bereich der Emissionen von Luft-Schadstoffen schreibt das Bundesimmissionsschutzgesetz und die TA Luft von 1986 spezielle Begrenzungen f\u00fcr folgende Anlagen vor: Herstellung von Chlorwasserstoff (Salzs\u00e4ure), Salpeters\u00e4ure, Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid, Schwefels\u00e4ure, Chlor, Fluoriden (Fluor), Fluorwasserstoff, Schwefel, Dichlorethan(1,2-), Vinylchlorid (PVC), Acrylnitril, Aluminium und festen Pflanzenschutz- und Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmitteln. F\u00fcr die genannten Anlagen gibt es fast durchweg auch VDI-Richtlinien.<\/p>\n<p>St\u00f6rf\u00e4lle: Weitere Gefahren f\u00fcr die <span id=\"AutoLinkDescriptionBox8\"><\/span>Umwelt und den Menschen gehen von der Chemischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox4\"><\/span>Industrie bei der unkontrollierten Freisetzung von Stoffen bei St\u00f6rf\u00e4llen aus (St\u00f6rfallverordnung). Zwar sind die absoluten Stoffmengen, die dabei freigesetzt werden, oft gering gegen\u00fcber der Dauerbelastung der Umweltmedien, doch besteht z.B. bei der Freisetzung einer Chlorgaswolke von nur wenigen Tonnen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox14\"><\/span>Chlor bereits eine erhebliche Gef\u00e4hrdung der Bev\u00f6lkerung in der Nachbarschaft einer Anlage der Chemischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox5\"><\/span>Industrie.<\/p>\n<p>Nur ca. die H\u00e4lfte des gesamten Stoffumsatzes der Chemischen <span id=\"AutoLinkDescriptionBox6\"><\/span>Industrie verl\u00e4sst die Produktionsanlagen als Produkt. Die andere H\u00e4lfte sind Zwischen- und Koppelprodukte oder Abf\u00e4lle, die emittiert oder deponiert werden. Das Augenmerk staatlicher Kontrolle sollte sich in Zukunft verst\u00e4rkt den Produkten als legale Emissionsquellen zuwenden (<span id=\"AutoLinkDescriptionBox10\"><\/span>Produktlinienanalyse).<\/p>\n<p>Welche Kombination von Instrumenten zur Regelung und Kontrolle allerdings die effektivste ist, bleibt ungekl\u00e4rt insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Indikator Muttermilch trotz gesetzlicher Regelungen zur Chemikalienkontrolle die gesetzten H\u00f6chstmengen f\u00fcr zugelassene Lebensmittel \u00fcberschreitet und eigentlich verboten werden m\u00fcsste.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-1002-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-1002-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-1002-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: right;\"><em>Autor: KATALYSE Institut<\/em><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Unterschied zu anderen Industriezweigen sind die Emissionen der Chemischen Industrie nicht nur mengenm\u00e4\u00dfig erheblich, sondern dar\u00fcber hinaus auch durch eine Vielzahl emittierter Stoffe gekennzeichnet.Luft: Typische Luftschadstoffe bei der gro\u00dftechnischen Produktion wichtiger Chemikalien wie Schwefels\u00e4ure, Chlor, Ammoniak, Salpeters\u00e4ure, Titandioxid, PVC und Chlorbenzol sind: Schwefeldioxid, Chlor, Ammoniak, Stickoxide, Staub, Vinylchlorid und Chlorbenzol. 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